Ex-Nokia-Manager: Stephen Elop schuld an Misere

In einem Interview macht der ehemalige Nokia-Manager Lee Williams den aktuellen Chef des finnischen Herstellers für den Niedergang des Unternehmens verantwortlich. Unter Stephen Elops Führung habe Nokia keine klare Linie, außerdem sei es ein schwerer Fehler gewesen, nur auf Windows Phone zu setzen.
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Lee Williams, der zwischen 2006 und 2009 für die Symbian-Series-60-Plattform verantwortlich war und danach bis 2010 Executive Director der Symbian Foundation war, gibt in einem ausführlichen Interview dem aktuellen Nokia-CEO Stephen Elop die Schuld an den derzeitigen Problemen des finnischen Handy-Herstellers.

Williams sagte gegenüber 'CNet', dass es für ihn klar sei, dass "Elop ums Überleben" kämpfe: "Die Ergebnisse sprechen für sich", so der Ex-Nokia-Manager. Einer der größten Fehler Elops sei, dass er keinen Plan habe. "Er hat bisher noch keinerlei Roadmap abgeliefert. Und das obwohl er schon zwei oder drei Jahre beim Unternehmen ist."

Siehe auch: Nokia tief im Minus - Altes S40 als Rettungsanker

Der aktuelle Nokia-CEO verhalte sich eher wie ein Finanzchef (Chief Financial Officer, CFO): "CFOs sind sehr pragmatisch und schauen immer auf die Kosten." Stephen Elop wird von Williams deshalb vorgeworfen, dass er "keine übergreifende Vision für die Firma hat. Für mich ist das vergleichbar mit einem völligen Verzicht auf die Führungsposition. Stattdessen läuft man dem Bus nun hinterher." Früher hätte man diesen Führungsanspruch nie aufgegeben, da man "ständig über die Zukunft" gesprochen habe.

Außerdem ist Lee Williams der Meinung, dass Elop einen schweren Fehler gemacht habe, weil er alles auf eine Karte, also Microsofts mobiles Betriebssystem Windows Phone, gesetzt habe: "Er wäre sinnvoll gewesen, ein oder zwei Produkte ins Portfolio aufzunehmen, die auf Windows Phone basieren", so Williams, der nun bei einer Firma Sourcebits tätig ist.

Nokia hätte aber nicht so tun sollen, als wäre das Rennen schon längst gelaufen und "dass ein einziges Software-System alles ist, was man braucht." Vor allem wirft Williams dem aktuellen Nokia-Chef vor, Symbian zu schnell fallengelassen zu haben: Nicht das Symbian besser gewesen wäre, aber selbst das schlechteste Symbian-Produkt hatte bessere Verkäufe als Nokias Windows Phones. Williams gibt Elop noch "sechs bis zwölf Monate" bis Nokias Aufsichtsgremium zum Handeln gezwungen sein wird. Aber: "Ich bin zuversichtlich, dass eine Kurskorrektur noch möglich ist."
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