Intel Friday Night Game in Karlsruhe wurde abgesagt
Für heute Nachmittag war eine Sondersitzung des Gemeinderats angesetzt, auf der die Karlsruher CDU ein Verbot des Computerspiele-Wettbewerbs fordern wollte. Ursprünglich sollte der Wettbewerb in Stuttgart stattfinden, wurde dort jedoch kurz nach dem Amoklauf in Winnenden abgesagt. Auch in Nürnberg findet das Intel Friday Night Game nicht statt - dafür springt Hannover am 29. Mai ein.
Spielegegner erheben Vorwürfe, bei der Veranstaltung sei die Einhaltung des Jugendschutzes nicht gewährleistet. Turtle Entertainment verwahrt sich gegen Behauptungen in diese Richtung. Der vor neun Jahren gegründete Kölner eSport-Veranstalter und Ligenbetreiber ist europäischer Branchenprimus und einer der größten Arbeitgeber in der Computerspieleindustrie in Deutschland.
"Wir haben den Eindruck im Karlsruher Kommunalwahlkampf instrumentalisiert zu werden. Mit viel Engagement haben wir den Dialog mit der Karlsruher Politik gesucht und Gespräche geführt. Jeder konstruktiven Diskussion über den Umgang mit Computerspielen und neuen Medien wird allerdings die Grundlage entzogen, wenn von demokratischen Parteien öffentlich die Kündigung rechtsgültiger Verträge angeregt wird. In abschließenden Gesprächen gestern und heute Morgen mit Oberbürgermeister Heinz Fenrich haben wir uns deshalb darauf verständigt, von unserem Vertragsrecht Abstand zu nehmen und die Veranstaltung abzusagen. In der technologiefreundlichen Stadt Karlsruhe, in welcher auch das Bundesverfassungsgericht seinen Sitz hat, hätten wir einen solchen Umgang nicht erwartet", sagt Ralf Reichert, Geschäftsführer der Turtle Entertainment GmbH.
Wir bedauern, dass eine Veranstaltung, die seit Jahren Ausdruck zeitgenössischer Jugendkultur ist, regelmäßig in 16 deutschen Großstädten gastiert und selbstverständlich unter Beachtung des ohnehin europaweit schärfsten deutschen Jugendschutzes durchgeführt wird, die Karlsruher Kommunalpolitik mit anhaltenden Diskussionen bestimmt. Es wird deutlich, dass die große Distanz zu unserer Jugend und den neuen Medien einen schweren Generationskonflikt offen legt."
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Michael Diestelberg
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