Bis zu 87%: Webhoster OVH warnt vor drastischen Preiserhöhungen

Die extrem gestiegenen Speicherpreise sorgen bei den großen Hosting-Anbietern offenbar für deutlich höhere Kosten, die man zunehmend an die Kundschaft weiterreichen muss. Der französische Hoster OVH deutete jetzt an, dass man seine Preise bald drastisch erhöhen muss.
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OVH

Speicherpreise machen Servermieten deutlich teurer

Der CEO des französischen Cloud-Betreibers und Web-Hosting-Dienstleisters OVH hat eindringlich vor erheblichen Preiserhöhungen gewarnt. Bald werde man die Preise um bis zu 87 Prozent erhöhen müssen, weil die Kosten für die von dem Unternehmen in seinen Servern verwendeten Komponenten durch die vom KI-Boom ausgelöste Speicherkrise extrem zugenommen haben.

Octave Klaba erklärte, dass OVH in der Zeit von Anfang 2026 bis Juni eine Versechsfachung der Preise von Arbeitsspeicher verzeichnet habe. Bis September werde sich der Preis verneunfacht haben und im nächsten Jahr wohl auf das 12-Fache gegenüber dem Anfang des Jahres 2026 weiter steigen. Auch bei NVMe-basierten Speicherprodukten sei der Preis mittlerweile sieben Mal so hoch wie zuvor, während man für Festplatten 3,5 Mal so viel zahlen muss.

Auch Mainboards und Netzwerkprodukte deutlich teurer

Gleichzeitig würden auch die Preise für Mainboards und Netzwerkkarten sowie CPUs deutlich steigen und seien mittlerweile 15 bis 20 Prozent höher. In der näheren Zukunft sei mit einer weiteren Preissteigerung zu rechnen, weil die sogenannten Hyperscaler im Zuge der Umsetzung ihrer Pläne für gigantische KI-Rechenzentren die Nachfrage extrem steigerten, so Klaba.


OVH habe jüngst neue Preisangaben für RAM-Module und Speicherlaufwerke erhalten und müsse seine höheren Kosten jetzt an die Kunden weiterreichen, erklärte Klaba auf X/Twitter (via El Reg). Die höheren Preise würden zunächst bei neuen Servern greifen, sobald diese ans Netz gehen, hieß es weiter. Gerade bei Game-Servern werde die Preissteigerung mit bis zu 87 Prozent besonders stark ausfallen.

Bei neuen Servern für andere Anwendungszwecke sollen die Preise bei OVH voraussichtlich um 40 bis 59 Prozent zulegen, wobei die Preiserhöhungen ab September gelten werden, kündigte der Unternehmenschef an. Bei bestehenden Kunden des "Euro-Cloud"-Betreibers, deren Angebote auf Servern mit Hardware von 2024 laufen, werde es ebenfalls Preiserhöhungen geben, wobei diese erst greifen, wenn Verträge verlängert werden. Außerdem falle der Preisanstieg dabei deutlich weniger drastisch aus als bei neuen Systemen.

Bei OVH sollen außerdem auch die Preise für die Nutzung von Cloud-Instanzen steigen, wobei das Unternehmen sein Abrechnungskonzept grundlegend umstellt und dabei Speicher und IP-Adressen entkoppelt und künftig separat abrechnet. Das Unternehmen will laut Klaba in Kürze ausführliche Informationen zu seiner neuen Preisgestaltung bekannt geben.

Neben OVH dürften bald auch andere Cloud- und Hosting-Anbieter ihre Preise erhöhen, wobei auch bei Amazon Web Services und Microsoft Azure mit deutlichen Preissteigerungen zu rechnen sein soll, berichten die Kollegen von The Register.

Zusammenfassung
  • Der Cloud-Anbieter OVH plant drastische Preiserhöhungen bei Servern
  • Der Grund dafür sind extrem gestiegene Preise für Speicherkomponenten
  • Der anhaltende weltweite KI-Boom gilt als Auslöser der Speicherkrise
  • Neue Game-Server könnten ab September um bis zu 87 Prozent teurer werden
  • Auch für andere Hardware wie Mainboards und CPUs zahlt man deutlich mehr
  • Branchenexperten erwarten ähnliche Preisschritte auch bei AWS und Azure

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