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An Deck joggender Offizier verriet per App Standort von Flugzeugträger

Ein Matrose des französischen Flugzeugträgers Charles de Gaulle hat unabsichtlich sensible Positionsdaten geleakt. Seine per Strava-App aufgezeichnete Joggingrunde mit einer Garmin-Smartwatch verriet die genauen Koordinaten des Kriegsschiffs.

Gefahr durch Fitness-Tracker

Ein Besatzungsmitglied des französischen Flugzeugträgers Charles de Gaulle hat ungewollt sensible militärische Daten preisgegeben. Durch die Aufzeichnung einer Jogging-Runde auf dem Flugdeck gelangten exakte Geodaten des Kriegsschiffs an die Öffentlichkeit. Der Vorfall ereignete sich vergangene Woche im Mittelmeer und offenbart den sorglosen Umgang mit Wearables in Sicherheitsbereichen.

Der junge Offizier mit dem Decknamen Arthur (was allerdings nicht sein echter Name ist) nutzte eine Smartwatch vom Typ Garmin Forerunner 955, die im Handel rund 450 bis 500 Euro kostet, um seinen sieben Kilometer langen Lauf zu dokumentieren. Die Daten zeigten seine genaue Route auf dem 261,5 Meter langen Schiff. Das ermöglichte eine Lokalisierung des Verbandes etwa 100 Kilometer vor der türkischen Küste. Strava-Tracking an Bord der Charles de GaulleJoggen im 'Kreis', während sich der Flugzeugträger fortbewegt (Bild: Le Monde) Wie Le Monde berichtet, geschah der Fauxpas in einer kritischen Phase. US-Präsident Donald Trump hatte Verbündete zur Sicherung der Straße von Hormus aufgefordert, allerdings blieb dieser Aufruf weitgehend ungehört. Frankreich will dennoch in der Region Stärke zeigen, so hatte Präsident Emmanuel Macron vier Tage vor dem Lauf noch eine Rede an Bord gehalten.

Die Charles de Gaulle ist das Flaggschiff der französischen Marine und der einzige atomgetriebene Flugzeugträger außerhalb der Vereinigten Staaten. Das Schiff bietet Platz für 1950 Besatzungsmitglieder und führt bis zu 40 Luftfahrzeuge mit. Das Flugdeck hat eine Länge von 261 Metern und eine Fläche von rund 12.000 Quadratmetern.

Wiederholte Datenlecks

Das ist nicht das erste Mal, dass die Fitness-Plattform Strava militärische Operationen gefährdet. In der Vergangenheit konnten durch öffentlich einsehbare Laufstrecken von Leibwächtern bereits die Aufenthaltsorte von Staatschefs wie Emmanuel Macron, Joe Biden und Wladimir Putin rekonstruiert werden. Auch geheime Stützpunkte wurden durch sogenannte Heatmaps sichtbar.

Solche Heatmaps visualisieren aggregierte Nutzerdaten von Millionen Sportlern weltweit. Wenn Soldaten in abgelegenen Wüstenregionen oder auf geheimen Stützpunkten joggen, heben sich ihre Strecken auf den Karten deutlich ab. Dadurch verrieten in der Vergangenheit schon US-amerikanische Soldaten unwissentlich die genauen Grundrisse von Militäranlagen in Afghanistan und Syrien.

Das französische Militär bestätigte den Verstoß gegen digitale Sicherheitsrichtlinien. Neben den reinen Geodaten geben solche Leaks oft weitere Details preis. Im aktuellen Fall wurden laut Analysen folgende Informationen abgeleitet, darunter die exakte Position des Schiffs fast in Echtzeit sowie die Identifikation des begleitenden Flottenverbands.

Die Deaktivierung der GPS-Ortung oder das Setzen des Profils auf privat wird von Sicherheitsbehörden dringend empfohlen. Dennoch zeigt das Ereignis, dass technische Beschränkungen oft durch menschliches Fehlverhalten ausgehebelt werden. Der Drang, sportliche Leistungen in Netzwerken wie Strava zu teilen, wiegt für viele Anwender schwerer als operative Sicherheitsbedenken - trotz militärischer Sensibilisierung.

Nutzt ihr Fitness-Tracker und achtet ihr dabei bewusst auf eure Privatsphäre-Einstellungen? Schreibt uns eure Erfahrungen gerne in die Kommentare.

Zusammenfassung
  • Offizier der Charles de Gaulle leakte Schiffsposition per Strava-App
  • Jogging-Runde auf dem Flugdeck verriet exakte Geodaten im Mittelmeer
  • Garmin-Smartwatch zeichnete sieben Kilometer langen Lauf auf dem Deck auf
  • Schiff wurde etwa 100 Kilometer vor der türkischen Küste lokalisiert
  • Strava-Heatmaps gefährdeten bereits zuvor geheime Militärstandorte
  • Frankreichs Militär bestätigte den Verstoß gegen Sicherheitsrichtlinien
  • Menschliches Fehlverhalten hebelt technische Schutzmaßnahmen oft aus

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