Enterprise: Erster nuklearer Flugzeugträger findet endlich seine Ruhe
Nach einem langen Rechtsstreit ist die Verschrottung der USS Enterprise, des ersten nuklearen Flugzeugträgers der Welt, nun fix. Der aufwendige Rückbau kostet rund 418 Millionen Dollar und erfordert wegen hochradioaktiver Bauteile fast zwanzig Jahre Zeit.
Trotz der nun erzielten finanziellen Einsparung bleibt der Abbau in Mobile, Alabama nämlich eine jahrzehntelange Aufgabe. Wenn die Arbeiten an dem Schiff voraussichtlich im September 2030 enden, sind seit der offiziellen Außerdienststellung im Jahr 2012 fast zwei Jahrzehnte vergangen. Die ungewöhnlich lange Dauer resultiert vor allem aus der komplexen Konstruktion des Flugzeugträgers. Die bereits 1961 in Dienst gestellte USS Enterprise verfügt als erstes Schiff ihrer Art über acht separate Atomreaktoren.
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Die tief in die innere Struktur integrierten Anlagen machen eine schnelle und einfache Entsorgung unmöglich. Hochradioaktive Bauteile müssen von Spezialisten aufwendig demontiert, sicher versiegelt und anschließend in ein geeignetes Endlager nach Texas transportiert werden. Gewöhnlicher Stahl und andere unbedenkliche Materialien fließen hingegen direkt in den Bau von Nachfolgeschiffen ein. Der gesamte Vorgang erfordert eine jahrelange logistische Vorbereitung.
Die vollständige Auslagerung der Arbeiten an das private Unternehmen bringt der US-Marine erhebliche finanzielle und logistische Vorteile. Das Militär spart gegenüber der sonst üblichen Nutzung staatlicher Werften schätzungsweise 1,3 Milliarden Dollar (etwa 1,14 Milliarden Euro). Zudem bleiben die ohnehin sehr knappen Kapazitäten der landeseigenen Docks für die dringend benötigte Wartung der aktiven Flotte erhalten.
Jeder der moderneren Träger besitzt zwei große Atomreaktoren und erfordert einen ähnlich komplexen Rückbau wie die Enterprise. Die durch das aktuelle Projekt gewonnenen technischen und logistischen Erkenntnisse sollen dem Militär dabei helfen, künftige Entsorgungen deutlich zu optimieren. Ziel ist es, die Kosten und den massiven Zeitaufwand bei den kommenden Schiffen zu reduzieren.
Die Entsorgung von ausgemusterten Atom-Schiffen kostet enorm viel Zeit und Geld. Haltet ihr das für ein notwendiges Übel oder seht ihr bessere Alternativen? Teilt eure Meinung in den Kommentaren!
Siehe auch:
Preisrutsch bei Träger-Abbau
Die US-Marine hat den Auftrag zur Verschrottung des Flugzeugträgers USS Enterprise alias "Big E" nach langen Verzögerungen neu vergeben. Der Abbau des derzeit noch in Newport News liegenden Schiffes kostet nun rund 418 Millionen Dollar (etwa 365 Millionen Euro), was deutlich weniger Geld ist, als im ursprünglich veranschlagten Vertrag vorgesehen war. Das Pentagon konnte dabei zwar den Preis reduzieren, doch der zeitliche Aufwand ist und bleibt enorm.Trotz der nun erzielten finanziellen Einsparung bleibt der Abbau in Mobile, Alabama nämlich eine jahrzehntelange Aufgabe. Wenn die Arbeiten an dem Schiff voraussichtlich im September 2030 enden, sind seit der offiziellen Außerdienststellung im Jahr 2012 fast zwei Jahrzehnte vergangen. Die ungewöhnlich lange Dauer resultiert vor allem aus der komplexen Konstruktion des Flugzeugträgers. Die bereits 1961 in Dienst gestellte USS Enterprise verfügt als erstes Schiff ihrer Art über acht separate Atomreaktoren.
Auf YouTube ansehenDie tief in die innere Struktur integrierten Anlagen machen eine schnelle und einfache Entsorgung unmöglich. Hochradioaktive Bauteile müssen von Spezialisten aufwendig demontiert, sicher versiegelt und anschließend in ein geeignetes Endlager nach Texas transportiert werden. Gewöhnlicher Stahl und andere unbedenkliche Materialien fließen hingegen direkt in den Bau von Nachfolgeschiffen ein. Der gesamte Vorgang erfordert eine jahrelange logistische Vorbereitung.
Juristisches Tauziehen beendet
Wie Defense Blog berichtet, ging der endgültigen vertraglichen Einigung ein komplizierter Rechtsstreit voraus. Ein technischer Fehler auf einer digitalen Vergabeplattform der Regierung benachteiligte zunächst einen Mitbewerber. Daraufhin ordnete ein zuständiges Gericht die sofortige Wiederholung der Ausschreibung an. Das Unternehmen NorthStar sicherte sich den Auftrag schließlich erneut und senkte den geforderten Preis um 22 Prozent.Die vollständige Auslagerung der Arbeiten an das private Unternehmen bringt der US-Marine erhebliche finanzielle und logistische Vorteile. Das Militär spart gegenüber der sonst üblichen Nutzung staatlicher Werften schätzungsweise 1,3 Milliarden Dollar (etwa 1,14 Milliarden Euro). Zudem bleiben die ohnehin sehr knappen Kapazitäten der landeseigenen Docks für die dringend benötigte Wartung der aktiven Flotte erhalten.
Blaupause für künftige Projekte
Ein möglicher Nachteil des neuen Vertrages ist das finanzielle Risiko bei der Entsorgung der Reaktoren, das nun komplett beim beauftragten privaten Auftragnehmer liegt. Nach offiziellen Angaben dient die langwierige Verschrottung der USS Enterprise als wichtiger Testlauf für die Zukunft. Zehn weitere Flugzeugträger der Nimitz-Klasse nähern sich langsam, aber sicher dem Ende ihrer operativen Lebensdauer.Jeder der moderneren Träger besitzt zwei große Atomreaktoren und erfordert einen ähnlich komplexen Rückbau wie die Enterprise. Die durch das aktuelle Projekt gewonnenen technischen und logistischen Erkenntnisse sollen dem Militär dabei helfen, künftige Entsorgungen deutlich zu optimieren. Ziel ist es, die Kosten und den massiven Zeitaufwand bei den kommenden Schiffen zu reduzieren.
Die Entsorgung von ausgemusterten Atom-Schiffen kostet enorm viel Zeit und Geld. Haltet ihr das für ein notwendiges Übel oder seht ihr bessere Alternativen? Teilt eure Meinung in den Kommentaren!
Warum dauert die Entsorgung so lange?
Die USS Enterprise wurde bereits 2012 außer Dienst gestellt. Ähnlich wie bei veralteten IT-Großsystemen ist der Rückbau extrem komplex. Das Schiff besitzt als einziger Träger acht Atomreaktoren, die tief in die Struktur integriert sind.
Konventionelle Schiffe werden oft einfach versenkt oder verschrottet. Bei nuklearen Anlagen müssen die Reaktoren jedoch aufwendig demontiert und versiegelt werden. Erst 2017 war der Träger vollständig entladen, der finale Rückbau soll bis September 2030 dauern.
Konventionelle Schiffe werden oft einfach versenkt oder verschrottet. Bei nuklearen Anlagen müssen die Reaktoren jedoch aufwendig demontiert und versiegelt werden. Erst 2017 war der Träger vollständig entladen, der finale Rückbau soll bis September 2030 dauern.
Was kostet das Abwracken des Trägers?
Die US Navy hat einen Festpreisvertrag über rund 418,5 Millionen US-Dollar abgeschlossen. Durch die Vergabe an ein privates Unternehmen spart das Militär massiv Kosten. Schätzungen zufolge wäre die Abwicklung in einer staatlichen Werft um etwa eine Milliarde Dollar teurer gewesen.
Der Festpreis verlagert das finanzielle Risiko auf den Dienstleister. Sollten die Kosten für den komplexen Rückbau steigen, muss der Auftragnehmer diese tragen. Dies ist ein Modell, das auch bei großen IT-Outsourcing-Projekten häufig zur Risikominimierung eingesetzt wird.
Der Festpreis verlagert das finanzielle Risiko auf den Dienstleister. Sollten die Kosten für den komplexen Rückbau steigen, muss der Auftragnehmer diese tragen. Dies ist ein Modell, das auch bei großen IT-Outsourcing-Projekten häufig zur Risikominimierung eingesetzt wird.
Warum wird das Schiff kein Museum?
Unter Enthusiasten gab es lange den Wunsch, die "Big E" als Museumsschiff zu erhalten. 2021 wurde der Träger sogar als historisches nukleares Wahrzeichen anerkannt. Dennoch hat die Navy diese Pläne endgültig verworfen.
Der Grund ist rein technischer Natur: Die acht Reaktoren sind so tief in die Architektur des Schiffes verbaut, dass sie nicht sicher entfernt werden können, ohne die restliche Struktur zu zerstören. Ein sicherer Publikumsverkehr wäre somit unmöglich.
Der Grund ist rein technischer Natur: Die acht Reaktoren sind so tief in die Architektur des Schiffes verbaut, dass sie nicht sicher entfernt werden können, ohne die restliche Struktur zu zerstören. Ein sicherer Publikumsverkehr wäre somit unmöglich.
Wer übernimmt den Rückbau der Anlage?
Bisher wurden nukleare Kriegsschiffe ausschließlich in der staatlichen Puget Sound Naval Shipyard demontiert. Da diese jedoch völlig überlastet ist, geht die Navy nun neue Wege und setzt erstmals auf die Privatwirtschaft.
Den Zuschlag erhielt das Unternehmen NorthStar Maritime Dismantlement Services. Die eigentlichen Abwrackarbeiten finden in Mobile, Alabama, statt. Dies entlastet die staatlichen Werften, die sich nun auf die Wartung der aktiven Flotte konzentrieren können.
Den Zuschlag erhielt das Unternehmen NorthStar Maritime Dismantlement Services. Die eigentlichen Abwrackarbeiten finden in Mobile, Alabama, statt. Dies entlastet die staatlichen Werften, die sich nun auf die Wartung der aktiven Flotte konzentrieren können.
Gab es Probleme bei der Auftragsvergabe?
Ja, ein technischer Fehler sorgte für erhebliche Verzögerungen. NorthStar hatte den Auftrag bereits 2025 für 536,7 Millionen Dollar gewonnen. Ein Mitbewerber klagte jedoch, da ein Problem auf der Vergabe-Website der Regierung die fristgerechte Abgabe seines Angebots verhinderte.
Ein Gericht gab der Klage statt und ordnete eine Neuausschreibung an. NorthStar gewann erneut, senkte den Preis aber um rund 22 Prozent auf 418,5 Millionen Dollar. Angeblich resultiert dieser Preisnachlass aus dem erhöhten Wettbewerbsdruck und optimierten Kostenkalkulationen.
Ein Gericht gab der Klage statt und ordnete eine Neuausschreibung an. NorthStar gewann erneut, senkte den Preis aber um rund 22 Prozent auf 418,5 Millionen Dollar. Angeblich resultiert dieser Preisnachlass aus dem erhöhten Wettbewerbsdruck und optimierten Kostenkalkulationen.
Was passiert mit dem Atommüll?
Die Entsorgung folgt strengen regulatorischen Vorgaben. Normale Materialien und ungefährlicher Stahl werden über Standardwege recycelt. Gefährliche Stoffe erfordern jedoch eine spezielle Logistik und zertifizierte Endlager.
Schwach radioaktive Abfälle aus den Reaktoranlagen werden sicher verpackt und an das Unternehmen Waste Control Specialists in Andrews, Texas, übergeben. Dort lagern die Komponenten in speziellen Gräben, wo sie für Jahrhunderte sicher verwahrt bleiben sollen.
Schwach radioaktive Abfälle aus den Reaktoranlagen werden sicher verpackt und an das Unternehmen Waste Control Specialists in Andrews, Texas, übergeben. Dort lagern die Komponenten in speziellen Gräben, wo sie für Jahrhunderte sicher verwahrt bleiben sollen.
Wird das alte Material wiederverwendet?
Ein Teil der historischen USS Enterprise wird weiterleben. Der recycelte Stahl des alten Trägers soll direkt in den Bau des Nachfolgers, der künftigen USS Enterprise (CVN-80) der Ford-Klasse, einfließen.
Über die genaue Menge gibt es unterschiedliche Angaben. Während einige Quellen von lediglich 14 Tonnen sprechen, heißt es in anderen Berichten, dass bis zu 35.000 Tonnen Stahl wiederverwendet werden sollen. So oder so wird ein Teil der Hardware in die nächste Generation überführt.
Über die genaue Menge gibt es unterschiedliche Angaben. Während einige Quellen von lediglich 14 Tonnen sprechen, heißt es in anderen Berichten, dass bis zu 35.000 Tonnen Stahl wiederverwendet werden sollen. So oder so wird ein Teil der Hardware in die nächste Generation überführt.
Zusammenfassung
- US Navy vergibt Verschrottung der USS Enterprise für 418 Millionen Dollar
- Der private Dienstleister NorthStar übernimmt den komplexen Rückbau
- Acht integrierte Atomreaktoren machen den Abbau extrem zeitaufwendig
- Arbeiten am ersten Nuklear-Träger sollen erst im September 2030 enden
- Das Projekt dient als wichtiger Testlauf für zehn Nimitz-Träger
- Durch das Outsourcing spart das Militär rund 1,3 Milliarden Dollar
Siehe auch:
- An Deck joggender Offizier verriet per App Standort von Flugzeugträger
- Brand und Toiletten-Chaos plagen den modernsten US-Flugzeugträger
- Zweiter Ford-Klasse-Flugzeugträger der US Navy sticht für Tests in See
- Werftbilder zeigen Bau von Chinas erstem Nuklear-Flugzeugträger
- Chinas hochmoderner Flugzeugträger Fujian wurde in Dienst gestellt
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