Chinas hochmoderner Flugzeugträger Fujian wurde in Dienst gestellt

China hat seinen dritten und modernsten Flugzeugträger Fujian offiziell in Dienst gestellt. Das mit elektromagnetischen Katapulten ausgestattete Schiff bringt Peking näher an die USA heran - doch technologische Herausforderungen bleiben bestehen.

Glanzstück der chinesischen Marine

Die chinesische Marine hat einen bedeutenden Schritt in ihrer Modernisierung vollzogen: Der Flugzeugträger Fujian wurde diese Woche offiziell in Dienst gestellt. Bei einer Zeremonie im Militärhafen von Sanya auf der Insel Hainan nahm Staats- und Parteichef Xi Jinping persönlich an der Zeremonie teil, wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtet.

Die Fujian ist Chinas drittes und technologisch fortschrittlichstes Trägerschiff. Anders als die Vorgänger Liaoning und Shandong verfügt das Schiff über ein elektromagnetisches Startsystem (EMALS), das Flugzeuge mit deutlich höherer Effizienz starten lassen kann. Diese Technologie ermöglicht es Kampfjets, mit größeren Waffenlasten und mehr Treibstoff an Bord abzuheben - eine Fähigkeit, die bislang nur der neueste amerikanische Träger USS Gerald R. Ford beherrscht (wo sie aber für große Probleme sorgt). Laut chinesischen Staatsmedien soll Xi Jinping persönlich die Entscheidung für den Einsatz dieser anspruchsvollen Technologie getroffen haben.

Das elektromagnetische Katapultsystem stellt einen deutlichen Fortschritt gegenüber der bisherigen Sprungschanze dar, mit der Flugzeuge auf der Liaoning und Shandong nur aus eigener Kraft abheben können. CNN zitiert zwei ehemalige amerikanische Flottenoffiziere, die jedoch darauf hinweisen, dass die Flugoperationen auf der Fujian aufgrund der Konfiguration des Flugdecks vermutlich nur etwa 60 Prozent der Leistung eines 50 Jahre alten US-Trägers erreichen dürften. Die USA verfügen derzeit über elf Flugzeugträger, die allesamt nuklear angetrieben sind, während China nun über drei konventionell betriebene Träger verfügt.

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Mit einer Verdrängung von 80.000 Tonnen kommt die Fujian den amerikanischen Nimitz-Klasse-Trägern am nächsten, die 97.000 Tonnen verdrängen. Das Schiff wurde 2022 vom Stapel gelassen und absolvierte ab 2024 seine Erprobungsfahrten. Während der Indienststellungszeremonie zeigte das chinesische Staatsfernsehen zudem erstmals den Tarnkappen-Jäger J-35, den schweren Kampfjet J-15T und das Frühwarnflugzeug KJ-600 auf dem Flugdeck.

Der konventionelle Antrieb bleibt jedoch eine Einschränkung: Während nuklear betriebene US-Träger praktisch unbegrenzt auf See bleiben können - lediglich begrenzt durch die Versorgung der Besatzung - muss die Fujian regelmäßig zum Auftanken einen Hafen anlaufen oder von Versorgungsschiffen auf See betankt werden. Militärexperten hoben allerdings die vergleichsweise schnelle Indienststellung hervor: Vom Stapellauf bis zur offiziellen Aufnahme in die Flotte vergingen gerade einmal 40 Monate - länger als bei der Shandong mit 32 Monaten, aber kürzer als bei der USS Gerald R. Ford, für die die USA 44 Monate benötigten.

Strategischer Flottenausbau

China betreibt den weltweit größten Schiffbau in einem bemerkenswerten Tempo und kann neue Schiffe wesentlich schneller produzieren als die Vereinigten Staaten. Satellitenbilder deuten bereits darauf hin, dass ein vierter Flugzeugträger, vorläufig als Typ 004 bezeichnet, im Bau sein könnte. Dieser soll nicht nur mit EMALS-Technologie ausgestattet werden, sondern möglicherweise auch über einen Nuklearantrieb verfügen. Militärbeobachter gehen davon aus, dass China bis 2035 bis zu sechs Flugzeugträger betreiben könnte - eine Einschätzung, die Peking bisher nicht bestätigt hat.

In den USA sind die modernen Flugzeugträger auch ein Thema, wenngleich auf andere Weise: US-Präsident Donald Trump kritisierte vor kurzem die elektromagnetische Katapulttechnologie und kündigte an, amerikanische Träger künftig wieder mit dampfbetriebenen Startsystemen auszurüsten. Die Technologie sei unzuverlässig und teuer, so Trump bei einem Besuch auf der USS George Washington in Japan. China hingegen scheint entschlossen, die Entwicklung voranzutreiben - allerdings mit einem anderen technischen Ansatz: Peking setzt auf Mittelspannungs-Gleichstrom-Katapulte, während die USA bei ihren EMALS-Systemen Mittelspannungs-Wechselstrom verwenden.

Was haltet ihr von Chinas wachsender Marinepräsenz? Seht ihr die Entwicklung als berechtigte Modernisierung oder als Bedrohung für das Kräftegleichgewicht im Pazifik? Eure Einschätzungen interessieren uns!

Zusammenfassung
  • China stellt dritten und modernsten Flugzeugträger Fujian offiziell in Dienst
  • Mit 80.000 Tonnen Verdrängung nähert sich Fujian den US-Trägern an
  • Elektromagnetisches Katapultsystem ermöglicht effizientere Flugzeugstarts
  • Erstmalige Präsentation von Tarnkappen-Jäger J-35 auf dem Flugdeck
  • Konventioneller Antrieb begrenzt Einsatzzeit im Vergleich zu US-Trägern
  • Stapellauf bis Indienststellung dauerte nur 40 Monate - schneller als US-Träger
  • China könnte bis 2035 bis zu sechs Flugzeugträger in Betrieb haben

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