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Waymos "selbstfahrende" Autos sind oft nur Typen auf den Philippinen
Waymo muss für seine Robotaxis weiterhin auf ein menschliches Sicherheitsnetz zurückgreifen. Wie eine Anhörung im US-Senat offenbart, helfen Mitarbeiter von den Philippinen bei komplexen Verkehrslagen nach - ein Kratzer im Lack der Google-Tochter.
Diese sogenannten Fleet Response Agents sitzen jedoch nicht nur in Einsatzzentralen in den USA, sondern arbeiten unter anderem von den Philippinen aus. Das Eingeständnis verdeutlicht, dass selbst führende KI-Systeme nach Milliarden Dollar an Entwicklungskosten noch immer auf menschliche Intervention angewiesen sind, um den unvorhersehbaren regulären Straßenverkehr sicher zu bewältigen.
Das technische System dahinter funktioniert dabei weniger als direkte Fernsteuerung, sondern eher nach dem Prinzip eines strategischen Beraters. Wenn das Fahrzeug auf unbekannte Hindernisse wie komplexe Baustellen, widersprüchliche Verkehrszeichen oder Polizeiabsperrungen stößt, sendet es eine Anfrage an die Zentrale. Aufgrund der Latenzzeiten bei der Datenübertragung über den Pazifik - wir sprechen hier von technisch bedingten Verzögerungen von mehreren hundert Millisekunden - übernehmen die Mitarbeiter nicht die direkte Steuerung von Lenkung oder Bremsen.
Stattdessen markieren sie auf dem Bildschirm einen sicheren Pfad oder bestätigen eine von der KI vorgeschlagene Route. Die finale Ausführung der Fahrmanöver in Echtzeit verbleibt laut Peña bei der Software im Fahrzeug. Waymo argumentiert, dass dieses Vorgehen die Sicherheit erhöht, da menschliches Urteilsvermögen in semantischen Grenzfällen der künstlichen Intelligenz noch immer überlegen ist.
US-Senatoren, insbesondere der Demokrat Ed Markey, äußerten während der Anhörung scharfe Kritik an dieser Praxis. Markey bezeichnete den Einsatz ausländischer Remote-Arbeiter als inakzeptables Sicherheitsrisiko. Neben der Sorge um die Stabilität der Datenverbindung stehen potenzielle Einfallstore für Cyberangriffe im Fokus. Ein Zugriff auf die Flottensteuerung aus dem Ausland könnte theoretisch von böswilligen Akteuren missbraucht werden.
Technisch gesehen bewegen sich die aktuellen Fahrzeuge meist auf Level 4 der SAE-Norm für autonomes Fahren. Das bedeutet Hochautomatisierung in definierten Einsatzbereichen (Operational Design Domains), wobei das System die Führung übernimmt, aber bei Bedarf theoretisch stehen bleiben oder Hilfe anfordern muss. Level 5, die vollständige Autonomie unter allen Bedingungen ohne Lenkrad und Pedale, bleibt weiterhin Zukunftsmusik. Waymo betont indes zur Beruhigung, dass alle Agenten, unabhängig vom Standort, strenge Hintergrundüberprüfungen durchlaufen und gültige Führerscheine besitzen müssen, um die Qualität der Entscheidungen zu gewährleisten.
Nutzt ihr bereits moderne Fahrassistenzsysteme in euren Fahrzeugen und wie viel Vertrauen schenkt ihr der Technik im Grenzbereich? Schreibt uns eure Meinung zu diesem Thema gerne unten in die Kommentare. Wir freuen uns auf den Austausch mit euch!
Siehe auch:
Menschliches Sicherheitsnetz für die KI
Die Vision von vollständig autonomen Fahrzeugen, die gänzlich ohne menschliches Zutun durch den Stadtverkehr navigieren, hat durch eine aktuelle Anhörung im US-Senat Risse bekommen. Mauricio Peña, Chief Safety Officer von Waymo, bestätigte auf Nachfrage, dass die Robotaxis des Unternehmens in komplexen Verkehrssituationen weiterhin auf menschliche Unterstützung angewiesen sind.Diese sogenannten Fleet Response Agents sitzen jedoch nicht nur in Einsatzzentralen in den USA, sondern arbeiten unter anderem von den Philippinen aus. Das Eingeständnis verdeutlicht, dass selbst führende KI-Systeme nach Milliarden Dollar an Entwicklungskosten noch immer auf menschliche Intervention angewiesen sind, um den unvorhersehbaren regulären Straßenverkehr sicher zu bewältigen.
Das technische System dahinter funktioniert dabei weniger als direkte Fernsteuerung, sondern eher nach dem Prinzip eines strategischen Beraters. Wenn das Fahrzeug auf unbekannte Hindernisse wie komplexe Baustellen, widersprüchliche Verkehrszeichen oder Polizeiabsperrungen stößt, sendet es eine Anfrage an die Zentrale. Aufgrund der Latenzzeiten bei der Datenübertragung über den Pazifik - wir sprechen hier von technisch bedingten Verzögerungen von mehreren hundert Millisekunden - übernehmen die Mitarbeiter nicht die direkte Steuerung von Lenkung oder Bremsen.
Stattdessen markieren sie auf dem Bildschirm einen sicheren Pfad oder bestätigen eine von der KI vorgeschlagene Route. Die finale Ausführung der Fahrmanöver in Echtzeit verbleibt laut Peña bei der Software im Fahrzeug. Waymo argumentiert, dass dieses Vorgehen die Sicherheit erhöht, da menschliches Urteilsvermögen in semantischen Grenzfällen der künstlichen Intelligenz noch immer überlegen ist.
Unklare Strukturen in Übersee
Die genaue Struktur dieser Auslagerung wirft jedoch organisatorische Fragen auf. Wie Clean Technica berichtet, konnte bei einer Überprüfung der öffentlichen Register des philippinischen Handelsministeriums (DTI) keine offiziell registrierte Waymo-Niederlassung gefunden werden. Auch lokale Branchenverbände hatten keine Informationen über direkte Partnerschaften, was auf eine Zusammenarbeit mit Subunternehmern oder spezialisierten BPO-Dienstleistern (Business Process Outsourcing) hindeutet. Waymo vergleicht die Rolle der Agenten zwar gerne mit Bodenpersonal im Flugverkehr, doch Kritiker sehen in der Einbindung von Arbeitskräften in Übersee ohne direkte gesellschaftliche Anbindung potenzielle Sicherheitsrisiken für den Straßenverkehr in den USA.US-Senatoren, insbesondere der Demokrat Ed Markey, äußerten während der Anhörung scharfe Kritik an dieser Praxis. Markey bezeichnete den Einsatz ausländischer Remote-Arbeiter als inakzeptables Sicherheitsrisiko. Neben der Sorge um die Stabilität der Datenverbindung stehen potenzielle Einfallstore für Cyberangriffe im Fokus. Ein Zugriff auf die Flottensteuerung aus dem Ausland könnte theoretisch von böswilligen Akteuren missbraucht werden.
"Human-in-the-loop"
Waymo steht mit dieser Strategie keineswegs alleine da, sondern folgt einem in der Tech-Branche verbreiteten Muster. Auch Tesla greift auf ähnliche Methoden zurück, wie Lars Moravy, Vizepräsident für Fahrzeugtechnik bei Tesla, bestätigte. Das Phänomen zieht sich durch die gesamte KI-Branche: Von Amazons Just Walk Out Technologie in Supermärkten, die Berichten zufolge massiv auf manuelle Überprüfungen durch Menschen in Indien basierte, bis hin zu modernen Chatbots, deren Training und Moderation oft in Niedriglohnländern stattfindet.Technisch gesehen bewegen sich die aktuellen Fahrzeuge meist auf Level 4 der SAE-Norm für autonomes Fahren. Das bedeutet Hochautomatisierung in definierten Einsatzbereichen (Operational Design Domains), wobei das System die Führung übernimmt, aber bei Bedarf theoretisch stehen bleiben oder Hilfe anfordern muss. Level 5, die vollständige Autonomie unter allen Bedingungen ohne Lenkrad und Pedale, bleibt weiterhin Zukunftsmusik. Waymo betont indes zur Beruhigung, dass alle Agenten, unabhängig vom Standort, strenge Hintergrundüberprüfungen durchlaufen und gültige Führerscheine besitzen müssen, um die Qualität der Entscheidungen zu gewährleisten.
Nutzt ihr bereits moderne Fahrassistenzsysteme in euren Fahrzeugen und wie viel Vertrauen schenkt ihr der Technik im Grenzbereich? Schreibt uns eure Meinung zu diesem Thema gerne unten in die Kommentare. Wir freuen uns auf den Austausch mit euch!
Zusammenfassung
- Waymos autonome Fahrzeuge benötigen in komplexen Verkehrssituationen Hilfe
- Mitarbeiter auf den Philippinen unterstützen als Fleet Response Agents
- Die Agenten markieren sichere Routen, steuern aber nicht direkt das Fahrzeug
- US-Senator Markey kritisiert den Einsatz ausländischer Remote-Arbeiter
- Waymo-Fahrzeuge entsprechen aktuell der Autonomiestufe 4 nach SAE-Norm
- Auch andere Tech-Unternehmen wie Tesla nutzen ähnliche Unterstützungsmethoden
Siehe auch:
- Waymo-Robotaxi: Frau bringt Baby während autonomer Fahrt zur Welt
- USA: Selbstfahrende Taxis von Waymo jetzt auf der Autobahn unterwegs
- Waymo DDoS: Prankster bestellen 50 Robotaxis in eine Sackgasse
- Ex-Waymo-CEO ätzt über Teslas Robotaxis, bezeichnet sie als Fake
- Mann in Waymo-Taxi gefangen, muss gefühlte Ewigkeit im Kreis fahren
Thema:
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- Forvia auf der IAA 2023: Mehr Sicherheit und Nachhaltigkeit im Auto
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