Waymo als Fluchtfahrzeug:
Einbrecher entkommt im autonomen Taxi

Ein Krimineller entkam in San Francisco erfolgreich mit einem fahrerlosen Waymo-Robotaxi. Obwohl die Fahrzeuge über zahlreiche Kameras verfügen, steht die Polizei vor einem Rätsel. Der konsequente Datenschutz vernichtet alle digitalen Spuren.
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Waymo

Einbruch mit autonomem Fluchtauto

In San Francisco hat ein Einbrecher Anfang des Jahres ein autonomes Fahrzeug der Google-Tochter Waymo als Fluchtauto genutzt. Der Täter betrat ein Yogastudio im Marina-Viertel und stahl innerhalb von drei Minuten diverse Sportbekleidung für Männer. Die Beute verstaute der Täter dann im Kofferraum des wartenden Robotaxis vom Typ Jaguar I-Pace und fuhr davon. Bisher war dieses ungewöhnliche Verbrechen erfolgreich, die Polizei hat den Unbekannten bislang nicht gefasst.

Und das ist auf den ersten Blick widersprüchlich: Denn obwohl die Fahrzeuge von Waymo mit 29 hochauflösenden Kameras ausgestattet sind und eine 360-Grad-Rundumsicht bieten, fehlen den Ermittlern entscheidende Hinweise. Um eine Fahrt zu buchen, müssen Nutzer ein Konto anlegen und eine Kreditkarte hinterlegen. Die übermittelten Kontodaten führten die Polizei jedoch nicht zum Verdächtigen, da Kriminelle häufig gestohlene Identitäten oder Wegwerftelefone verwenden.


Datenschutz bremst Ermittler aus

Wie die Tageszeitung San Francisco Chronicle berichtet, beantragte die Polizei erst im April einen Durchsuchungsbeschluss. Zu dem Zeitpunkt hatte das Unternehmen die Innenraumaufnahmen des Fahrzeugs aber bereits routinemäßig gelöscht. Wie lange Waymo Videodaten speichert, ist nicht öffentlich bekannt.

Die Außenkameras des Taxis erfassten den Vorfall zwar, brachten aber ebenfalls keinen Durchbruch. Waymo verpixelt Gesichter auf den Aufnahmen standardmäßig, um die Privatsphäre von Passanten zu schützen. Das Unternehmen nutzt zudem keine Gesichtserkennung oder andere biometrische Verfahren.

Autonome Autos im Polizeifokus

Polizeibehörden greifen regelmäßig auf Aufnahmen von modernen Fahrzeugen zurück, um Tathergänge zu rekonstruieren. Ein Sprecher von Waymo erklärte, dass man jede polizeiliche Anfrage auf ihre rechtliche Gültigkeit prüfe. Bei zu weit gefassten Forderungen weise man das Ersuchen zurück, um die Daten der Fahrgäste zu schützen.

Der Vorfall in San Francisco ist nicht das erste Verbrechen mit einem Robotaxi. Im vergangenen Jahr nutzte ein Verdächtiger nach einem Ladendiebstahl in Los Angeles ebenfalls ein Waymo-Fahrzeug zur Flucht. In dem Fall hatte der Täter aber weniger Glück: Denn die Polizei schaltete umgehend das Blaulicht ein, woraufhin das autonome Auto sofort vorschriftsmäßig am Straßenrand anhielt.

Wie bewertet ihr das Vorgehen von Waymo beim Datenschutz im Spannungsfeld zur Strafverfolgung? Teilt eure Gedanken und Meinungen gerne mit uns in den Kommentaren.

Zusammenfassung
  • In San Francisco flüchtete ein Einbrecher mit einem autonomen Waymo-Fahrzeug
  • Die Ermittler konnten den Täter trotz hinterlegter Kontodaten nicht fassen
  • Waymo löschte Videoaufnahmen aus dem Innenraum vor der polizeilichen Abfrage
  • Standardmäßige Verpixelung von Gesichtern erschwert die Identifizierung massiv
  • Ein anderes Robotaxi hielt bei einer Polizeikontrolle in Los Angeles sofort an
  • Jede polizeiliche Datenanfrage wird vom Anbieter auf Rechtsgültigkeit geprüft

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