Senf dazu: von der Leyen verkauft Europas Energiewende an Trump
Als höchste Vertreterin der EU hat sich Ursula von der Leyen mit dem US-Präsidenten Donald Trump auf ein Handelsabkommen geeinigt. Dieses wird gemeinhin als nicht besonders gelungen bewertet - und bindet Europa mit dicken Ketten ans fossile Zeitalter.
In der Wirtschaft zeigt man sich relativ zerknirscht über das Ergebnis. "Wer mit einem Hurrikan rechnet, ist für ein Unwetter dankbar", bewertete beispielsweise Wolfgang Große Entrup vom Chemie-Branchenverband VCI das Ergebnis. Vielfach ist man in Wirtschaft und Politik der Ansicht, von der Leyen habe mit ihrem Team Europas eigentliche Stärke viel zu wenig eingesetzt, um der erpresserischen Zollpolitik Trumps entgegenzutreten - was auch für künftig sicher kommende neue Angriffe ein Problem sein dürfte.
Als besonders problematisch dürfte sich dabei ein Zugeständnis im Energiebereich erweisen: Die EU hat zugesagt, im Rahmen des Abkommens Energie im Wert von 750 Milliarden Dollar in den USA zu kaufen. Dabei entfallen 250 Milliarden Dollar bereits auf die Jahre 2026 bis 2028.
Energie dürfte hier in erster Linie die Importe von Flüssig-Erdgas (LNG) betreffen. Das bedeutet letztlich, dass hier zugunsten einer Unterschrift Trumps unter dem Handelsankommen Tatsachen bezüglich einer langsameren Energiewende geschaffen wurden. Zusammen mit anderen Importen und der eigenen Förderung wird Europa in den kommenden Jahren also noch Erdgas im Wert von weit über einer Billion Dollar verbrennen.
Hinzu kommt, dass eine solch längerfristige Bindung der europäischen Wirtschaft an eine fossile Energieversorgung auch die Anreize mindern wird, klimafreundliche Zukunftstechnologien weiterzuentwickeln und in großem Stil auf dem Weltmarkt zu platzieren. Europa musste hier bereits viel Potenzial an China abgeben, was sich so nun auch kaum ändern wird. Letztlich sind die 750 Milliarden Dollar, die an US-Ölkonzerne überwiesen werden, auch Gelder, die für Investitionen in europäische Zukunftstechnologien fehlen.
Angesichts der schnellen Veränderungen im globalen Energiesektor kann dies fatale Folgen für die Zukunftsfähigkeit der europäischen und insbesondere auch der deutschen Wirtschaft haben, die sich gerade, mit einigem Elan, vom Erdgas zu lösen begann. Immerhin fließen bereits zwei Drittel aller Investitionen im Energiesektor weltweit in die Erneuerbaren - wovon in zunehmendem Maße China profitiert.
Siehe auch:
- EU und USA einigen sich auf Handelsabkommen mit geringeren Zöllen
- Von der Leyen wird Verschwendung europäischer Verhandlungsstärke vorgeworfen
- Europa verpflichtet sich zu US-Energiekäufen im Wert von 750 Milliarden Dollar
- Verstärkte Bindung an fossile Brennstoffe behindert die Energiewende
- Die Klimakrise verschärft sich durch anhaltende Treibhausgasemissionen
- Europas Wettbewerbsfähigkeit bei Zukunftstechnologien könnte leiden
Keine Begeisterung
Trump hatte mit seiner regiden Zollpolitik quasi die ganze Welt zu Reaktionen herausgefordert. Um eine Eskalationsspirale, wie sie sich zeitweise zwischen den USA und China entwickelte, zu vermeiden, setzte die EU-Kommission auf die Aushandlung eines Abkommens. Dieses liegt nun vor und sieht einen deutlich geringeren Basis-Zoll von 15 statt 30 Prozent bei Exporten aus Europa über den Atlantik vor.In der Wirtschaft zeigt man sich relativ zerknirscht über das Ergebnis. "Wer mit einem Hurrikan rechnet, ist für ein Unwetter dankbar", bewertete beispielsweise Wolfgang Große Entrup vom Chemie-Branchenverband VCI das Ergebnis. Vielfach ist man in Wirtschaft und Politik der Ansicht, von der Leyen habe mit ihrem Team Europas eigentliche Stärke viel zu wenig eingesetzt, um der erpresserischen Zollpolitik Trumps entgegenzutreten - was auch für künftig sicher kommende neue Angriffe ein Problem sein dürfte.
Als besonders problematisch dürfte sich dabei ein Zugeständnis im Energiebereich erweisen: Die EU hat zugesagt, im Rahmen des Abkommens Energie im Wert von 750 Milliarden Dollar in den USA zu kaufen. Dabei entfallen 250 Milliarden Dollar bereits auf die Jahre 2026 bis 2028.
Energie dürfte hier in erster Linie die Importe von Flüssig-Erdgas (LNG) betreffen. Das bedeutet letztlich, dass hier zugunsten einer Unterschrift Trumps unter dem Handelsankommen Tatsachen bezüglich einer langsameren Energiewende geschaffen wurden. Zusammen mit anderen Importen und der eigenen Förderung wird Europa in den kommenden Jahren also noch Erdgas im Wert von weit über einer Billion Dollar verbrennen.
Weitreichende Folgen
Dies hat in erster Linie natürlich Folgen für die ohnehin immer schärfer grassierende Klimakrise. Während neue Hitzerekorde und andere Ereignisse die Schlagzeilen prägen, wird Europa also weiterhin im großen Umfang Treibhausgase in der Atmosphäre entsorgen. Rein wirtschaftlich gesehen werden auf die EU also nicht nur die Kosten für den Kauf des fossilen Brennstoffs zukommen, sondern immer stärker auch für die Schäden, die von den daraus resultierenden Wetterextremen verursacht werden.Hinzu kommt, dass eine solch längerfristige Bindung der europäischen Wirtschaft an eine fossile Energieversorgung auch die Anreize mindern wird, klimafreundliche Zukunftstechnologien weiterzuentwickeln und in großem Stil auf dem Weltmarkt zu platzieren. Europa musste hier bereits viel Potenzial an China abgeben, was sich so nun auch kaum ändern wird. Letztlich sind die 750 Milliarden Dollar, die an US-Ölkonzerne überwiesen werden, auch Gelder, die für Investitionen in europäische Zukunftstechnologien fehlen.
Angesichts der schnellen Veränderungen im globalen Energiesektor kann dies fatale Folgen für die Zukunftsfähigkeit der europäischen und insbesondere auch der deutschen Wirtschaft haben, die sich gerade, mit einigem Elan, vom Erdgas zu lösen begann. Immerhin fließen bereits zwei Drittel aller Investitionen im Energiesektor weltweit in die Erneuerbaren - wovon in zunehmendem Maße China profitiert.
Siehe auch:
Thema:
Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
Videos zum Thema
- Jackery SolarVault 3 Pro: Einfach installierbarer Stromspeicher
- Strom für Notebooks per USB-C: Netzteile von Anker im Test
- EcoFlow Delta 2: Powerstation bewährt sich im Langzeit-Test
- EcoFlow Stream AC Pro: Heimspeicher mit fast 2 kWh im Test
- EcoFlow Stream Ultra X: Stromspeicher für den Haushalt im Test
Bluetti AC200Max im Preisvergleich
Beiträge aus dem Forum
Interessante Links
Neue Nachrichten
- Apple veröffentlicht iOS 27.2 - ohne das geplante Health-Update
- iPhone Duo: Weitere defekte Bildschirme - Apple gibt Stellungnahme ab
- "Jailhouse Rock": Elvis-Erben ziehen Claude-Entwickler vor Gericht
- Neue Windows-Hardware: Microsoft entkoppelt TPM 2.0 von Pluton
- Smart-TV hört mit: Samsung wird vorgeworfen, Nutzer auszuspionieren
- Änderung durch Umstellung von MagentaTV verärgert Kunden
- Microsoft schließt gefährliche Lücke im MS Authenticator für Android
Videos
Beliebte Downloads
Beliebte Nachrichten
Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
Ich empfehle ...
Meist kommentierte Nachrichten
Forum
-
Kali Linux 2026.3 ist veröffentlicht! sechs neue Tools
d-hubs - Heute 19:16 Uhr -
robocopy
Airboss - Gestern 01:48 Uhr -
die neueste DietPi 10.8 ist da:
d-hubs - 23.10. 17:19 Uhr -
Schalter lässt sich nicht aktivieren
Oldbobby - 23.10. 11:39 Uhr -
OpenBSD 8.0, veröffentlicht :: 61. offizielle Version
d-hubs - 22.10. 23:43 Uhr
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen?
Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links,
um WinFuture zu unterstützen:
Vielen Dank!
Alle Kommentare zu dieser News anzeigen