Nach Signal folgen Brave und Co.:
Immer mehr blocken Microsofts Recall
Die Ablehnung von Microsofts umstrittenen Recall-Feature geht weiter: Nach Signal blockiert jetzt auch der Brave-Browser standardmäßig die Screenshot-Funktion. AdGuard zieht ebenfalls nach - eine Reaktion auf wachsende Datenschutzbedenken.
Recall nimmt alle paar Sekunden automatisch Screenshots des aktiven Fensters auf und analysiert diese mit KI, um Texte, Objekte, Webseiten und Dokumente zu erkennen. Nutzer erhalten dadurch eine Art Zeitleiste, die sie nach bestimmten Aktionen durchsuchen können - etwa um die letzte Amazon-Bestellung zu finden. Microsoft hatte das Feature ursprünglich im Mai 2024 vorgestellt, musste es jedoch nach massiver Kritik überarbeiten und als Opt-in-Funktion neu konzipieren.
Wie Bleeping Computer berichtet, zeigt diese Entwicklung den wachsenden Widerstand der Entwicklergemeinschaft gegen Microsofts KI-gestützte Überwachungstechnologie. Die Kritik entzündete sich vor allem daran, dass Recall ursprünglich standardmäßig aktiviert werden sollte und sensible Daten wie Passwörter oder Kreditkarteninformationen hätte erfassen können.
Die Inspiration für diese Lösung kam von Signal, das bereits im Mai eine ähnliche Blockade implementiert hatte. Signal nutzt allerdings eine DRM-Flag, der sämtliche Screenshots verhindert - auch von Barrierefreiheits-Software wie Screenreadern. Braves Ansatz sei laut Shivan Kaul Sahib, Vice President für Datenschutz und Sicherheit, jenem von Signal überlegen, da er gezielt nur Recall blockiere, ohne andere wichtige Funktionen - wie erwähnt allen voran zu Barrierefreiheit - zu beeinträchtigen.
Auch AdGuard hat mit Version 7.21 eine "Disable Windows Recall"-Option in den Tracking-Schutz-Einstellungen integriert. Das Unternehmen argumentiert, dass die Idee von Hintergrund-Screenshots grundsätzlich beunruhigend sei, da das System jederzeit private Chat-Fenster, Online-Formulare mit Kreditkartendaten oder persönliche Inhalte erfassen könnte.
Bei Brave ist man dennoch skeptisch: "Wir denken, es ist von entscheidender Bedeutung, dass Ihre Browser-Aktivitäten in Brave nicht versehentlich in einer persistenten Datenbank landen, was besonders anfällig für Missbrauch in hochgradig datenschutzsensiblen Fällen wie häuslicher Gewalt ist."
Aktuell ist Recall nur auf Copilot+ PCs verfügbar, die über spezielle NPU-Chips (Neural Processing Units) verfügen. Diese sind notwendig, um die KI-Analyse der Screenshots lokal durchzuführen. Mit der Ausweitung auf den Europäischen Wirtschaftsraum und neuen Intel-Prozessoren mit verbesserter NPU wird die Funktion bald mehr Nutzer erreichen. Die Europäische Union hatte Microsoft bereits aufgefordert, Recall nicht ohne vorherige Prüfung einzuführen.
Was haltet ihr von diesem Datenschutz-Kampf zwischen Browser-Herstellern und Microsoft? Teilt eure Meinung zu Recall und den Schutzmaßnahmen in den Kommentaren mit!
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Siehe auch:
Brave blockiert Microsofts Recall standardmäßig
Brave Software hat angekündigt, dass der Browser künftig Microsofts umstrittenes Recall-Feature standardmäßig blockieren wird. Das Unternehmen begründet diesen Schritt mit seinem Fokus auf Datenschutz und der Tatsache, dass die komplette Browser-Historie der Nutzer auf dem Spiel stehe. "Angesichts Braves Fokus auf Datenschutz-maximierende Standardeinstellungen und dem, was hier auf dem Spiel steht (Ihre gesamte Browser-Historie), haben wir Recall für alle Brave-Tabs proaktiv deaktiviert", heißt es in einem Blogbeitrag dazu. Die neue Funktion soll mit der Brave-Version 1.81 am 5. August 2025 eingeführt werden.Recall nimmt alle paar Sekunden automatisch Screenshots des aktiven Fensters auf und analysiert diese mit KI, um Texte, Objekte, Webseiten und Dokumente zu erkennen. Nutzer erhalten dadurch eine Art Zeitleiste, die sie nach bestimmten Aktionen durchsuchen können - etwa um die letzte Amazon-Bestellung zu finden. Microsoft hatte das Feature ursprünglich im Mai 2024 vorgestellt, musste es jedoch nach massiver Kritik überarbeiten und als Opt-in-Funktion neu konzipieren.
Windows 11 Recall ausprobiert: das neue 'Killer-Feature' im Hands-On
Wie Bleeping Computer berichtet, zeigt diese Entwicklung den wachsenden Widerstand der Entwicklergemeinschaft gegen Microsofts KI-gestützte Überwachungstechnologie. Die Kritik entzündete sich vor allem daran, dass Recall ursprünglich standardmäßig aktiviert werden sollte und sensible Daten wie Passwörter oder Kreditkarteninformationen hätte erfassen können.
Technische Umsetzung durch Microsoft-API
Brave nutzt Microsofts eigene SetInputScope-API und setzt den Input-Scope auf IS_PRIVATE für alle Browser-Fenster. Diese Methode teilt Windows mit, dass der Inhalt nicht von Recall erfasst oder indexiert werden soll. Nutzer, die Recall dennoch verwenden möchten, können die Blockierung über die Browser-Einstellungen deaktivieren.Die Inspiration für diese Lösung kam von Signal, das bereits im Mai eine ähnliche Blockade implementiert hatte. Signal nutzt allerdings eine DRM-Flag, der sämtliche Screenshots verhindert - auch von Barrierefreiheits-Software wie Screenreadern. Braves Ansatz sei laut Shivan Kaul Sahib, Vice President für Datenschutz und Sicherheit, jenem von Signal überlegen, da er gezielt nur Recall blockiere, ohne andere wichtige Funktionen - wie erwähnt allen voran zu Barrierefreiheit - zu beeinträchtigen.
Auch AdGuard hat mit Version 7.21 eine "Disable Windows Recall"-Option in den Tracking-Schutz-Einstellungen integriert. Das Unternehmen argumentiert, dass die Idee von Hintergrund-Screenshots grundsätzlich beunruhigend sei, da das System jederzeit private Chat-Fenster, Online-Formulare mit Kreditkartendaten oder persönliche Inhalte erfassen könnte.
Microsofts überarbeitetes Recall
Microsoft betont allerdings, dass die Daten nicht in der Cloud, sondern ausschließlich lokal mit AES-256-Bit-Verschlüsselung gespeichert werden - Zugriff gibt es erst nach Authentifizierung per Fingerabdruck, Gesichtserkennung oder PIN. Zusätzlich werden keine Screenshots aufgenommen, wenn ein Passwort-Feld geöffnet ist, und Nutzer können bestimmen, welche Apps ausgenommen werden sollen.Bei Brave ist man dennoch skeptisch: "Wir denken, es ist von entscheidender Bedeutung, dass Ihre Browser-Aktivitäten in Brave nicht versehentlich in einer persistenten Datenbank landen, was besonders anfällig für Missbrauch in hochgradig datenschutzsensiblen Fällen wie häuslicher Gewalt ist."
Aktuell ist Recall nur auf Copilot+ PCs verfügbar, die über spezielle NPU-Chips (Neural Processing Units) verfügen. Diese sind notwendig, um die KI-Analyse der Screenshots lokal durchzuführen. Mit der Ausweitung auf den Europäischen Wirtschaftsraum und neuen Intel-Prozessoren mit verbesserter NPU wird die Funktion bald mehr Nutzer erreichen. Die Europäische Union hatte Microsoft bereits aufgefordert, Recall nicht ohne vorherige Prüfung einzuführen.
Was haltet ihr von diesem Datenschutz-Kampf zwischen Browser-Herstellern und Microsoft? Teilt eure Meinung zu Recall und den Schutzmaßnahmen in den Kommentaren mit!
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Zusammenfassung
- Brave Browser wird ab Version 1.81 Microsofts Recall-Feature blockieren
- Recall erstellt automatisch Screenshots und analysiert diese mit KI
- Signal und AdGuard blockieren ebenfalls die umstrittene Screenshot-Funktion
- Kritik richtet sich gegen mögliche Erfassung sensibler persönlicher Daten
- Microsoft betont die lokale Speicherung mit AES-256-Bit-Verschlüsselung
- Brave nutzt Microsofts eigene API zur gezielten Blockierung der Funktion
- Die Funktion ist derzeit nur auf Copilot+ PCs mit speziellen NPU-Chips verfügbar
Siehe auch:
- Signal erklärt Microsofts Recall mit einem cleveren Trick den Krieg
- Microsofts KI-Feature: Windows Recall jetzt für alle - außer Europa
- Microsoft startet kontroverses Windows Recall jetzt aber wirklich
- Windows Recall zeichnet Kreditkartendaten trotz Filter weiter auf
- Windows 11: Umstrittene Neuerung Recall jetzt auch für AMD & Intel
Thema:
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