Microsofts KI-Feature: Windows Recall jetzt für alle - außer Europa

Windows Recall ist nach fast einem Jahr Verzögerung ab sofort für Copilot+ PCs verfügbar. Die umstrittene KI-Funktion macht au­to­ma­tisch Screenshots vom Desktop, um vergangene Aktivitäten durch­suchbar zu machen. Microsoft hat auf Kritik reagiert und die Spei­che­rung überarbeitet.
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Nach Datenschutzbedenken wieder verfügbar

Microsoft hat die umstrittene KI-Funktion Windows Recall nach fast einem Jahr Verspätung nun offiziell für Copilot+ PCs freigegeben. Das ursprünglich bereits im Mai 2024 angekündigte Windows-11-Feature war wegen erheblicher Datenschutz- und Sicherheitsbedenken mehrfach verschoben worden.

Wie das Unternehmen in einem Blogbeitrag mitteilte, wird die Funktion im Rahmen des April-Updates 2025 für Windows 11 ausgerollt - allerdings zunächst nicht im Europäischen Wirtschaftsraum. Zuvor wurde die KI bereits im Release Preview Channel erprobt.

Windows 11 Recall ausprobiert: das neue 'Killer-Feature' im Hands-On

Recall erstellt in regelmäßigen Abständen automatisch Screenshots vom Desktop und speichert diese in einer lokalen Datenbank. Mithilfe von KI-Technologie können Nutzer später anhand von Stichworten vergangene Aktivitäten, geöffnete Webseiten, Dokumente oder Bilder wiederfinden. Die Verarbeitung erfolgt dabei auf dem Gerät selbst über die Neural Processing Unit (NPU), die in allen Copilot+ PCs verbaut ist.

Mehr Kontrolle für Nutzer nach Kritik

Nach massiver Kritik hat Microsoft die Funktion grundlegend überarbeitet. Während Recall ursprünglich standardmäßig aktiviert sein sollte, müssen Nutzer nun explizit zustimmen (Opt-in). Zudem wurden die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt: Die gespeicherten Daten werden lokal verschlüsselt und der Zugriff ist nur nach Authentifizierung über Windows Hello möglich - sei es per Gesichtserkennung, Fingerabdruck oder PIN.

"Recall-Daten werden lokal auf Ihrem Gerät verarbeitet, das bedeutet, sie werden nicht in die Cloud gesendet und nicht mit Microsoft geteilt und Microsoft wird Ihre Daten nicht an Dritte weitergeben", so Navjot Virk, Corporate Vice President Windows Experiences. Wer die Funktion gar nicht haben möchte, kann sie komplett aus dem System entfernen. Dazu muss in der Windows-Suche das Menü "Windows-Features aktivieren oder deaktivieren" aufgerufen werden.

Technische Hintergründe zur Datenspeicherung

Die Recall-Funktion nutzt eine spezielle Datenbank, um die Screenshots und zugehörigen Metadaten zu verwalten. Diese Datenbank wird mit einer AES-256-Bit-Verschlüsselung gesichert - gängiger Standard für sensible Daten. Nutzer können in den Einstellungen festlegen, wie lange die Daten aufbewahrt werden sollen - von 14 Tagen bis zu sechs Monaten. Zudem lassen sich bestimmte Anwendungen von der Erfassung ausschließen, etwa Banking-Apps oder andere sensible Programme.

Sicherheitsexperten hatten im Vorfeld kritisiert, dass die automatische Screenshot-Erstellung potenziell vertrauliche Informationen wie Passwörter oder persönliche Nachrichten erfassen könnte. Microsoft hat darauf reagiert, indem die Funktion nun erkennt, wenn Passwortfelder ausgefüllt werden, und in solchen Momenten keine Screenshots erstellt.

Was haltet ihr von Windows Recall? Würdet ihr die Funktion nutzen oder überwiegen für euch die Datenschutzbedenken? Teilt eure Meinung in den Kommentaren!

Zusammenfassung
  • Microsoft gibt Windows Recall für Copilot+ PCs nach Verzögerung frei
  • Recall erstellt und speichert automatisch verschlüsselte Screenshots
  • Nutzer müssen der Funktion explizit zustimmen (Opt-in-Verfahren)
  • Verarbeitung erfolgt lokal auf dem Gerät mittels Neural Processing Unit
  • Daten werden nicht in die Cloud gesendet oder mit Dritten geteilt
  • Aufbewahrungsdauer und Ausschluss bestimmter Apps sind einstellbar
  • Für den Europäischen Wirtschaftsraum gibt es noch keinen Zeitplan

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