Windows Recall zeichnet Kreditkartendaten trotz Filter weiter auf

Microsoft hat die umstrittene neue Funktion Recall nach langen Verzögerungen seit Kurzem wieder in einer Vorschau verfügbar gemacht. Eigentlich hatte man zugesichert, dass Kreditkartendaten nicht von Recall erfasst werden sollen. Dies ist aber wohl weiter der Fall.
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Eigentlich hat Recall einen (optionalen) Filter

Wie Notebook-Spezialist Avram Pilch von Toms Hardware bei seinen Tests neuer "Copilot+ PCs" mit Windows 11 herausfand, erfasst Recall noch immer Kreditkartendaten und andere äußerst persönliche Daten des Nutzers. Dabei spielt es offenbar keine Rolle, ob man den durchaus vorhandenen Filter aktiviert hat, der eigentlich eine Aufzeichnung derartiger Daten verhindern soll.

Zwar werden die Kreditkartendaten und anderen persönlichen Informationen wie etwa Sozialversicherungsnummern nicht grundsätzlich gespeichert, der Filter erfüllt seine Funktion aber nicht zuverlässig. Selbst wenn der jeweilige Text eindeutig mit einer daneben befindlichen Anmerkung, dass es sich um eine Visa-Karte handele, versehen wurde, erfasste Recall die Kreditkartendaten in den meisten Fällen in Pilchs Tests trotzdem.
Windows Recall: Datenschutzfilter funktioniert kaumIn PDFs ignoriert Recall schützenswerte Daten ... Windows Recall: Datenschutzfilter funktioniert kaum... genauso wie in Notepad (Bildquelle: Future Plc

Microsofts Filter funktioniert nur bei Websites

Pilch stellte fest, dass der Filter offenbar nur bei Websites und deren Bezahlfunktionen auslöste und die Seiten für die Eingabe von Kreditkartendaten von Recall nicht abgespeichert wurden. Handelt es sich aber um eine Textdatei oder ein anderes Dokument abseits des Browsers, an denen man Kreditkartendaten ablegt, nimmt Recall darauf trotz aktiviertem Privatsphäre-Filter laut den Tests des Journalisten keine Rücksicht.

Während Recall also im Web durchaus in der Lage ist, geheimhaltungswürdige Informationen herauszufiltern, gelingt dies in den meisten anderen Dokumenten nicht. Microsoft habe auf eine Anfrage zu dem Thema mit einem Verweis auf seine Versprechen, die Recall-Funktion und damit auch deren Datenschutz weiter zu verbessern.

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Microsoft verweist auf Preview & bittet um Feedback

Wer während der Preview-Phase feststelle, dass persönliche Daten in einer App erfasst werden, in der dies definitiv nicht der Fall sein sollte, könne dies jederzeit über Microsofts Feedback-Portal melden. Die Entwickler würden dann entsprechende Anpassungen vornehmen, um die Daten der Nutzer zu schützen.

Recall speichert die erfassten Daten grundsätzlich zwar inzwischen nur noch in verschlüsselter Form und verlangt immer eine Identifikation des Nutzers mittels Windows Hello. Dennoch könnten durch die Missachtung der Filtervorgabe oder eine mangelnde Funktionsfähigkeit des Privatsphäre-Filters Datenschutzrisiken entstehen.

Natürlich kann man dabei auch argumentieren, dass die von Recall gespeicherten Daten in Form der von dem Programm erfassten Screenshots, die dann per Bild- und Texterkennung für die Durchsuchbarkeit per KI aufbereitet werden, ohnehin nur lokal gespeichert und unter Zuhilfenahme von Windows Hello geschützt abgelegt werden.

Sollte ein Angreifer Zugriff auf den jeweiligen PC erlangen und dabei auch die PIN für die Anmeldung über Windows Hello nutzen können, wären durch die bei Recall in bestimmten Fällen abseits des Webbrowsers trotz aktiviertem Filter gespeicherten Kreditkartendaten ohnehin leicht abzugreifen. Es ist dennoch fraglich, weshalb es Microsoft nach all der Aufregung um die Unsicherheit von Recall keine einwandfreie Funktion seines Filters gewährleisten kann.

Zusammenfassung
  • Microsofts Recall-Funktion erfasst weiterhin Kreditkartendaten
  • Privatsphäre-Filter funktioniert nicht zuverlässig außerhalb des Browsers
  • Persönliche Daten in Textdateien werden trotz Filter aufgezeichnet
  • Microsoft verweist auf Verbesserungen und Feedback-Möglichkeiten
  • Daten werden verschlüsselt gespeichert, Risiken bleiben aber bestehen
  • Windows Hello schützt Zugriff, verhindert aber nicht Datenspeicherung
  • Einwandfreie Filterfunktion trotz vorheriger Kritik nicht gewährleistet

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