Cam-Pirat wurde im Kino auf Basis des Kamerawinkels geschnappt
Es sind die ersten Piraterie-Versionen, die auf einschlägigen Seiten auftauchen, gemeint sind die sogenannten Cam-Versionen - also mit Kamera aufgenommene Kinofilme. Es ist alles andere als einfach, die Verantwortlichen zu schnappen, in Indien gelang das in einem Fall auf clevere Weise.
In Indien ist derartiges Abfilmen besonders populär, das entspricht auch der Größe der dortigen Filmindustrie, die bekanntermaßen als Bollywood bezeichnet wird und als größte der Welt gilt. Nach Druck der westlichen Filmindustrie hat Indien im vergangenen Jahr seine Gesetze dazu verschärft und das bedeutet, dass jeder, der in einem Kino ohne Erlaubnis Filme aufnimmt, mit einer dreijährigen Gefängnisstrafe rechnen muss.
Die überarbeiteten Bestimmungen haben das Thema Cam-Piraterie auch wesentlich höher auf die Prioritätenliste der lokalen Behörden gesetzt und das erklärt auch, warum die Ermittler immer besser werden. Denn laut einem Bericht von TorrentFreak konnte die Polizei in der südindischen Stadt Ernakulam einen Erfolg feiern und einen 33-jährigen Cam-Piraten verhaften.
Interessant ist vor allem das Wie der Verhaftung: Denn die Produzenten des Filmes "Guruvayoor Ambalanadayil" benachrichtigten die Behörden, dass der im Mai veröffentlichte Filme online aufgetaucht ist. Mithilfe "forensischer Wasserzeichen" konnte das Kino bestimmt werden, wo der Streifen abgefilmt wurde. Danach endete aber die Spur, da das betroffene Filmtheater keine Überwachungskameras installiert hatte, die bei der Aufklärung hätten helfen können.
Doch die Ermittler gaben nicht auf und konnten mithilfe des Kamerawinkels und der Position der anderen Sitze ermitteln, auf welchem Platz (bzw. mehreren möglichen) der Pirat gesessen hat. Mithilfe der Ticketdaten konnten die Behörden dann eine Telefonnummer eingrenzen, die mehrfach eingesetzt wurde, um Premieren-Tickets zu kaufen.
Man wartete, bis der Pirat mit dieser Nummer das nächste Mal eine Karte kaufte und legte sich auf die Lauer. Und tatsächlich konnte der 33-Jährige auf frischer Tat, also beim Abfilmen, erwischt und verhaftet werden. Freilich schnappte man hier sicherlich nur einen kleinen Fisch, denn nach Polizeiangaben wurde der Mann von Dritten mit umgerechnet 55 Euro pro Film bezahlt, um (mit einem iPhone 15) Cam-Aufnahmen durchzuführen.
Siehe auch:
- Cam-Versionen sind aufgenommene Kinofilme aus dem Saal
- Technologischer Fortschritt macht Camming immer unauffälliger
- Indien verschärft Gesetze gegen unerlaubtes Filmen in Kinos
- Dreijährige Haftstrafen für das Camming in Indien festgelegt
- Erfolgreiche Verhaftung eines Cam-Piraten in Ernakulam
- Forensische Wasserzeichen halfen, das aufnehmende Kino zu identifizieren
- Ermittlungen nutzen Sitzposition und Ticketdaten für die Festnahme
Camming ist schwer zu entdecken
Camming bzw. sogenannte Cam-Versionen werden immer besser, das liegt vor allem daran, dass die zum Abfilmen verwendeten Geräte immer kleiner und gleichzeitig leistungsstärker werden. Die Filmpiraten haben auch längst Methoden entwickelt, wie man sie nicht ohne Weiteres im Kinosaal entdecken kann, weil ein rotes Licht oder ein Smartphone-Display dauerhaft eingeschaltet ist.In Indien ist derartiges Abfilmen besonders populär, das entspricht auch der Größe der dortigen Filmindustrie, die bekanntermaßen als Bollywood bezeichnet wird und als größte der Welt gilt. Nach Druck der westlichen Filmindustrie hat Indien im vergangenen Jahr seine Gesetze dazu verschärft und das bedeutet, dass jeder, der in einem Kino ohne Erlaubnis Filme aufnimmt, mit einer dreijährigen Gefängnisstrafe rechnen muss.
Die überarbeiteten Bestimmungen haben das Thema Cam-Piraterie auch wesentlich höher auf die Prioritätenliste der lokalen Behörden gesetzt und das erklärt auch, warum die Ermittler immer besser werden. Denn laut einem Bericht von TorrentFreak konnte die Polizei in der südindischen Stadt Ernakulam einen Erfolg feiern und einen 33-jährigen Cam-Piraten verhaften.
Interessant ist vor allem das Wie der Verhaftung: Denn die Produzenten des Filmes "Guruvayoor Ambalanadayil" benachrichtigten die Behörden, dass der im Mai veröffentlichte Filme online aufgetaucht ist. Mithilfe "forensischer Wasserzeichen" konnte das Kino bestimmt werden, wo der Streifen abgefilmt wurde. Danach endete aber die Spur, da das betroffene Filmtheater keine Überwachungskameras installiert hatte, die bei der Aufklärung hätten helfen können.
Doch die Ermittler gaben nicht auf und konnten mithilfe des Kamerawinkels und der Position der anderen Sitze ermitteln, auf welchem Platz (bzw. mehreren möglichen) der Pirat gesessen hat. Mithilfe der Ticketdaten konnten die Behörden dann eine Telefonnummer eingrenzen, die mehrfach eingesetzt wurde, um Premieren-Tickets zu kaufen.
Man wartete, bis der Pirat mit dieser Nummer das nächste Mal eine Karte kaufte und legte sich auf die Lauer. Und tatsächlich konnte der 33-Jährige auf frischer Tat, also beim Abfilmen, erwischt und verhaftet werden. Freilich schnappte man hier sicherlich nur einen kleinen Fisch, denn nach Polizeiangaben wurde der Mann von Dritten mit umgerechnet 55 Euro pro Film bezahlt, um (mit einem iPhone 15) Cam-Aufnahmen durchzuführen.
Siehe auch:
- Seltsame Explosion: YouTube wird von Piraterie-Filmen überschwemmt
- "Bitte keine Piraterie-Filme mehr ausstrahlen": Ghana warnt TV-Sender
- Fußball-EM: UEFA kämpft gegen Piraterie - mit begrenztem Erfolg
- Immer mehr greifen zu Piraterie, weil ihnen Streaming "zu teuer" ist
- Filmindustrie startet neuen Großangriff auf Piraterie-Webseiten
Thema:
Witold PryjdaSenior Redakteur
Seit 1996 im Journalismus, ausgebildet an der Österreichischen Medienakademie. Sein Spektrum reicht von Robotern und KI über E-Autos bis zur Militärtechnik.
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