Filmindustrie startet neuen Großangriff auf Piraterie-Webseiten
Piraterie ist seit einiger Zeit wieder auf dem Vormarsch, vor allem im Bereich von Filmen und Serien wird deutlich mehr illegal heruntergeladen. Die Motion Picture Association will deshalb wieder in die Offensive gehen und Piraterie-Webseiten aggressiv blocken (lassen).
Bei Filmen und Serien gab und gibt es seit Jahren eine starke Fragmentierung, dazu kommen auch regelmäßige Preiserhöhungen. In der Praxis bedeutet das, dass viele Nutzer sich nicht alle Dienste leisten können oder wollen und wieder verstärkt zu illegalen Quellen greifen.
Dies weiß man auch bei der Motion Picture Association (MPA), doch natürlich kann die Hollywood-Branchenvereinigung ihre Mitglieder nicht dazu zwingen, einen gemeinsamen Streaming-Dienst aufzuziehen, auch wenn das im Sinne der Kunden wäre. Also greift man auf "bewährte" Methoden zurück und will Piraterie wieder mit harter Hand bekämpfen.
Die Lösung ist laut Rivkin einfach: Sperren. "Site-Blocking ist eine gezielte, legale Taktik, um die Verbindung zwischen digitalen Piraten und ihrem Zielpublikum zu unterbrechen", sagte der MPA-Chef. Es ist nicht das erste Mal, dass man es auf diesem Weg versucht, bereits 2012 wollte man ein ähnliches Gesetz auf den Weg bringen, den sogenannten Stop Online Piracy Act (SOPA). Dieses Vorhaben scheiterte jedoch, weil viele befürchteten, dass dadurch die Meinungsfreiheit eingeschränkt würde.
Davon will Rivkin aber nichts mehr hören und wärmt das Vorhaben kurzerhand auf: "Damals hörten wir Bedenken, dass das Sperren von Websites die freie Meinungsäußerung unterdrücken könnte. Aber auch hier hat die Praxis bewiesen, dass diese düsteren Vorhersagen falsch waren. Beispiele für Verstöße gegen die freie Meinungsäußerung gibt es praktisch nicht."
Gegenüber The Verge widersprach Katharine Trendacosta von der Electronic Frontier Foundation dieser Aussage allerdings scharf und meinte: "Es ist grundfalsch, wenn die MPA in einem Atemzug behauptet, den ersten Verfassungszusatz ernst zu nehmen, und im nächsten Atemzug die Meinungsfreiheit so vieler anderer bedroht."
Siehe auch:
Piraterie wieder auf dem Vormarsch
Mit der steigenden Popularität von Streaming-Diensten ist die Piraterie stark zurückgegangen. Das ist im Musikbereich immer noch so, denn schließlich bekommt man bei den großen Diensten eigentlich alles, was man benötigt - Unterschiede gibt es hier weniger im Angebot, sondern bei Interface und auch Qualität.Bei Filmen und Serien gab und gibt es seit Jahren eine starke Fragmentierung, dazu kommen auch regelmäßige Preiserhöhungen. In der Praxis bedeutet das, dass viele Nutzer sich nicht alle Dienste leisten können oder wollen und wieder verstärkt zu illegalen Quellen greifen.
Dies weiß man auch bei der Motion Picture Association (MPA), doch natürlich kann die Hollywood-Branchenvereinigung ihre Mitglieder nicht dazu zwingen, einen gemeinsamen Streaming-Dienst aufzuziehen, auch wenn das im Sinne der Kunden wäre. Also greift man auf "bewährte" Methoden zurück und will Piraterie wieder mit harter Hand bekämpfen.
Das Jahr 2012 hat angerufen
Denn in seiner "State of the Industry"-Ansprache auf der CinemaCon 2024 sagte MPA-CEO Charles Rivkin, dass die Filmindustrie intensiv mit dem US-Kongress zusammenarbeiten will, um Gesetze auf den Weg zu bringen, die Websperren und Seitenblockaden erleichtern sollen. Die Forderung ist nicht unbedingt neu, allerdings bescherte der Streaming-Boom der Industrie zuletzt einen Geldregen - doch dieser versiegt langsam.Die Lösung ist laut Rivkin einfach: Sperren. "Site-Blocking ist eine gezielte, legale Taktik, um die Verbindung zwischen digitalen Piraten und ihrem Zielpublikum zu unterbrechen", sagte der MPA-Chef. Es ist nicht das erste Mal, dass man es auf diesem Weg versucht, bereits 2012 wollte man ein ähnliches Gesetz auf den Weg bringen, den sogenannten Stop Online Piracy Act (SOPA). Dieses Vorhaben scheiterte jedoch, weil viele befürchteten, dass dadurch die Meinungsfreiheit eingeschränkt würde.
Davon will Rivkin aber nichts mehr hören und wärmt das Vorhaben kurzerhand auf: "Damals hörten wir Bedenken, dass das Sperren von Websites die freie Meinungsäußerung unterdrücken könnte. Aber auch hier hat die Praxis bewiesen, dass diese düsteren Vorhersagen falsch waren. Beispiele für Verstöße gegen die freie Meinungsäußerung gibt es praktisch nicht."
Gegenüber The Verge widersprach Katharine Trendacosta von der Electronic Frontier Foundation dieser Aussage allerdings scharf und meinte: "Es ist grundfalsch, wenn die MPA in einem Atemzug behauptet, den ersten Verfassungszusatz ernst zu nehmen, und im nächsten Atemzug die Meinungsfreiheit so vieler anderer bedroht."
Zusammenfassung
- Piraterie bei Filmen und Serien nimmt wieder zu
- Motion Picture Association plant aggressive Webseiten-Blockaden
- Musik-Streaming-Dienste erfolgreich, Film-/Serienbereich fragmentiert
- MPA will mit US-Kongress Gesetze für Websperren vorantreiben
- Rivkin sieht Site-Blocking als legale Taktik gegen Piraterie
- EFF kritisiert MPA-Aussagen zur Meinungsfreiheit als grundfalsch
Siehe auch:
- "Piraterie in kolossalem Ausmaß": Nintendo verklagt Switch-Emulator
- Reddit muss IP-Adressen von Piraten nicht herausgeben, so Gericht
- Netflix: Piraterie wird immer größer und schwerer zu bekämpfen
- Streaming sollte Piraterie besiegen - erreicht wurde das Gegenteil
- Piraterie: Diese Serien führten die Charts 2023 an - Netflix nicht dabei
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