Endgültiger Killer für Werbeblocker? Manifest V3 startet in Chrome

Werbeblocker in Google Chrome werden in Zukunft deutlich weniger effektiv sein, denn ab sofort startet das neue Manifest V3. Das System, mit dem die Erweiterungen im Browser laufen, schränkt vor allem Werbeblocker deutlich ein. Laut Google aus Sicherheitsgründen.
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Chrome schränkt Erweiterungen ein

Jetzt bekommen Nutzer auch direkt im Chrome-Browser die Auswirkungen von Googles Vorhaben zu spüren, mehr Geld über Werbung einzunehmen. Denn wie wir bereits im März berichten konnten, startet ab sofort die Einführung von Manifest V3.

Dabei handelt es sich um das System, mit dem die Browser-Erweiterungen in Chrome funktionieren. Die neue Version ist dabei deutlich limitierender als Manifest V2. Vor allem Erweiterungen wie Werbeblocker, die den Datenverkehr des Browsers mit den besuchten Websites überwachen und modifizieren können, werden dadurch stark eingeschränkt.


Mittlerweile existieren zwar Versionen der meisten Werbeblocker unter Manifest V3 wie etwa uBlock Origin Lite, doch das Lite verrät schon, dass diese Version nicht mehr den gleichen Funktionsumfang und Schutz vor Werbung bietet, wie die Version unter Manifest V2.

Alles aufgrund der Sicherheit

Google begründet das Update des Systems und die damit einhergehenden Einschränkungen mit einer "Verbesserung der Sicherheit, des Datenschutzes, der Leistung und der Vertrauenswürdigkeit des Erweiterungsökosystems".

Andere Gruppen und Akteure sehen das jedoch komplett anders. So schreibt die Electronics Frontier Foundation (EFF) etwa, Manifest V3 sei "hinterlistig und bedrohlich". In einem Artikel auf der Webseite der EEF wird ausführlich dargelegt, warum das neue System die Sicherheit nicht verbessert. Infografik Browsermarkt: Der steile Aufstieg von Google ChromeBrowsermarkt: Der steile Aufstieg von Google Chrome Auch das Team von Firefox sieht das ähnlich. Dennoch will man Manifest V3 im Firefox unterstützen, um eine Kompatibilität aller Erweiterungen über beide Browser hinweg zu gewährleisten. Manifest V2 soll aber auch weiterhin vom Firefox unterstützt werden.

Der Zeitplan

Ab Anfang nächster Woche sollen Nutzer von Chrome dann Warnhinweise erhalten, falls sie Manifest V2-Erweiterungen nutzen. "Im Verlauf der nächsten Monate" werden entsprechende Erweiterungen Schritt für Schritt abgeschaltet. Spätestens dann müssen sich Nutzer also nach alternativen Extensions umsehen oder gleich ganz den Browser wechseln.

Google gegen Adblocker

Google machte letztes Jahr über zwei Drittel seines Umsatzes mit Werbung über die Suche, YouTube, Network Ads und anderen Stellen. Kein Wunder also, dass der Konzern weiterhin massiv gegen Werbeblocker vorgeht. In den letzten Monaten traf es vor allem YouTube. Drittanbieter-Apps wurden eingeschränkt und es ist in Planung Werbung zu zeigen, wenn Zuschauer die Wiedergabe pausieren. Auch springen Videos für einige Nutzer von Adblockern seit Kurzem direkt nach dem Start ans Ende.

Zusammenfassung
  • Nutzer spüren direkt im Chrome-Browser Googles Vorhaben, mehr Geld zu verdienen
  • Einführung von Manifest V3 startet, das System für Browser-Erweiterungen
  • Manifest V3 ist deutlich limitierter als Manifest V2, vor allem für Werbeblocker
  • uBlock Origin Lite und andere Werbeblocker bieten weniger Schutz als zuvor
  • Google begründet Wechsel mit Verbesserungen bei Sicherheit und Datenschutz
  • Electronics Frontier Foundation sieht Manifest V3 als bedrohlich und hinterlistig
  • Firefox unterstützt Manifest V3, behält aber auch Unterstützung für Manifest V2
  • Nutzer erhalten ab nächster Woche Warnhinweise bei Nutzung von Manifest V2
  • Betroffene Erweiterungen werden in den nächsten Monaten abgeschaltet

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