Facebook bezahlt Neonazi-Unterstützer und Impfgegner für Rage-Bait
Der Konzern Meta bezahlt über sein Monetarisierungsprogramm gezielt Betreiber rechtsextremer Facebook-Seiten. Trotz strenger Richtlinien fließen hohe Summen an Konten, die Hassrede und gefährliche Falschinformationen im Netz verbreiten.
Im Jahr 2025 schüttete der Konzern weltweit knapp drei Milliarden US-Dollar (etwa 2,6 Milliarden Euro) an rund 16,2 Millionen Konten aus. Die Teilnahme an dem Programm erfolgt ausschließlich auf Einladung durch den Plattformbetreiber. Obwohl die internen Richtlinien des Unternehmens die Monetarisierung von irreführenden medizinischen Behauptungen oder sensiblen gesellschaftlichen Themen eigentlich einschränken, rutschen regelmäßig problematische Profile durch das Raster.
Wie der australische Sender ABC in einem Bericht offenlegt, gehört zu den Profiteuren unter anderem Hugo Lennon, ein rechter Agitator mit Verbindungen in die Neonazi-Szene. Er verdient seit September 2025 an seinen Videos, in denen er rassistische Parolen verbreitet. Auch die rechtsextreme Nachrichtenseite The Noticer generiert über Facebook weiterhin Einnahmen, obwohl sie auf anderen Plattformen wegen Hassrede längst gesperrt ist.
Zusätzlich listet die Untersuchung die Gründerin einer Anti-Impf-Initiative auf. Sie nutzt das Programm, um Reichweite für medizinische Falschinformationen zu generieren und gleichzeitig fragwürdige Strahlenschutz-Armbänder zu bewerben. Auch eine Seite, die für eine einwanderungsfeindliche Gruppierung wirbt, wurde Ende 2025 offiziell für die Werbeeinnahmen freigeschaltet. Genaue Summen, die an die einzelnen Akteure geflossen sind, hält der Technologiekonzern jedoch unter Verschluss.
Forscher bemängeln zudem, dass das finanzielle Modell des Netzwerks vor allem auf Interaktion ausgelegt ist. Dabei sind Wut und Empörung die verlässlichsten Treiber für hohe Klickzahlen. Durch die finanzielle Belohnung solcher Inhalte wird die Produktion von extremistischem Material nicht nur geduldet, sondern aktiv gefördert. Es handelt sich um eine bewusste Strategie, um Nutzer möglichst lange auf der Plattform zu halten.
Meta selbst verteidigt das Vorgehen teilweise. Der Konzern verweist auf bestehende Regeln, an die sich alle Teilnehmer halten müssen. Gleichzeitig betont das Unternehmen, es sei nicht seine Aufgabe, anstößige Äußerungen zu kontrollieren, solange das Material nicht zu realer Gewalt führt. Zwar zeigt Meta im Vergleich zu anderen Netzwerken mehr Transparenz bei den Auszahlungen, die Durchsetzung der eigenen Standards bleibt jedoch mangelhaft.
Sollten soziale Netzwerke stärker für die von ihnen monetarisierten Inhalte haften oder greift das zu sehr in die Meinungsfreiheit ein? Teilt eure Gedanken dazu gerne mit uns in den Kommentaren!
Geld für fragwürdige Inhalte
Der Social-Media-Konzern Meta bezahlt über sein geschlossenes Monetarisierungsprogramm offenbar gezielt Betreiber von Facebook-Seiten, die extremistische Inhalte verbreiten. Seit Ende 2025 fließen etwa Gelder an australische weiße Nationalisten, rechtsextreme Gruppierungen sowie Verbreiter von medizinischen Falschinformationen. Das Programm soll Schöpfern von Inhalten eine Umsatzbeteiligung bieten, belohnt in der Praxis jedoch oft Beiträge, die durch Provokation eine hohe Reichweite erzielen.Im Jahr 2025 schüttete der Konzern weltweit knapp drei Milliarden US-Dollar (etwa 2,6 Milliarden Euro) an rund 16,2 Millionen Konten aus. Die Teilnahme an dem Programm erfolgt ausschließlich auf Einladung durch den Plattformbetreiber. Obwohl die internen Richtlinien des Unternehmens die Monetarisierung von irreführenden medizinischen Behauptungen oder sensiblen gesellschaftlichen Themen eigentlich einschränken, rutschen regelmäßig problematische Profile durch das Raster.
Wie der australische Sender ABC in einem Bericht offenlegt, gehört zu den Profiteuren unter anderem Hugo Lennon, ein rechter Agitator mit Verbindungen in die Neonazi-Szene. Er verdient seit September 2025 an seinen Videos, in denen er rassistische Parolen verbreitet. Auch die rechtsextreme Nachrichtenseite The Noticer generiert über Facebook weiterhin Einnahmen, obwohl sie auf anderen Plattformen wegen Hassrede längst gesperrt ist.
Zusätzlich listet die Untersuchung die Gründerin einer Anti-Impf-Initiative auf. Sie nutzt das Programm, um Reichweite für medizinische Falschinformationen zu generieren und gleichzeitig fragwürdige Strahlenschutz-Armbänder zu bewerben. Auch eine Seite, die für eine einwanderungsfeindliche Gruppierung wirbt, wurde Ende 2025 offiziell für die Werbeeinnahmen freigeschaltet. Genaue Summen, die an die einzelnen Akteure geflossen sind, hält der Technologiekonzern jedoch unter Verschluss.
Kritik an Metas Strategie
Experten für die Analyse von sozialen Netzwerken sehen den Plattformbetreiber in der direkten Verantwortung. Da das Unternehmen vertragliche Beziehungen mit den Seitenbetreibern eingeht und Tantiemen auszahlt, macht es sich zu einem Geschäftspartner dieser Akteure und damit auch mehr oder weniger zu einem direkten Unterstützer. Die Auswertung der Rohdaten zu den Auszahlungen zeigt, dass regelmäßig Konten profitieren, die offensichtlich und bewusst gegen die Nutzungsbedingungen verstoßen.Forscher bemängeln zudem, dass das finanzielle Modell des Netzwerks vor allem auf Interaktion ausgelegt ist. Dabei sind Wut und Empörung die verlässlichsten Treiber für hohe Klickzahlen. Durch die finanzielle Belohnung solcher Inhalte wird die Produktion von extremistischem Material nicht nur geduldet, sondern aktiv gefördert. Es handelt sich um eine bewusste Strategie, um Nutzer möglichst lange auf der Plattform zu halten.
Meta selbst verteidigt das Vorgehen teilweise. Der Konzern verweist auf bestehende Regeln, an die sich alle Teilnehmer halten müssen. Gleichzeitig betont das Unternehmen, es sei nicht seine Aufgabe, anstößige Äußerungen zu kontrollieren, solange das Material nicht zu realer Gewalt führt. Zwar zeigt Meta im Vergleich zu anderen Netzwerken mehr Transparenz bei den Auszahlungen, die Durchsetzung der eigenen Standards bleibt jedoch mangelhaft.
Sollten soziale Netzwerke stärker für die von ihnen monetarisierten Inhalte haften oder greift das zu sehr in die Meinungsfreiheit ein? Teilt eure Gedanken dazu gerne mit uns in den Kommentaren!
Zusammenfassung
- Meta zahlt Geld an Betreiber von fragwürdigen Facebook-Seiten
- Rechtsextreme und Verbreiter von Falschmeldungen profitieren
- Das Monetarisierungsprogramm belohnt provokante Beiträge enorm
- Im Jahr 2025 flossen weltweit rund drei Milliarden US-Dollar
- Kritiker werfen Meta vor extremistisches Material zu fördern
- Der Konzern verweist auf Regeln und weist die Kritik zurück
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