Kabel-TV nicht mehr über Miete:
Vodafone klemmt erste Haushalte ab

In nächster Zeit dürften sich Meldungen häufen, nach denen Ver­brau­cher plötzlich ohne Fernsehempfang dastehen. Denn nach einer Ge­set­zes­än­de­rung stellt Vodafone inzwischen die Versorgung erster Haushalte ein.
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Privater Vertrag nötig

Betroffen sind grundsätzlich Mieter, bei denen der Empfang von Kabelfernsehen quasi zur Wohnung gehörte: Der Vermieter unterhielt hier einen Vertrag mit einem Anbieter und rechnete die Gebühren hierfür über die Nebenkosten ab. Dies dürfen sie aber ab dem 1. Juli nicht mehr tun, was der Tatsache Rechnung trägt, dass immer mehr Verbraucher keinen Kabelfernsehanschluss wollen, weil sie lieber Streamingdienste und andere Online-Angebote nutzen.

Vor dem Hintergrund dieser Änderung haben viele Vermieter ihre Verträge mit Vodafone gekündigt. Wer nun nicht als Mieter einen eigenen Vertrag abschließt, wird eben keine Programme über den Kabelanschluss mehr bekommen. Und das soll bei den ersten Nutzern inzwischen der Fall sein, wie aus einem Bericht der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) hervorgeht.


Vodafone hatte demnach ursprünglich angekündigt, dass niemand befürchten müsse, aufgrund der Änderungen vom Fernsehempfang abgeklemmt zu werden. In der Praxis sieht das nun aber anders aus. "Wird Kabelfernsehen genutzt, ohne dass ein Vertrag besteht, liegt eine ungerechtfertigte Nutzung vor", wird Konzernsprecher Helge Buchheister zitiert. "Wir behalten uns deshalb vor, Kabelanschlüsse auch zu sperren. Und tun dies auch."

Millionen Nutzer betroffen

Aktuell bekommen etwa 12 Millionen Verbraucher Fernsehprogramme über das TV-Kabelnetz Vodafones bereitgestellt. Diejenigen, die dabei über Sammelverträge der Vermieter versorgt wurden, stellen mit 8,5 Millionen sogar die Mehrheit dar. Aufgrund des Wegfalls des Nebenkostenprivilegs gingen dem Anbieter auch schon rund 630.000 Kunden komplett verloren.

Damit die Situation nicht völlig eskaliert und am Ende viele Nutzer ohne Fernsehen und Vodafone ohne Kunden dasteht, versucht der Konzern aber auch selbst tätig zu werden. Dabei beschränkt er sich nicht nur auf Werbung bei den betroffenen Mietern. Gerade ist dem Unternehmen ein Abkommen mit dem Wohnungskonzern Vonovia gelungen. Hier bekommen die Mieter durch die Vermittlung über ihren Vermieter das Kabel-Abo günstiger. Für Vodafone geht es hier um 120.000 Haushalte und man konnte den vorherigen Vonovia-Partner Deutsche Telekom aus dem Rennen werfen.

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Zusammenfassung
  • Verbraucher könnten bald ohne Fernsehempfang dastehen
  • Gesetzesänderung führt zur Einstellung der Versorgung durch Vodafone
  • Mieter betroffen, deren Vermieter Kabelfernsehen über Nebenkosten abrechneten
  • Ab 1. Juli dürfen Vermieter keine Kabelgebühren mehr über Nebenkosten abrechnen
  • Mieter müssen eigene Verträge abschließen, um weiterhin Kabelfernsehen zu empfangen
  • Vodafone sperrt Kabelanschlüsse bei ungerechtfertigter Nutzung
  • 12 Mio. Verbraucher nutzen Vodafones TV-Kabelnetz, 8,5 Mio. über Sammelverträge
  • Wegfall des Nebenkostenprivilegs führt zu Verlust vieler Kunden für Vodafone

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