Vodafone beschleunigt Glasfaser-Ausbau mit Nano-Trenching

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Der Telekommunikationskonzern Vodafone will mit einem verbesserten Trenching-Verfahren die Verlegung von Glasfaser-Kabeln deutlich beschleunigen. Das so genannte Nano-Trenching arbeitet mit deutlich schmaleren Fräsen und hält die Eingriffe so in Grenzen. Und auch die Wiederauffüllung des geöffneten Kabelkanals geht so sehr schnell vonstatten. Täglich können so laut dem Unternehmen bis zu 600 Meter Glasfaserkabel durch Ortschaften verlegt werden.

Der Ausbau von Glasfaser-Verbindungen in der Fläche ist kaum zu stemmen, wenn dafür immer die altbekannten Tiefbau-Arbeiten durchgeführt werden müssen, also ein Graben ausgebaggert und anschließend wieder befüllt wird. Schon länger arbeitet man daher mit dem Trenching-Verfahren, bei dem eine Maschine eine recht schmale Öffnung in die Erde zieht, das Kabel direkt hineinlegt und alles direkt wieder verschließt.

Alles in einem Abwasch

Beim Nano-Trenching ist dies auch als recht zügiger Arbeitsvorgang in Ortschaften möglich. Denn die Fräse schneidet hier eine Kerbe in befestigte Wege, die nur sechs Zentimeter tief und etwas breiter als das Kabel selbst ist. Die Öffnung kann dann direkt wieder verschlossen werden und die Straße ist sofort wieder nutzbar.

Den Pilotbetrieb der Verlegetechnologie hat Vodafone heute im niedersächsischen Gehrden gestartet. Dort werden zwei Gewerbegebiete mit rund 50 Unternehmen komplett mit Glasfasern vernetzt, die bisher nur DSL-Anbindungen hatten. Je nach Auslastung kamen hier beim Kunden nur wenige hundert Kilobit pro Sekunde an. Durch den Glasfaser-Ausbau profitieren die Firmen demnächst von Geschwindigkeiten mit bis zu einem Gigabit pro Sekunde im Up- und Download. Bis Ende Mai soll der Ausbau komplett abgeschlossen sein.

Und auch in anderen Ausbau-Projekten wird das Verfahren in der kommenden Zeit zum Einsatz kommen - allerdings beschränkt sich Vodafone hier im Wesentlichen auf Business-Kunden. Wenn sich das Verfahren aber dauerhaft bewährt, dürfte es in absehbarer Zeit auch bei Privatkunden weitergehen.



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Schöne Idee, wird nur leider von so gut wie keiner Kommune bundesweit akzeptiert, da niemand seine Straßen "kaputt" machen möchte :) Wir bei der Telekom kämpfen bereits seit Jahren für das Trenching - leider ohne Erfolg.
 
6cm tief.. und was passiert, wenn die Straße erneuert werden muss?
Kann mir nicht vorstellen, dass die dann nur 5cm Straße abtragen vor dem Erneuern.
 
@bLu3t0oth: Warum sollte man sich jetzt schon über so etwas Gedanken machen. Erst wenn die Straße neu gemacht werden muss, wird über so etwas nachgedacht... echt schräg!
 
@bLu3t0oth:
Ich frage mich auch was das soll. Warum nicht wenigstens unter die Straße. Außer es wäre ein Netz von Kabeln und Verteilern, so dass bei Unterbrechung andere Strecken übernehmen (ähnlich WLAN Mesh), aber das wird wohl nicht so sein.
 
@mgutt: Unter der Straße nicht, weil in der Straße stabiler ist. Wenn die Straße neu gemacht wird ist der Zusatzaufwand für das Verlegen klassischer, tiefergelegter Kabel wahrscheinlich deutlich geringer. Glasfaser selber dürfte auch nicht besonders teuer sein (wohl aber die "NIC"s, also die Einheiten an den enden der Kabel, die Signale modulieren und decodieren).
 
@DRMfan^^: "NIC" nennt sich in GF-Technik "ONU" (OpticalNetworkUnit = Konverter = Das Gerät, das es im OSI-Modell so eigentlich gar nicht gibt) und kostet zwischen 30 und 60 € im Endkunden-Segment auf Kundenseite (bspw. aus dem "bösen" Hause HUAWAI), auf Provider-Seite beim POP (Point-Of-Presence = Zugang zum Provider-Netz) mit den dementsprechenden Multiplexern gerne mal einen 5stelligen Betrag)..
Für eigene GF-Verbindungen im privaten Bereich bis 500m gibt es da auch günstige Single-ONUs von TPLink, ich selber hab hier mehrere GBit-ONUs im Einsatz, Kosten pro Gerät ca. 40 €.
 
@mgutt: Klassische Kommunikations-Netze sind im öffentlichen Bereich immer sternförmig aufgebaut, sprich immer eine Punkt-zu-Punkt-Verbindung zwischen POP (Point Of Presence/Zugangspunkt zum Provider-Netz) und Kunde. Ein Mesh mit mehreren Kunden dazwischen macht da mehr Ärger als Nutzen, denn wenn zwischen POP und Kunde bspw. ein weiterer Kunde mit seinem Anschluss liegt, und der sein Haus abreißt, hat der 1. Kunde für den Zeitraum des Abrisses kein Netz.
Zumal, wie willst Du in Glasfasertechnik ein Mesh aufbauen ohne aktive Komponenten?
Die Faser ist ja gespleißt, damit technisch 1:1 durchgehend vom POP bis zum Kunden.
Ein "aktiver" Umschalter für ein Mesh würde pro Kunde in seiner Lebenszeit mehr kosten als der Anschluss an Einkommen generieren könnte...
 
@TierparkToni: Ich weiß nicht, wo du in meiner Aussage findest, dass ich mesh-Strukturen erwarte?!
 
Sehr schlecht so eine kurzsichtige Verlegeweise,
bei so geringen Verlege'tiefen' ist keine sichere langfristige nutzung der Glasfaser möglich !

frankkl
 
@frankkl: für einen schnellschuss reichts allemal - und wir leben ja in der welt der schnellschüsse - qualität ade!

aber esist nicht nur das, die anfälligkeit auf erdbewegung ist bei glasfaser heikel. Besser wäre bestimmt, wenn sie eine fräse hätten, wo sie wenigstens ein 60er oder 100er (mm) rohr einlegen könnten. Natürlich könnten sie auc hdie alten röhren nutzen, aber vielleicht sind die nach bald 100 jahren auch in einem schlechten zustand.
 
40 cm sollten es schon sein.
 
@jdoe2k5: genügen dem klassischen Straßenbau auch nicht, denn bis in 40cm kann es durchaus auch gefrieren. Dabei gilt der alte Spruch : "Wasser hat einen verdammt kleinen Kopf, denn es kommt nahezu überall hin - und einen verdammt sturen, denn es findet jede Ritze".

Übrigens : wir hatten heute bei unserem GF-Netz einen Abriss, weil bei einer Tiefbau-Maßnahme in der Straße der Bagger in 80cm Tiefe ein GF-Rohrbündel herauszog - trotz Trassenwarnband und Signalsand. Somit könnte man geneigt sein zu sagen, selbst 80cm sind zu wenig ...
 
Man fragt sich, warum in der Horizontalen nicht geht, was z.B. Ölbohrfirmen in der Vertikalen schaffen? Die mehrere Kilometer in die Tiefe bohren und den Bohrer dort dann noch gezielt "um die Ecke" steuern können ... Die Straße über die gesamte Länge Aufreißen oder Auffräsen ist doch Technik von Vorgestern! Auch U-Bahnen baut man heute direkt dort wo sie hin soll, ohne oberirdisch alles wegreißen zu müssen. Wieso kriegt das keiner im Kleinformat hin? Um jeweils über ein "paar Meter" Leer- bzw. Schutzrohre unter die Straße zu bringen, durch die man dann die Leitungen ziehen kann.
 
@Hobbyperte: gab es schon, nannte sich Flow-Tec.
Hat aber auch seine Probleme, denn wenn man in der horizontalen auf dementsprechend große Steine trifft, wird der Bohrer abgelenkt - und was dabei rauskommt, konnte man heute in den Nachrichten sehen : in den USA wurde bei einer Horizontal-Bohrung eine Gasleitung verletzt, die Foge davon sind 1 Toter uns 17 Verletzte (https://www.welt.de/vermischtes/weltgeschehen/gallery9519534/Tote-und-Verletzte-nach-Gasexplosion-in-San-Francisco.html) ...
 
@TierparkToni: Hmmm - vielleicht wäre es das einfachste mal von Grund auf komplett neue Städte aus dem Boden zu stampfen und danach die Alten einfach Abzureißen? So könnte man viele Fehler und "Bausünden" beseitigen....
 
Wo ist jetzt der Unterschied zwischen Telekom-Trenching und Vodafone-Nano-Trenching?
 
@DRMfan^^: die Farbe des Schnittes : Telekom = magenta, Vodafone = rot.
Die Entwicklung des Farbstoffes von Vodafone dauerte allerdings eine Weile, da deren rot beim Ausbleichen durch UV-Strahlung magenta-ähnlich wurde ;-) <Ironie off>
 
das ich die beiden Worte "Vodafone" und "beschleunigt" einmal in einem Satz lesen würde, hätte ich nicht gedacht.
Diesen Tag markiere ich mir im Kalender!
 
für einen schnellschuss reichts allemal - und wir leben ja in der welt der schnellschüsse - qualität ade!

aber es ist nicht nur das, die anfälligkeit auf erdbewegung ist bei glasfaser heikel, wenn die einlegung so knapp gefräst wird. Besser wäre bestimmt, wenn sie eine fräse hätten, wo sie wenigstens ein 60er oder 100er (mm) rohr einlegen könnten. Aber dann könnten sie natürlich auch die alten röhren nutzen, nur vielleicht sind die nach bald 100 jahren auch in einem schlechten zustand.

In der schweiz sind sie auch dran - dort sind die alten röhren oft noch benutzbar, da seinerzeit zudem hochgradig überdimensioniert. Und das hilft sehr, denn so kommt man vorwärts. Neues Kabel, neuer Spleiss, Repeater, Verteiler im Quartierkasten, dann in die Haushalte.

Ich finde sowieso, dass sich die telkom schämen sollte - nur wo es geld bringt wird gebaut, statt darauf zu achten, dass die grundversorgung überallhin gelget wird. Das ist doch nicht so schwierig - man braucht nur strukturiert vorzugehen.
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