Meyer Burger ist weg - Deutschland verliert seine Solarindustrie erneut
Das war es dann: In Kürze wird Deutschland wieder 100 Prozent der benötigten Solarzellen importieren müssen. Der einzige Hersteller Meyer Burger hat gestern allen 500 Beschäftigten in der Zellproduktion im sächsischen Freiberg die Kündigung zugestellt.
Meyer Burger hatte bereits länger darauf hingewiesen, dass man kaum eine Chance hat, mit den hierzulande produzierten Solarzellen gegen die Dumpingpreise der Konkurrenz aus China zu bestehen. Wie genau das aussehen sollte, blieb lange unklar. Denn mit Import-Schranken hätte man wohl die eigenen Fortschritte in der Energiewende gefährdet, da der einheimische Hersteller den Bedarf kaum annähernd decken kann. Und hohe Subventionen wären auch keine sinnvolle Lösung.
Zuletzt stand der sogenannte Resilienzbonus im Raum. Wer sich beim Bau einer Solaranlage für heimische Hardware entscheidet, hätte hierbei eine höhere Einspeisevergütung oder mehr Förderung bekommen. Allerdings war auch diese Maßnahme umstritten und Experten verwiesen auf mögliche mittelfristige Probleme. Das führte letztlich dazu, dass insbesondere die FDP auch diese Maßnahme ablehnte und am Ende gar nichts passierte.
In Europa gibt es zwar auch Bestrebungen, solche Förderprogramme auf den Weg zu bringen, dies wird aber immer wieder von politischen Kräften ausgebremst, die Sparsamkeit wichtiger finden als Investitionen. Trotzdem sollte Europa nicht allzu lang ohne eigene Zellfertigung auskommen müssen. In Italien steht immerhin ein großes neues Werk vor dem Start, das zumindest in der Lage sein könnte, die hiesigen Modul-Hersteller ein Stück weit mitzuversorgen.
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500 Stellen weg
Allerdings müssen sich nicht alle einen neuen Job suchen - aber doch die Mehrzahl. 400 Menschen wird das Unternehmen nicht mehr länger beschäftigen, den anderen hundert Personen seien andere Stellen an verschiedenen Standorten des Schweizer Konzerns angeboten worden. Die Produktion werden zukünftig die Kollegen in den USA übernehmen.Meyer Burger hatte bereits länger darauf hingewiesen, dass man kaum eine Chance hat, mit den hierzulande produzierten Solarzellen gegen die Dumpingpreise der Konkurrenz aus China zu bestehen. Wie genau das aussehen sollte, blieb lange unklar. Denn mit Import-Schranken hätte man wohl die eigenen Fortschritte in der Energiewende gefährdet, da der einheimische Hersteller den Bedarf kaum annähernd decken kann. Und hohe Subventionen wären auch keine sinnvolle Lösung.
Zuletzt stand der sogenannte Resilienzbonus im Raum. Wer sich beim Bau einer Solaranlage für heimische Hardware entscheidet, hätte hierbei eine höhere Einspeisevergütung oder mehr Förderung bekommen. Allerdings war auch diese Maßnahme umstritten und Experten verwiesen auf mögliche mittelfristige Probleme. Das führte letztlich dazu, dass insbesondere die FDP auch diese Maßnahme ablehnte und am Ende gar nichts passierte.
Hoffnung ruht auf Italien
Unter dessen traf Meyer Burger in den USA auf eine Situation, in der der Staat aktuell viel Geld in die Hand nimmt, um die Ansiedlung verschiedener Industrien, die wichtige Zukunftstechnologien herstellen, zu fördern. Und dies ist bei Solarzellen unzweifelhaft gegeben. Angesichts einer immer weiter steigenden Nachfrage dürfte die Branche in den kommenden Jahren einen immer größeren Beitrag zur Wertschöpfung liefern - es gibt inzwischen sogar Stimmen, die die PV-Industrie zukünftig höher ansiedeln als die Automobilbranche.In Europa gibt es zwar auch Bestrebungen, solche Förderprogramme auf den Weg zu bringen, dies wird aber immer wieder von politischen Kräften ausgebremst, die Sparsamkeit wichtiger finden als Investitionen. Trotzdem sollte Europa nicht allzu lang ohne eigene Zellfertigung auskommen müssen. In Italien steht immerhin ein großes neues Werk vor dem Start, das zumindest in der Lage sein könnte, die hiesigen Modul-Hersteller ein Stück weit mitzuversorgen.
Zusammenfassung
- Deutschland muss bald Solarzellen komplett importieren
- Meyer Burger kündigt 500 Mitarbeitern in Freiberg
- 400 Personen verlieren ihren Job, 100 erhalten neue Angebote
- US-Standorte übernehmen die Solarzellenproduktion
- Dumpingpreise aus China machen deutsche Produktion unrentabel
- Vorgeschlagener Resilienzbonus stößt auf Ablehnung der FDP
- USA fördern Solarindustrie stark, Europa zögert bei Investitionen
- Italien plant neues Werk für Solarzellenfertigung
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