Meyer Burger: Solarzellen-Werk in Sachsen wird wohl geschlossen

Der Solarzellen-Hersteller Meyer Burger denkt nun doch über die Schließung eines seiner Werke in Deutschland nach. Betroffen wäre die Fabrik im sächsischen Freiberg. Dort arbeiten aktuell 500 Menschen, deren Zukunft sich nun in den kommenden Wochen entscheidet.
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China flutet den Markt

Das Meyer Burger-Management bemängelt schon seit Längerem, dass von der deutschen und europäischen Politik zu wenig Unterstützung kommt. Dabei habe man mit dem Unternehmen einen der sehr wenigen Produzenten von Solarzellen außerhalb Chinas und den einzigen Hersteller in dem Bereich, durch den man nicht komplett von Übersee-Importen abhängig ist.

Bisher sorgte die Zurückhaltung der staatlichen Stellen dafür, dass neue Investitionen des Unternehmens in die USA geleitet wurden. Dort hat die Biden-Regierung ein umfangreiches Förderprogramm aufgelegt, mit dem wichtige High Tech- und Zukunfts-Industrien ins Land geholt werden sollen. Zumindest sollten die bestehenden Werke in Deutschland aber erhalten bleiben.


Allerdings schreibt Meyer Burger aktuell Verluste. Denn nach einem massiven Hochlauf der Solarzellen-Industrie gibt es in China einen Produktions-Überschuss, was zu entsprechenden Preisverfällen auf dem Weltmarkt führte. Und Schutzmaßnahmen gegen die Dumping-Importe aus Fernost gibt es in Europa quasi nicht, während die USA und Indien ihre Märkte stärker abschotteten und die Lage so noch verschärften. Das Schweizer Unternehmen sieht daher wenig andere Optionen.

Andere Standorte bleiben

Eine endgültige Entscheidung müsse bis Mitte Februar getroffen werden, hieß es laut eines Berichtes der Nachrichtenagentur DPA. Wenn sich nicht noch kurzfristige Änderungen ergeben, die eine Neubewertung des europäischen Marktes ermöglichen würden, schlösse Meyer Burger das Feiberger Werk dann wohl Anfang April.

Die Niederlassungen in Bitterfeld-Wolfen und Thalheim sind von den Plänen erst einmal nicht betroffen. Diese werden auch weiterhin benötigt, um etwa den Aufbau der Produktion in den USA zu unterstützen. Ansonsten suche man hierzulande nach strategischen Optionen.

Zusammenfassung
  • Meyer Burger erwägt Schließung in Freiberg
  • 500 Arbeitsplätze in Sachsen gefährdet
  • Kritik an mangelnder politischer Unterstützung
  • Investitionen fließen wegen US-Förderung nach Amerika
  • Unternehmen schreibt wegen Preisverfall Verluste
  • Entscheidung über Werk bis Mitte Februar erwartet
  • Bitterfeld-Wolfen und Thalheim bleiben vorerst offen

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