Prozessstart mit Hindernissen:
GTA 6-Hacker nicht verhandlungsfähig

Der Prozess um den jugendlichen Hacker, der Rockstar Games mit der Veröffentlichung des gestohlenen Grand Theft Auto 6-Quellcodes erpressen wollte, steht vor erheblichen Startproblemen. Denn der Beschuldigte wird von Experten als verhandlungsunfähig angesehen.
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Dieser Tage soll in London der Prozess gegen den jungen Mann beginnen, dem neben der Erpressung Rockstars auch verschiedene andere Taten zur Last gelegt werden. Parallel dazu soll auch ein Komplize vor Gericht stehen, der an einigen Fällen beteiligt gewesen sein soll. Beide gehörten nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft der Gruppe Lapsus$ an, die für einige Zeit mit einer ganzen Reihe spektakulärer Attacken auf sich aufmerksam machte.

Es ist laut eines Berichtes der Nachrichtenagentur Reuters aber fraglich, ob der Hauptbeschuldigte überhaupt vor Gericht erscheinen kann. Eine Gruppe von Psychiatern habe ihn für verhandlungsunfähig erklärt. Das heißt allerdings nicht, dass das Verfahren platzt. Vielmehr kann die Jury dann nur noch formal feststellen, ob der Angeklagte die ihm vorgeworfenen Straftaten begangen hat.


Es wird aber nicht mehr über Schuld und Unschuld entschieden. Denn eine psychische Störung kann dazu führen, dass jemand zwar eine bestimmte Tat begeht, aber schlicht nicht schuldfähig ist. Statt einer Bestrafung wäre dann etwa die Anordnung einer passenden Behandlung die Folge.

Intensivtäter im Netz

Angesichts dessen, wie der Beschuldigte vorging, ist von einer normalen jugendlichen Entwicklung auch wirklich kaum auszugehen. Denn alles, was die Staatsanwaltschaft und die polizeilichen Ermittler zusammengetragen haben, geht letztlich deutlich über das hinaus, was man selbst mit höherer krimineller Energie erklären könnte. Denn in kurzer Zeit wurde nicht nur Rockstar, sondern auch Samsung, Microsoft, Nvidia und Ubisoft angegriffen. Hinzu kommen auch noch verschiedene andere Unternehmen. Der Angeklagte war gerade einmal 17 Jahre alt, als die Polizei ihm im letzten Jahr auf die Schliche kam.

Die Klageschrift baut konkret auf drei Fällen von Erpressung sowie neun weiteren Delikten wie Betrug auf. Der Komplize ist in zwei Fällen des Betrugs und der Erpressung angeklagt. Ihm werden außerdem drei weitere damit zusammenhängende Straftaten vorgeworfen, die er jedoch bestreitet.

Zusammenfassung
  • Prozess gegen jugendlichen Hacker steht vor Startproblemen
  • Verhandlungsunfähigkeit des Beschuldigten wird befürchtet
  • Angeklagter und Komplize gehörten zur Gruppe Lapsus$
  • Staatsanwaltschaft wirft ihm Erpressung & andere Taten vor
  • Polizei kam ihm im letzten Jahr auf die Schliche
  • Klageschrift basiert auf 3 Fällen von Erpressung & weiteren Delikten
  • Komplize wird in 2 Fällen des Betrugs & Erpressung angeklagt

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