Netzsperren per IP statt DNS:
In Österreich kam es zum Super-GAU
Da die gebräuchlichen DNS-Sperren für jeden Nutzer mit Basis-Kenntnissen hinsichtlich der Netzwerk-Konfiguration zu umgehen sind, hat man in Österreich versucht, IP-Adressen zu blockieren. Dies führte aber erst recht zu gewaltigen Problemen.
Wie die Nichtregierungsorganisation (NRO) Epicenter.works berichtet, kam es am Sonntagabend zu einer ganzen Reihe von Meldungen, dass verschiedene Webseiten, die scheinbar nichts miteinander zu tun hatten, plötzlich nicht mehr erreichbar waren. Es zeigte sich allerdings, dass ihre Gemeinsamkeit darin lag, dass sie beim Cloud-Dienstleister Cloudflare gehostet werden. Dieser hatte in dem Fall aber keine Störung zu beklagen, sondern wurde Ziel einer Netzsperre.
Eingeleitet hatte diese die "LSG - Wahrnehmung von Leistungsschutzrechten GmbH", die im Auftrag von Rechteinhabern die Wahrung von Urheberrechtsansprüchen organisiert. Das Unternehmen hatte Verfügungen erwirkt, die fast alle Provider Österreichs zur Umsetzung von Sperrmaßnahmen zwangen. Hier wurden allerdings nicht die DNS-Einträge der Webseite, von der vermeintlich Rechtsverletzungen begangen wurden, blockiert, sondern die IP-Adresse.
Dadurch wurden im vorliegenden Fall gleich mehrere andere Webseiten, darunter auch ein Online-Shop, mit gesperrt. "Was da gestern im Internet in Österreich los war, ist so, als würde man ein ganzes Hochhaus oder Einkaufszentrum sperren, weil in einem Geschäft etwas geklaut wurde", kommentierte Dominik Polakovics von Epicenter.works. Völlig legale Angebote waren so über Stunden nicht erreichbar, weil es der Medienindustrie zu aufwendig ist, den eigentlichen Beschuldigten, die meist im Ausland sitzen, nachzustellen.
"Dieser mutwillige Internet-Shutdown zeigt, wie rücksichtslos die Urheberrechtsindustrie vorgeht. Natürlich wussten die, was sie damit für einen Schaden anrichten und es war ihnen egal", so Thomas Lohninger von der Organisation. Dieser forderte daher erneut eine grundsätzliche Lösung des Problems, über die die Politik sich seit 13 Jahren streitet.
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Eingeleitet hatte diese die "LSG - Wahrnehmung von Leistungsschutzrechten GmbH", die im Auftrag von Rechteinhabern die Wahrung von Urheberrechtsansprüchen organisiert. Das Unternehmen hatte Verfügungen erwirkt, die fast alle Provider Österreichs zur Umsetzung von Sperrmaßnahmen zwangen. Hier wurden allerdings nicht die DNS-Einträge der Webseite, von der vermeintlich Rechtsverletzungen begangen wurden, blockiert, sondern die IP-Adresse.
Einmal Kollateralschaden bitte
Dass dies ein Problem werden kann, dürfte eigentlich jedem klar sein, der sich ein wenig mit der Infrastruktur des Netzes auskennt. Denn die meisten Systeme werden weiterhin über IPv4-Adressen angesprochen, von denen es aber zu wenige gibt, als dass jedem einzelnen Rechner oder jedem Angebot im Netz eine eigene Nummer zugedacht werden könnte. Bei großen Hostern und Cloud-Anbietern teilen sich daher oft mehrere Kunden eine IP-Adresse und die Systeme leiten beispielsweise den Besucher anhand der mitgelieferten DNS-Daten an die richtige Stelle.Dadurch wurden im vorliegenden Fall gleich mehrere andere Webseiten, darunter auch ein Online-Shop, mit gesperrt. "Was da gestern im Internet in Österreich los war, ist so, als würde man ein ganzes Hochhaus oder Einkaufszentrum sperren, weil in einem Geschäft etwas geklaut wurde", kommentierte Dominik Polakovics von Epicenter.works. Völlig legale Angebote waren so über Stunden nicht erreichbar, weil es der Medienindustrie zu aufwendig ist, den eigentlichen Beschuldigten, die meist im Ausland sitzen, nachzustellen.
"Dieser mutwillige Internet-Shutdown zeigt, wie rücksichtslos die Urheberrechtsindustrie vorgeht. Natürlich wussten die, was sie damit für einen Schaden anrichten und es war ihnen egal", so Thomas Lohninger von der Organisation. Dieser forderte daher erneut eine grundsätzliche Lösung des Problems, über die die Politik sich seit 13 Jahren streitet.
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Christian Kahle
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