Homeoffice-Pflicht in Berlin:
Firmen verfallen in Schrödinger-Argumente
Die neuen Beschlüsse zum Infektionsschutz, die jetzt in Berlin beschlossen wurden, passen der dortigen Wirtschaft gar nicht. Der Regierende Bürgermeister hingegen machte klar, dass Maßnahmen nicht immer nur die Freizeit der Menschen treffen können.
In Berlin ist es laut dem gestrigen Senatsbeschluss ab Mittwoch vorgeschrieben, dass Unternehmen maximal 50 Prozent ihrer Bildschirm-Arbeitsplätze in den Firmenbüros besetzen dürfen. Für alle anderen Mitarbeiter muss dann die Möglichkeit geschaffen sein, vom Homeoffice aus zu arbeiten. Bisher gab es lediglich Appelle an die Unternehmen, das Arbeiten von zu Hause aus zu ermöglichen.
Bei der Wirtschaft kommt die neue Regelung weniger gut an. Christian Amsinck, Chef des Unternehmerverbandes Berlin-Brandenburg (UVB) erklärte gegenüber dem RBB, dass die Firmen im letzten Jahr schon viel getan hätten. Außerdem gebe es neue Zusagen der Selbstverpflichtung durch die Bundesverbände, so dass man davon ausgehen könne, dass seitens der Wirtschaft alles Machbare für den Infektionsschutz getan wird.
Es gibt aber durchaus auch weiterhin so manche Firma, in der entsprechende Möglichkeiten nicht genutzt werden - wahrscheinlich weil man die zusätzlichen Investitionen in die IT-Ausstattung vermeiden möchte. Hier sieht der Infektionsschutz in der Regel dann eher so aus, dass bestenfalls Plexiglasscheiben zwischen den Mitarbeitern stehen, obwohl dies längst als völlig unzureichende Maßnahme bekannt ist.
Beatrice Kramm, die Präsidentin der Industrie- und Handelskammer, schob hingegen den Ball in Richtung der Beschäftigten. Sie warf die Frage auf, wie die Unternehmen denn die Quote erfüllen sollten, wenn mehr als die Hälfte der Mitarbeiter es ablehnen würde, von Zuhause aus zu arbeiten. Ob es solche Fälle in der Realität gibt, ist allerdings unklar.
Bei der Wirtschaft kommt die neue Regelung weniger gut an. Christian Amsinck, Chef des Unternehmerverbandes Berlin-Brandenburg (UVB) erklärte gegenüber dem RBB, dass die Firmen im letzten Jahr schon viel getan hätten. Außerdem gebe es neue Zusagen der Selbstverpflichtung durch die Bundesverbände, so dass man davon ausgehen könne, dass seitens der Wirtschaft alles Machbare für den Infektionsschutz getan wird.
Firmen winden sich
Insofern sei es ein regelrechtes Misstrauensvotum gegen die Wirtschaft, wenn jetzt eine solche Verpflichtung eingeführt wird. Wo aber das Problem genau liege, wenn seitens der Unternehmen ohnehin schon alles in diese Richtung getan werde, konnte er nicht beantworten. In der Praxis sind viele Unternehmen tatsächlich auf Homeoffice-Regelungen umgestiegen, wo es möglich ist.Es gibt aber durchaus auch weiterhin so manche Firma, in der entsprechende Möglichkeiten nicht genutzt werden - wahrscheinlich weil man die zusätzlichen Investitionen in die IT-Ausstattung vermeiden möchte. Hier sieht der Infektionsschutz in der Regel dann eher so aus, dass bestenfalls Plexiglasscheiben zwischen den Mitarbeitern stehen, obwohl dies längst als völlig unzureichende Maßnahme bekannt ist.
Beatrice Kramm, die Präsidentin der Industrie- und Handelskammer, schob hingegen den Ball in Richtung der Beschäftigten. Sie warf die Frage auf, wie die Unternehmen denn die Quote erfüllen sollten, wenn mehr als die Hälfte der Mitarbeiter es ablehnen würde, von Zuhause aus zu arbeiten. Ob es solche Fälle in der Realität gibt, ist allerdings unklar.
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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