Intel lässt die Bombe platzen:
7nm kommt nochmal sechs Monate später
Als Intel kürzlich ankündigte, etwas Großes vorstellen zu wollen, dürfte man kaum die Strukturweiten der Chips gemeint haben. So scheint es aber. Denn die ohnehin schon späte Einführung von 7-Nanometer-Technik wird noch weiter nach hinten verschoben.
Das Intel-Management trat gestern mit den Bilanzen für das zweite Quartal an die Öffentlichkeit. Das Interesse an diesen verflog angesichts einer Randbemerkung allerdings ziemlich schnell. Der Konzern musste einräumen, dass man den Zieltermin für die Einführung von Chips mit 7-Nanometer-Strukturweite noch einmal sechs Monate nach hinten schieben muss. Und dies, obwohl man hier schon weit hinter der Konkurrenz herhinkt.
Intel arbeitet zwar intensiv an den Prozesstechnologien, kommt aber nicht so recht voran. Bei 7 Nanometern hat man immer noch mit extrem hohen Ausschussraten zu kämpfen. Die Lage ist inzwischen so ernst, dass das Management im Grunde auch den Glauben an die eigenen Fähigkeiten verliert. So werden bereits Ausweichpläne geschmiedet, die so aussehen, dass man die Fertigung einiger kritischer Produkte an Auftragshersteller vergibt. Denn während Intel nach dem aktuellen Stand Ende 2022 oder gar erst Anfang 2023 an einen Punkt kommt, 7-Nanometer-Prozesse für die Massenproduktion einsetzen zu können, hat TSMC diese schon längst im Einsatz - auch wenn die beiden Verfahren und Designs nicht einfach miteinander zu vergleichen sind.
So gut sah es aus - und ist inzwischen hinfällig.
Angesichts dieser Nachrichten half es letztlich auch nicht, dass Intel für das zweite Quartal recht gute Zahlen präsentierte. Die Corona-Krise ließ den Bedarf an Kapazitäten in den Cloud-Rechenzentren massiv steigen, was Intel einen Umsatzschub um 20 Prozent auf 19,7 Milliarden Dollar bescherte. Und auch der Gewinn kletterte ordentlich - um 22 Prozent auf 5,1 Milliarden Dollar. Der so wichtige technische Fortschritt lässt sich aber auch mit all dem Geld nicht einfach kaufen. Angesichts der Erwartung mittel- und längerfristiger Schwierigkeiten ging der Aktienkurs im nachbörslichen Handel erst einmal auf einen Sinkflug.
Die Umsätze des 2. Quartals im Einzelnen:
Intel arbeitet zwar intensiv an den Prozesstechnologien, kommt aber nicht so recht voran. Bei 7 Nanometern hat man immer noch mit extrem hohen Ausschussraten zu kämpfen. Die Lage ist inzwischen so ernst, dass das Management im Grunde auch den Glauben an die eigenen Fähigkeiten verliert. So werden bereits Ausweichpläne geschmiedet, die so aussehen, dass man die Fertigung einiger kritischer Produkte an Auftragshersteller vergibt. Denn während Intel nach dem aktuellen Stand Ende 2022 oder gar erst Anfang 2023 an einen Punkt kommt, 7-Nanometer-Prozesse für die Massenproduktion einsetzen zu können, hat TSMC diese schon längst im Einsatz - auch wenn die beiden Verfahren und Designs nicht einfach miteinander zu vergleichen sind.
So gut sah es aus - und ist inzwischen hinfällig.
Konkurrenz ist technisch klar voraus
Bei Intel wird aktuell nach und nach erst einmal auf 10 Nanometer umgestellt. Der Konkurrent AMD liefert seine jüngste Prozessor-Generation hingegen schon mit einem eigenen 7-Nanometer-Design aus und kann so zumindest marketingtechnisch punkten. Und während Intel ankündigte, im zweiten Halbjahr 2021 die Desktop-CPUs der Alder Lake-Serie mit 10 Nanometern auf den Markt zu bringen, will AMD Ende kommenden Jahres mit der Zen 4-Architektur bereits auf 5 Nanometer wechseln. Angesichts dieser Entwicklung ist es auch nachvollziehbar, dass Apple die nächste große Umstellung in Angriff nimmt und sich lieber komplett ins ARM-Lager verabschiedet, wo sich seit Jahren eine kontinuierliche und schnelle Weiterentwicklung beobachten lässt.Angesichts dieser Nachrichten half es letztlich auch nicht, dass Intel für das zweite Quartal recht gute Zahlen präsentierte. Die Corona-Krise ließ den Bedarf an Kapazitäten in den Cloud-Rechenzentren massiv steigen, was Intel einen Umsatzschub um 20 Prozent auf 19,7 Milliarden Dollar bescherte. Und auch der Gewinn kletterte ordentlich - um 22 Prozent auf 5,1 Milliarden Dollar. Der so wichtige technische Fortschritt lässt sich aber auch mit all dem Geld nicht einfach kaufen. Angesichts der Erwartung mittel- und längerfristiger Schwierigkeiten ging der Aktienkurs im nachbörslichen Handel erst einmal auf einen Sinkflug.
Die Umsätze des 2. Quartals im Einzelnen:
- PC- und Notebook-Prozessoren: 9,5 Milliarden Dollar (+7 Prozent)
- CPUs für Datenzentren & Server: 7,1 Milliarden Dollar (+43 Prozent)
- Internet of Things: 670 Millionen Dollar (-32 Prozent)
- Mobile: 146 Millionen Dollar (-27 Prozent)
- Speicher: 1,7 Milliarden Dollar (+76 Prozent)
- Programmierbare Chips: 501 Millionen Dollar (+2 Prozent)
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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