E-Books: Junge Nutzer und Apple haben den Siegeszug verhindert

Blickt man zurück auf die Prognosen vom Beginn des nun endenden Jahr­zehnts, müssten E-Books heute eigentlich den Buchmarkt dominieren. Das allerdings wurde ausgerechnet von der Verweigerungshaltung der jüngeren Nutzer und von Apple verhindert.
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Vor allem im englischsprachigen Raum, in dem der Buchmarkt wesentlich weniger reguliert ist als bei uns, gingen die Absatzzahlen vor zehn Jahren durch die Decke. Vor allem Amazons Kindle, der im Jahr 2007 erstmals verkauft wurde, befeuerte die Verkäufe stark. Doch das ging irgendwann nicht mehr so weiter und der Marktanteil der elektronischen Ausgaben hat sich seit einiger Zeit bei um die 20 Prozent eingependelt, während Print-Ausgaben bei rund 80 Prozent liegen.

"Vor fünf bis zehn Jahren glaubte jeder daran, dass die Zahlen heute genau umgekehrt sein würden", zitiert das US-Magazin Vox Andrew Albanese vom Branchenblatt Publishers Weekly, der den Markt schon lange eng begleitet. Er führt das vor allem auch darauf zurück, dass die jüngeren Nutzergenerationen ein überraschend geringes Interesse an E-Books haben.

Vorlieben und Preise

"Sie kleben an ihren Telefonen, sie lieben Social Media, wenn es aber um das Lesen eines Buches geht, wollen sie John Green in gedruckter Ausgabe", führte Albanese aus. E-Book-Reader seien hingegen eher eine Sache für ältere Anwender, für die es ein großer Vorteil ist, wenn sie nicht mehr ins Buchgeschäft laufen müssen und die Schrift einfach auch mal größer machen können.

Neben den Interessen der Nutzer ist auch die Preisentwicklung ein Grund für den letztlich doch überschaubaren Erfolg der E-Books. Und hier hat Apple quasi verbrannte Erde hinterlassen. Der Konzern stieg Jahre nach Amazon in den Markt ein und wollte vor allem auch verhindern, dass der Marktführer sich weiter mit Dumping-Preisen in eine gute Position bringt. Später wurde Apple gerichtlich bescheinigt, ein Preiskartell mit den größten Verlagen aufgebaut zu haben. Dieses wurde zwar aufgelöst, doch die so geschaffenen Preisstrukturen haben weiterhin Bestand, so dass bei Digitalausgaben der Kampfpreis von 9,99 Dollar letztlich nicht die Regel geworden sei.

Siehe auch: Preiskartell bei E-Books: Apple & EU einigen sich
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