Huawei hat noch ein Ass im Ärmel und setzt sich in Infrastruktur fest

Meer, Ozean, Leuchtturm Bildquelle: Pixabay
Der aktuelle US-Boykott gegen Huawei stellt zwar das Smartphone-Geschäft des Unternehmens deutlich in Frage, wird aber kaum den ganzen Konzern in die Knie zwingen können. Denn dieser hat noch einige Dinge in der Hinterhand - unter anderem baut man seit einigen Jahren die Anteile an den Untersee-Backbones deutlich aus.
Unterseekabel um AfrikaUntersee-Backbone um Afrika
Huawei wird inzwischen vielfach als großer Smartphone-Hersteller wahrgenommen, doch machen die Geräte lediglich einen Teil des Geschäfts aus. Die eigentliche wirtschaftliche Basis des Unternehmens ist schon immer die Infrastruktur. Und nach dem langen Streit darum, welche Rolle das Unternehmen in den kommenden 5G-Mobilfunknetzen spielen sollte, zeigte sich zunehmend, dass sich die US-Vorstellungen hier wohl kaum durchsetzen lassen.

Und noch weiter im Hintergrund arbeitet der chinesische Konzern außerdem daran, noch viel weitergehende Grundlagen für die Zukunft zu schaffen - was westlichen Konkurrenten natürlich nicht passt. Vor etwa zehn Jahren machte Huawei erste Schritte im Bereich der Verlegung und des Betriebs von Untersee-Kabeln für Datenübertragungen. Und seitdem wurden enorme Fortschritte gemacht, wie aus einem Bericht der japanischen Wirtschaftszeitung Nikkei hervorgeht.

Zahlreiche Projekte laufen

Anfangs fand man Huawei vor allem in Projekten wieder, die recht kurze Distanzen abdeckten. Hier wurden vor allem im Südost-asiatischen Raum Verbindungen zwischen verschiedenen Ländern hergestellt und auch Links an die östliche Küste Russlands verlegt. Dann aber überraschte der Konzern die Branche mit der plötzlichen Fertigstellung einer Trasse durch den Atlantik von Brasilien nach Kamerun. Unterseeverbindungen nach Afrika sind noch immer recht rar gesät und Huawei schuf hier eine wichtige Grundlage für die Expansion in der Mobilfunk-Infrastruktur des Kontinents.

Auch wenn Huawei es vermutlich nicht schaffen wird, in wichtigen westlichen Staaten anzulanden, bieten sich doch letztlich genug Optionen zur Vergrößerung des chinesischen Anteils am globalen Daten-Backbone. Letztlich wird das Unternehmen für den Zeitraum 2015 bis 2020 nach dem derzeitigen Stand 20 Unterseekabel fertiggestellt haben. An 30 weiteren Projekten soll der Konzern aktuell arbeiten. Hinzu kommen noch einmal rund 60 Verbindungen, die bereits bestehen, wo Huawei allerdings jetzt die Technologie für eine Steigerung der Übertragungsraten bereitstellt. Der Anteil, den Huawei am globalen Daten-Backbone hat, steigt somit immer weiter an.

Wichtige Updates zum Thema: Derzeit erreichen uns stetig immer mehr Details und offizielle Statements zum vorläufigen Entzug der Huawei-Android-Lizenz und der möglichen Beendigung der Zusammenarbeit seitens US-amerikanischen Unternehmen, die wir in folgenden Artikeln separat aufbereitet haben.

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