Facebook kauft gesamte Privatsphäre für 20$ - auch von Minderjährigen
Facebook hat bereits viele Erkenntnisse über das Privatleben und die Interessen seiner Nutzer. Aber das reicht noch nicht. Der Konzern ist bereit einen Betrag von 20 Dollar im Monat auf den Tisch zu legen, wenn User ihnen einen kompletten Zugang zu den Informationen auf ihren Geräten inklusive der privaten Nachrichten überlassen.
Junge Nutzer werden gezielt geködert
Die Summe zahlt das Unternehmen seit dem Jahr 2016 an Nutzer aus, die sich die "Facebook Research"-App auf ihrem Smartphone installieren. Diese erhält auch auf einem eigentlich ziemlich gut gesicherten iPhone letztlich Root-Rechte und somit schonmal Zugang zu allen möglichen Daten und Aktivitäten auf dem Gerät. Und dort, wo man nicht direkt weiterkommt, wird der Anwender auch zur Mithilfe aufgefordert. So kann die App selbst nicht den Bestell-Verlauf bei Amazon abrufen - also wird der User aufgefordert, diesen als Screenshot zu übermitteln.
Beim US-Magazin TechCrunch hat man die Research-App und ihre Geschichte genauer unter die Lupe genommen. In erster Linie richtet sich die Kritik dabei gar nicht so sehr an der Tatsache aus, dass Nutzern ihre komplette Privatsphäre quasi für 20 Dollar abgekauft wird - die Entscheidung, sich darauf einzulassen, steht im Grunde jedem frei. Allerdings schließt Facebook entsprechende Vereinbarungen nicht nur mit Erwachsenen - das Programm richtet sich explizit an Nutzer zwischen 13 und 35 Jahren, es werden also auch Minderjährige geködert.
Und auch die Research-App dürfte zumindest unter iOS klar gegen sämtliche Richtlinien verstoßen. Daher gibt es sie auch nicht im AppStore. Facebook vermied bisher einen direkten Kontakt mit den Prüfern bei Apple, sondern lässt das Programm unter dem Radar über Dienstleister für Beta-Test-Kampagnen verteilen, zu denen BetaBound, uTest und Applause gehören. Hier wird teils nicht einmal klar, dass Facebook hinter der App steckt. Zumindest bei Applause gibt es dabei einen Ansatz von Jugendschutz: Wenn sich Minderjährige anmelden wollen, sollen die Erziehungsberechtigten zumindest ihre Zustimmung erteilen.
Siehe auch: Facebook startet Online-Dating, verspricht besonders viel Privatsphäre
Junge Nutzer werden gezielt geködert
Die Summe zahlt das Unternehmen seit dem Jahr 2016 an Nutzer aus, die sich die "Facebook Research"-App auf ihrem Smartphone installieren. Diese erhält auch auf einem eigentlich ziemlich gut gesicherten iPhone letztlich Root-Rechte und somit schonmal Zugang zu allen möglichen Daten und Aktivitäten auf dem Gerät. Und dort, wo man nicht direkt weiterkommt, wird der Anwender auch zur Mithilfe aufgefordert. So kann die App selbst nicht den Bestell-Verlauf bei Amazon abrufen - also wird der User aufgefordert, diesen als Screenshot zu übermitteln.
Beim US-Magazin TechCrunch hat man die Research-App und ihre Geschichte genauer unter die Lupe genommen. In erster Linie richtet sich die Kritik dabei gar nicht so sehr an der Tatsache aus, dass Nutzern ihre komplette Privatsphäre quasi für 20 Dollar abgekauft wird - die Entscheidung, sich darauf einzulassen, steht im Grunde jedem frei. Allerdings schließt Facebook entsprechende Vereinbarungen nicht nur mit Erwachsenen - das Programm richtet sich explizit an Nutzer zwischen 13 und 35 Jahren, es werden also auch Minderjährige geködert.
Die Sache mit Gratis-VPNs
Die ganze Sache wirft auch ein Licht auf das durchaus etwas größere Feld der kostenlosen VPN-Apps, denn aus diesem Segment ist das Tool ursprünglich hervorgegangen. Vorläufer war die Onavo Protect-App, die Anwendern Sicherheit durch kostenlose VPN-Verbindungen versprach und irgendwann von Facebook übernommen wurde - denn der eigentliche Zweck bestand darin, den kompletten Datenverkehr der Anwender über die eigenen Server zu leiten und analysieren zu können, um mehr Erkenntnisse für die gezielte Werbevermarktung zu bekommen. Apple hatte die Software letztlich aus dem AppStore geworfen.Und auch die Research-App dürfte zumindest unter iOS klar gegen sämtliche Richtlinien verstoßen. Daher gibt es sie auch nicht im AppStore. Facebook vermied bisher einen direkten Kontakt mit den Prüfern bei Apple, sondern lässt das Programm unter dem Radar über Dienstleister für Beta-Test-Kampagnen verteilen, zu denen BetaBound, uTest und Applause gehören. Hier wird teils nicht einmal klar, dass Facebook hinter der App steckt. Zumindest bei Applause gibt es dabei einen Ansatz von Jugendschutz: Wenn sich Minderjährige anmelden wollen, sollen die Erziehungsberechtigten zumindest ihre Zustimmung erteilen.
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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