Musk: Roboter-Werk sah auf Powerpoint gut aus - Praxis war furchtbar

tesla, Elektroauto, Model 3 Bildquelle: Tesla
Der Tech-Unternehmer Elon Musk hat mit bisher fast schon unbekannter Offenheit auf die sich mehrenden Kritiken an ihm und auch der Situation bei seinem Vorzeige-Unternehmen Tesla reagiert. Dabei räumte er auch ein, dass man schlicht zu viel Hoffnung in die Vorzüge einer umfassenden Automatisierung gesetzt habe.
Infografik: Elon Musk - Das Leben in der ZusammenfassungElon Musk - Das Leben in der Zusammenfassung
Hört man den Visionären der Technologie-Branche zu, klingt es fast, als würde die Welt sich in absehbarer Zeit von allein drehen. KI-Systeme steuern alles mögliche wesentlich intelligenter als die Menschen und die menschliche Arbeitskraft wird fast vollständig von klugen Robotern ersetzt. Diesem Konzept folgte auch Tesla und wollte das Model 3 weitgehend automatisiert und dadurch sehr preiswert als Elektro-Limousine für den Massenmarkt fertigen.

Allerdings traten dabei erhebliche Probleme zutage und bis heute ist Tesla nicht annähernd in der Lage, die geplanten Stückzahlen zu produzieren. Musk erklärte gegenüber der US-Nachrichtenagentur Bloomberg, dass auch er die Schwierigkeiten, mit denen das verbunden ist, gründlich unterschätzt hatte, was letztlich dazu führte, dass viel zu hohe Erwartungen geweckt wurden.

"Vieles an der viel-gepriesenen Automatisierung erwies sich als kontraproduktiv", sagte er. Eine vollständig selbst arbeitende Fertigungslinie kann man zwar realisieren, allerdings ist diese lange nicht so flexibel, wie ein Produktionsprozess, in den viele kreative Menschen eingebunden sind. Das zeigte sich, als ein Zulieferer einfach zu wenige Scheinwerfer lieferte. Bei der klassischen Fertigung konnte man hier einfach mal hundert Fahrzeuge bauen und als die Scheinwerfer dann endlich da waren, wurden sie in die fertigen Autos eingebaut.


Roboter wieder stillgelegt

Eine komplett automatisierte Produktionslinie sei hingegen wie Feierabendverkehr auf einer Reihe von normalen Vorfahrtsstraßen. Wenn es irgendwo ins Stocken kommt, zieht sich das nach kurzer Zeit durch das ganze System. "Es sieht auf einer Powerpoint gut aus - aber es ist in der Praxis fürchterlich", erklärte Musk. "Aber alles sieht auf einer Powerpoint gut aus. Du kannst eine großartige Powerpoint-Präsentation über ein Teleporter-System in die Andromeda-Galaxie halten. Aber weißt du, du kannst nicht nach Andromeda teleportieren. Das ist Unsinn."

Und ähnlich sei es auch mit der Idee gewesen, die ganze Autoproduktion zu automatisieren. "Wir dachten, das ist prima - aber das war es nicht", führte der Tesla-Gründer aus. Letztlich wurde ein guter Teil der Roboter erst einmal stillgelegt und durch Menschen ersetzt. Mit viel Einsatz aller Beteiligten, konnte man dann immerhin kürzlich die Fertigstellung von 5000 Model 3 in einer Woche hinbekommen. Und um Kritikern, die ihm jüngst vorhielten, er selbst würde zu viel reden statt arbeiten etwas entgegenzusetzen, schilderte er, wie er selbst auch in dieser Woche fast die ganze Zeit im Werk verbrachte und fünf Tage nicht einmal dazu kam, sich umzuziehen. Auf die Frage, wie die Schwierigkeiten überhaupt so ein großes Ausmaß annehmen konnten, hatte Musk auch eine sehr einfache Antwort: "Weil wir riesige Idioten waren und nicht wussten, was wir taten. Darum."

Siehe auch: Anleger fordern, Elon Musk soll endlich arbeiten statt herumschwätzen tesla, Elektroauto, Model 3 tesla, Elektroauto, Model 3 Tesla
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