Windows 10: Was das große Update im Frühling bringt
Privatsphäre, Diagnosedaten und Sicherheit
Datenschutz war schon seit dem Start von Windows 10 ein nicht ganz einfaches Thema. Zwar konnte man Microsoft durchaus glauben, dass das Unternehmen nichts Böses im Schilde führt und Daten, die zur Verbesserung des Betriebssystems benötigt und erfasst werden, anonymisiert und nicht missbraucht.Allerdings agierte das Redmonder Unternehmen dabei sehr intransparent und versteckte die dazugehörigen Einstellungsmöglichkeiten (zu) gut. Entsprechend war die dadurch aufkommende Kritik wohl auch berechtigt. Doch Microsoft hat daraus gelernt. Im Zuge des Creators Update von 2017 wurde der Prozess deutlich transparenter, nun öffnet man sich noch weiter.
Diagnosedatenanzeige aktivieren...
...und dann passende App herunterladen
Unter Einstellungen->Datenschutz->Diagnose und Feedback findet sich nun die Diagnosedatenanzeige. Diese muss über einen Schieberegler aktiviert werden, woraufhin aus dem Store der "Diagnostic Data Viewer" heruntergeladen wird. Darüber lassen sich Details zur Übermittlung von möglicherweise sensiblen Daten einsehen.
Transparent, aber vor allem was für Profis
Das ist zwar transparent, für den Normalsterblichen aber wohl eher langweilig und kompliziert. Wem das alles grundsätzlich spanisch vorkommt, der kann das Sammeln von Diagnosedaten ab Redstone 4 aber auch grundsätzlich per Schieberegler deaktivieren. Seit Build 17093 gibt es einen Knopf, mit dem Einträge gelöscht werden können - auch solche, die schon an einen Server des Redmonder Unternehmens geschickt wurden.
Windows Defender
Die integrierte Antivirensuite, der Windows Defender, hat schon bisher den Windows Defender Application Guard (WDAG) geboten. Allerdings stand diese Funktion bisher nur Enterprise-Nutzern zur Verfügung. Beim WDAG kommt Hyper-V-Technologie zum Einsatz, um die Nutzer vor besonders ausgefeilten Attacken über Webbrowser zu schützen. Bisher gab es dieses Feature nur für Unternehmenskunden. Mit Redstone 4 wird dieser Schutz aber auch allgemein zur Verfügung stehen.
Neue Optik auch im Kontakte-Hub
My People und Soziales
Die im Deutschen schlicht Kontakte genannte My People-Funktionalität war ursprünglich für das Creators Update von Windows 10, also Anfang 2017 geplant. Microsoft hat die Funktion dann ein halbes Jahr später nachgereicht. Mit My People lassen sich häufig genutzte Kontakte auf der Taskleiste ablegen, um sie und damit verknüpfte Funktionalitäten schneller erreichen zu können.Bisher waren diese Taskleisten-Kontakte aber noch funktionell stark eingeschränkt. So konnte man bisher etwa nur drei an die Taskleiste anpinnen. Ab Windows 10 Redstone 4 sind bis zu zehn möglich. Außerdem wird nun Drag-and-Drop unterstützt. Damit kann man seine Kontakte wesentlich einfacher sortieren. Die Optik der mit einer Person verknüpften Anwendungen wurde von einer Nur-Kachel-Darstellung auf eine Listenansicht (mit kleineren Symbolen) umgestellt.
Dieser Windows 10-Kontakte-Hub soll wohl für mehr Überblick sorgen. Allerdings ist aktuell die Anzahl unterstützter Apps ohnehin noch gering, weshalb auf Microsoft und externe App-Entwickler hier noch viel Arbeit wartet. Die Anzahl der Apps ist übrigens nach wie der große Schwachpunkt. Das kann man auch daran sehen, dass etwa das Karrierenetzwerk Xing bereits unterstützt wird, das Microsoft-eigene LinkedIn aber nicht.
Nahes Teilen (re. u.) erfordert Bluetooth
Nahes Teilen
Die Teilen- bzw. Share-Funktionalitäten werden in Windows 10 RS4 erweitert und ausgebaut. Dazu zählt vor allem eine "Near Share" genannte Funktion. Damit können Links und Dateien wie Bilder simpel zwischen zwei Rechnern in der Nähe geteilt werden. Voraussetzung sind Bluetooth sowie die Aktivierung des passenden Symbols (Einstellungen, System, Benachrichtigungen und Aktionen, "Schnelle Aktion hinzufügen) sowie der Funktion im Info-Center.Haben beide Rechner dieses "Nahe Teilen" aktiviert, erscheint auf einem PC der jeweils andere mit seinem Namen und man kann eine Datei per Mausklick auf die Schnelle hinüberschicken. Das funktioniert mit jeder Anwendung, die das unterstützt, also etwa mit Links bei Microsoft Edge oder mit Dateien im Windows Explorer.
HDR-Kalibrierung
Das April 2018 Update soll auch in Sachen HDR-Videos Verbesserungen bieten. Das bedeutet, dass Nutzer eine künftig ein Kalibrierungs-Tool bekommen werden. Dieses erlaubt es den Anwendern, die erforderlichen Feinabstimmungen selbst vorzunehmen - ein HDR-kompatibler Bildschirm ist aber natürlich Voraussetzung.Zu finden ist die dazugehörige Einstellung bei den Apps, dort ist der passende Bereich dann auf der linken Seite unter Videowiedergabe zu finden. Manuell können hier unter anderem Anpassungen zur richtigen Balance zwischen hellen und dunklen Bereichen vorgenommen werden.
Grafikeinstellungen
Vor allem für Spieler interessant sind die (erweiterten) Grafikeinstellungen, die man bei System und Anzeigen findet. Scrollt man im Display-Bereich ganz nach unten, so ist dort ein Punkt namens Grafikeinstellungen zu finden, dieser erlaubt es beispielsweise, einzelnen Spielen gezielt bestimmte Grafikchips zuzuweisen.
Die erweiterten Grafikeinstellungen
Das ermöglicht es auch, das System für hohe Leistung sowie Energiesparen zu optimieren, davon profitieren vor allem Nutzer, die Zugriff auf mehrere Grafikprozessoren haben.
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