Gefälschte Halbleiter-Bauteile kommen millionenfach aus Asien

Aus Fernost kommen nicht nur die meisten normalen Elektronik-Produkte zu uns, sondern auch massenhaft gefälschte Waren. Eine aktuelle Aktion gegen den Handel mit solchen Produkten hat einen Eindruck davon vermittelt, wie hoch die Mengen sind, die in Europa ankommen. Zwei Wochen lang haben Zollfahnder in mehreren europäischen Ländern gezielt darauf geachtet, Importe von gefälschten Bauteilen aus der Halbleiter-Industrie aus dem Verkehr zu ziehen. Im Zuge dessen wurden Dioden, LEDs, Transistoren und Chips beschlagnahmt, die unter falschen Markennamen vertrieben werden.

Insgesamt sammelten die Behörden über eine Million Komponenten ein, die in tausenden Post- und Kuriersendungen in die EU kommen sollen. Verschickt wurden diese in den meisten Fällen aus China oder Hongkong. An der "Operation Wafers" beteiligten sich die Zollbehörden von zwölf EU-Mitgliedsstaaten unter Leitung der Anti-Betrugs-Stelle OLAF.

Eine Frage der Qualität

In einer Mitteilung führten die Verantwortlichen aus, dass es hier keineswegs nur darum gehe, die Markenrechte großer Hersteller zu schützen. Immer wieder habe sich gezeigt, dass die gefälschten Komponenten eben auch nicht den gleichen Qualitäts-Standards und -Kontrollen unterliegen. Das kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass sie in wichtige Systeme eingebaut werden und dann durch Ausfälle zu hohen materiellen Schäden führen oder auch die Gesundheit und das Leben von Menschen gefährden.

Das zeigte sich auch bei Kontaktaufnahmen mit den Empfängern. Diese hatten in vielen Fällen Bauteile bestellt und sich über ein vermeintliches Schnäppchen gefreut. Die Komponenten sollten dann teils in Fahrzeuge, Flugzeuge und auch medizinische Geräte eingebaut werden. Daher sollte man auch bei Direktimporten darauf achten, entweder beim Produzenten oder bei einem von diesen autorisierten Händlern zu kaufen - auch wenn dies teils etwas teurer scheinen mag.

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