Microsoft: Deshalb geht es mit Windows 11 so langsam voran

Windows 11 wird in Zeiten der Speicherkrise immer häufiger wegen seiner mutmaßlichen Trägheit und der scheinbar im Schneckentem­po erfolgenden Entschlackung des Microsoft-Betriebssystems kriti­siert. Jetzt hat Microsoft durchblicken lassen, weshalb es so langsam vorangeht.
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Microsoft-Manager sieht kommerzielle Kunden als Bremse

In einem Interview hat Marcus Ash, Corporate Vice President of Design and Research on Windows, gegenüber Windows Central deutlich gemacht, weshalb die Redmonder nur sehr langsam und vorsichtig Änderungen an Windows 11 vornehmen können, um das Betriebssystem optisch konsistenter und technisch effizienter zu machen.

Der Konzern versuche jederzeit sicherzustellen, dass man Abhängigkeiten von altem Code in Windows nicht störe, weil viele große und kleine kommerzielle Kunden noch immer darauf angewiesen sind, so Ash. Der veranschaulichte das Problem anhand der Systemsteuerung, deren Funktionalität schon seit Jahren in vielen kleinen Schritten in das moderne Einstellungsmenü verlagert wird.


Ash erklärte dazu: "[...] Bei Dingen wie der Systemsteuerung wird es knifflig, denn wenn ein Kunde einen Treiber oder etwas anderes hat, das von dieser älteren Funktionalität abhängt, müssen wir einfach darauf achten, dass wir dieses Kompatibilitätsversprechen nicht brechen. Wenn wir die Funktionen schließlich in die Einstellungen integriert haben, werden wir dann Bereiche - beispielsweise in der Systemsteuerung -, in denen wir diese Funktion nicht mehr benötigen, als veraltet kennzeichnen und sie dort auslaufen lassen."

Ständige Prüfung auf Möglichkeiten zu Verbesserungen

Microsoft müsse deshalb schrittweise entscheiden, welche Komponenten entfernt werden können. Der Prozess erfolge "[...] basierend auf Nutzungsdaten, Telemetrie und Feedback. Wo sehen wir, dass die Tools bereits so weit sind, diese Benutzeroberfläche weiterzuentwickeln? Wir gehen das einfach immer wieder durch und versuchen sicherzustellen, dass im Laufe der Zeit der Anteil der veralteten Benutzeroberfläche, den ein Kunde in seinem Alltag sieht, immer kleiner wird."

Allgemein versuche man vor allem Bereiche anzugehen, mit denen die Nutzer besonders häufig Kontakt haben, so Ash weiter: "Ich würde sagen, die Bereiche, mit denen wir uns am häufigsten beschäftigen, sind genau die, die für Nutzer und Kunden am wichtigsten sind: Der Datei-Explorer und einige der großen Anwendungen. Aber auch bei Programmen wie Regedit und einigen anderen Tools fangen wir bereits an, uns damit auseinanderzusetzen und herauszufinden, wie wir dieses Problem angehen können, damit wir unser Kompatibilitätsversprechen einhalten UND diese Frameworks gleichzeitig modernisieren können."

Im Grunde sieht Microsoft also nach wie vor die Abhängigkeit größerer Kunden als Hauptgrund dafür, dass man nur langsam und in kleinen Schritten Veränderungen an Windows 11 vornehmen kann, statt auf einen Schlag grundlegende Funktionen zu verändern. Die Ursachen liegen nach Ansicht des Konzerns also eher bei den Kunden als beim Unternehmen selbst. Für Privatanwender bedeutet dies aber auch, dass längere Nutzungszyklen im kommerziellen Bereich schnelle Verbesserungen rund um Windows auch für sie ausbremsen.

Zusammenfassung
  • Microsoft-Manager Marcus Ash erklärt die langsame Modernisierung von Windows
  • Der Konzern muss Rücksicht auf die Kompatibilität für Firmenkunden nehmen
  • Die Ablösung der alten Systemsteuerung erfolgt deshalb nur schrittweise
  • Änderungen basieren auf Nutzerdaten, Telemetrie und direktem Feedback
  • Häufig genutzte Tools wie der Datei-Explorer werden zuerst modernisiert
  • Die Bedürfnisse von Geschäftskunden bremsen Neuerungen für Privatnutzer

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