Apple: Bargeld-Reserven steigen in neue schwindelerregende Höhen

Der Computerkonzern Apple hortet immer weiter riesige Bestände an Bar-Reserven und es verhärtet sich der Eindruck, dass das Unternehmen schlicht nicht so genau weiß, wie es sein Kapital sinnvoll anlegen oder für das eigene Wachstum zum Einsatz bringen kann. Wenn Apple am heutigen Abend seine Bilanzen für das letzte Quartal vorstellen wird, enthalten diese zumindest eine neue Rekord-Zahl: Die liquiden Mittel des Unternehmens sind inzwischen auf mehr als 250 Milliarden Dollar angewachsen. Von dieser Menge gehen zumindest Kenner des Konzerns laut einem Bericht des Wirtschaftsmagazins MarketWatch aus.

Die Geldmenge liegt damit höher als die Reserven an ausländischen Währungen, die von den Staaten Großbritannien und Kanada vorgehalten werden - zusammengenommen versteht sich. Und der Vergleich ist auch gar nicht sonderlich abwegig. Denn 90 Prozent des fraglichen Kapitals steht der Konzernzentrale im kalifornischen Cupertino derzeit nicht direkt zur Verfügung. Es handelt sich vielmehr um die Erträge diverser Niederlassungen im Ausland, die irgendwo auf der Welt geparkt sind - denn eine Überweisung auf die US-Konten würde dazu führen, dass Apple erst einmal 30 Prozent in Form von Steuern abführen müsste.


Trumps Steuerreform soll kommen

In die Sache könnte aber bald Bewegung kommen. US-Präsident Donald Trump hat in seiner kürzlich vorgestellten Steuerreform auch vorgesehen, die Besteuerung von Auslandsgewinnen massiv zu senken. Das Management muss sich dann wohl überlegen, was mit einem großen Teil des Geldes passieren soll. Denn wenn es weiter einfach liegen gelassen wird, werden Aktionäre wohl eine massive Dividenden-Ausschüttung fordern. Eine solche konnte man bisher mit den Hinweis auf die hohe Steuerhürde stets ganz gut ausbremsen.

Sollte es also zu der Steuersenkung kommen, wird allein Apple wohl für einige Erschütterungen in der US-Wirtschaft sorgen. Denn wesentlich wahrscheinlicher als eine einfache Ausschüttung dürfte es sein, dass der Konzern das in die USA geholte Kapital in Übernahmen investiert und damit möglichst gewinnbringend anlegt. Die derzeitig bereitstehende Summe würde dabei theoretisch reichen, um beispielsweise die beiden größten Handelskonzerne der USA - Walmart und Procter & Gamble - komplett aufzukaufen.

Hinzu kommt, dass mit einem ziemlich stetigen Fluss zusätzlicher Gelder an den Mutterkonzern zu rechnen wäre. Denn Apple hat die aktuelle Summe an flüssigem Kapital binnen der vergangenen vier Jahre immerhin verdoppelt. Aktuell ist aber noch völlig unklar, ob die Steuerreform Trumps überhaupt Realität wird. Frühestens im Herbst könnte es soweit sein und für eine gesetzliche Umsetzung bedürfte es der Zustimmung des Kongresses, in dem selbst die eigene Partei nicht auf Linie des Präsidenten ist.
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