10.000 Dollar für Rechenzentrums-OK geboten, Einwohner sagen dennoch nein
KI-Datenzentren sind extrem unbeliebt, das zeigt auch dieser Fall: Ein Entwickler versprach jeder Familie einer US-Kleinstadt 10.000 Dollar, wenn sie dem Bau eines Rechenzentrums zustimmt. Trotz des Angebots stießen die Pläne bei Anwohnern auf Widerstand.
Die Anlage soll das erste von 15 geplanten Gebäuden werden. Laut NorthPoint entstand die Idee nach einer turbulenten öffentlichen Sitzung im vergangenen Jahr, bei der aufgebrachte Anwohner fragten, was sie von dem Projekt hätten. Insgesamt würde der Entwickler somit 45 Millionen Dollar (etwa 40 Millionen Euro) direkt an die Bürger ausschütten.
Für die Region, in der das mittlere Haushaltseinkommen bei etwa 60.000 Dollar (etwa 52.800 Euro) liegt, stellt das Angebot eine beträchtliche Summe dar. Wie das Wall Street Journal berichtet, zeigten sich dennoch nur wenige der befragten Anwohner bereit, das Rechenzentrum für die Zahlung zu akzeptieren.
Viele Bewohner empfinden das Geldangebot als Bestechungsversuch. Ein Anwohner wirft dem Entwickler vor, einen Keil zwischen die direkt betroffenen Nachbarn des Geländes und weiter entfernt lebende Anwohner treiben zu wollen. Hinzu kommt ein allgemeines Misstrauen gegenüber lokalen Behörden. Um mehr Transparenz zu schaffen, verbot der Gouverneur von Pennsylvania, Josh Shapiro, im vergangenen Monat Geheimhaltungsvereinbarungen zwischen lokalen Regierungen und Betreibern von Rechenzentren per Dekret.
Der Entwickler klagt derzeit gegen den Beschluss. Das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen. In der Zwischenzeit hat die Gemeinde einen vorläufigen Baustopp für Rechenzentren verhängt, um die bestehenden Gesetze und Bebauungspläne anzupassen.
Wie bewertet ihr das Angebot des Entwicklers? Würdet ihr für das Geld den Bau eines Rechenzentrums in eurer direkten Nachbarschaft akzeptieren? Teilt eure Meinung in den Kommentaren!
Siehe auch:
Geldgeschenk für Rechenzentrum
Im Juni verschickte der Entwickler NorthPoint Development Briefe an 4500 Haushalte in Hazle Township im US-Bundesstaat Pennsylvania. Darin versprach die Firma jeder Familie eine Zahlung von 10.000 Dollar (etwa 8802 Euro). Die Bedingung: Das Geld sollte fließen, sobald die Gemeinde den Bau eines neuen Rechenzentrums auf einem rund 526 Hektar großen Gelände am Fuße der Pocono-Berge genehmigt hatte.Die Anlage soll das erste von 15 geplanten Gebäuden werden. Laut NorthPoint entstand die Idee nach einer turbulenten öffentlichen Sitzung im vergangenen Jahr, bei der aufgebrachte Anwohner fragten, was sie von dem Projekt hätten. Insgesamt würde der Entwickler somit 45 Millionen Dollar (etwa 40 Millionen Euro) direkt an die Bürger ausschütten.
Für die Region, in der das mittlere Haushaltseinkommen bei etwa 60.000 Dollar (etwa 52.800 Euro) liegt, stellt das Angebot eine beträchtliche Summe dar. Wie das Wall Street Journal berichtet, zeigten sich dennoch nur wenige der befragten Anwohner bereit, das Rechenzentrum für die Zahlung zu akzeptieren.
Kritik an der KI-Infrastruktur
Die Skepsis gegenüber dem Projekt hat verschiedene Gründe: Neben einer grundsätzlichen Abneigung gegen den raschen Ausbau der Künstlichen Intelligenz befürchten die Menschen konkrete Einschnitte in ihre Lebensqualität. Zu den Hauptbedenken der Bürger zählen:- Lärmbelästigung durch den jahrelangen Bau und Betrieb
- Möglicher Wertverlust der angrenzenden Immobilien
- Bedenken wegen der hohen Wasser- und Energiekosten
- Befürchtungen über negative Umweltauswirkungen
Viele Bewohner empfinden das Geldangebot als Bestechungsversuch. Ein Anwohner wirft dem Entwickler vor, einen Keil zwischen die direkt betroffenen Nachbarn des Geländes und weiter entfernt lebende Anwohner treiben zu wollen. Hinzu kommt ein allgemeines Misstrauen gegenüber lokalen Behörden. Um mehr Transparenz zu schaffen, verbot der Gouverneur von Pennsylvania, Josh Shapiro, im vergangenen Monat Geheimhaltungsvereinbarungen zwischen lokalen Regierungen und Betreibern von Rechenzentren per Dekret.
Bauprojekt vor Gericht
Neben den direkten Zahlungen stellte NorthPoint weitere 120 Millionen Dollar (etwa 106 Millionen Euro) in Aussicht. Das Geld soll über die nächsten 15 Jahre unter anderem an die Polizei und in weitere Projekte der Gemeinde fließen. Trotz der Zusagen bleibt die Zukunft des Projekts ungewiss. Die Gemeindeverwaltung von Hazle Township lehnte das Bauvorhaben bereits im November aus planungsrechtlichen Gründen ab.Der Entwickler klagt derzeit gegen den Beschluss. Das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen. In der Zwischenzeit hat die Gemeinde einen vorläufigen Baustopp für Rechenzentren verhängt, um die bestehenden Gesetze und Bebauungspläne anzupassen.
Wie bewertet ihr das Angebot des Entwicklers? Würdet ihr für das Geld den Bau eines Rechenzentrums in eurer direkten Nachbarschaft akzeptieren? Teilt eure Meinung in den Kommentaren!
Zusammenfassung
- NorthPoint Development bot 4500 Haushalten jeweils 10.000 Dollar an
- Voraussetzung für die Prämie ist die Baugenehmigung eines Rechenzentrums
- Bürger fürchten Lärm, hohe Energiekosten und sinkende Immobilienwerte
- Viele Anwohner sehen in dem hohen Geldangebot einen Bestechungsversuch
- Pennsylvanias Gouverneur untersagte Geheimverträge für Rechenzentren
- Die Gemeinde lehnte das Vorhaben ab, woraufhin der Entwickler klagte
Siehe auch:
- Google will erstes (Mini-)Rechenzentrum auf Satellit ins All schießen
- Rechenzentrum-Boom Deutschland: heisseluft.org zeigt Anlagen-Pläne
- Lidl-Konzern plant gigantisches KI-Rechenzentrum in Mecklenburg
- Microsoft baut größtes KI-Rechenzentrum, mit Gaskraftwerk von Chevron
- Gewaltiges Orbital-Rechenzentrum der "Starship-Klasse" angekündigt
Thema:
Witold PryjdaSenior Redakteur
Seit 1996 im Journalismus, ausgebildet an der Österreichischen Medienakademie. Sein Spektrum reicht von Robotern und KI über E-Autos bis zur Militärtechnik.
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