US-Politik als Weckruf: Niederländische Behörden steigen auf Linux um
Der Trend zur digitalen Souveränität in der EU setzt sich fort. Nun arbeitet auch die niederländische Regierung an einem Abschied von Microsoft. Ein neues Open-Source-Projekt auf Basis von Linux soll Windows und Office in der Verwaltung ersetzen. Erste Tests laufen.
Unter dem Namen "Digitaal Autonome Werkomgeving Overheid" (DAWO) soll ein vollständiges Ökosystem auf Basis der Open-Source-Software entstehen. Das Projekt umfasst neben einem Betriebssystem auch Büropakete, Anwendungen für die Zusammenarbeit sowie Cloud-Dienste. Aktuell laufen bereits erste Pilotprojekte in kleinem Rahmen bei niederländischen Behörden.
Auslöser für das Projekt sind die aktuellen geopolitischen Entwicklungen und die Sorge um technologische Abhängigkeiten. Als die US-Regierung Anfang 2025 Sanktionen gegen den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag verhängte, sperrte Microsoft unter anderem den E-Mail-Zugang des Chefanklägers. Das Ereignis verdeutlichte der niederländischen Regierung, dass der Zugriff auf essenzielle IT-Systeme zu stark an politische Entscheidungen aus den USA gebunden ist. Daraufhin formierten sich Entwickler, um eine Alternative zu schaffen.
DAWO umfasst ein komplettes digitales Ökosystem
NixOS setzt auf einen speziellen Paketmanager, der jede Anwendung in einem eigenen, unveränderlichen Verzeichnis ablegt. Die Inhalte sind digital signiert, sodass sich Konfigurationen leicht übertragen lassen. Laut den Entwicklern können bei neuen Installationen 80 bis 90 Prozent des Nix-Codes wiederverwendet werden. Um bisherigen Windows-Administratoren den Wechsel zu erleichtern, wurde zudem eine neue grafische Benutzeroberfläche für das Systemmanagement entwickelt.
Das Team hinter dem Projekt betont jedoch, dass quelloffene Software insgesamt nicht zwingend weniger Geld koste, sondern sich die Ausgaben lediglich verschieben. Statt Lizenzgebühren fallen Kosten für Hosting, weiteres IT-Personal und die Unterstützung von Entwicklergemeinschaften an. Trotzdem besteht die Hoffnung, die Version 1.0 im Laufe des Jahres 2027 zu veröffentlichen. Einen festen Zeitplan gibt es aber nicht.
Damit folgen die Niederlande den bereits erwähnten Beispielen aus Deutschland und Frankreich, die ebenfalls verstärkt auf digitale Souveränität setzen. Aber auch andere europäische Staaten wie Dänemark wechseln etwa von MS Office auf Open-Source-Alternativen, um sich unabhängiger von amerikanischen Konzernen zu machen.
Was haltet ihr davon, dass immer weitere öffentliche Einrichtungen und Verwaltungen in der EU auf Open Source setzen? Glaubt ihr, dass Microsoft den Trend bereits spürt? Teilt eure Gedanken gerne in den Kommentaren mit uns.
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Siehe auch:
Niederlande testen Linux
Immer weitere in Europa ansässige öffentliche Einrichtungen wie der IStGH sowie Regierungen und Verwaltungseinrichtungen wenden sich von Software amerikanischer Konzerne ab. Beispiele sind etwa die französische Regierung und die Landesregierung Schleswig-Holstein. Jetzt macht auch die niederländische Regierung Ernst und treibt den Abschied von Microsoft-Software voran. Stattdessen soll eine eigens entwickelte digitale Arbeitsumgebung auf Linux-Basis zum Einsatz kommen.Unter dem Namen "Digitaal Autonome Werkomgeving Overheid" (DAWO) soll ein vollständiges Ökosystem auf Basis der Open-Source-Software entstehen. Das Projekt umfasst neben einem Betriebssystem auch Büropakete, Anwendungen für die Zusammenarbeit sowie Cloud-Dienste. Aktuell laufen bereits erste Pilotprojekte in kleinem Rahmen bei niederländischen Behörden.
Auslöser für das Projekt sind die aktuellen geopolitischen Entwicklungen und die Sorge um technologische Abhängigkeiten. Als die US-Regierung Anfang 2025 Sanktionen gegen den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag verhängte, sperrte Microsoft unter anderem den E-Mail-Zugang des Chefanklägers. Das Ereignis verdeutlichte der niederländischen Regierung, dass der Zugriff auf essenzielle IT-Systeme zu stark an politische Entscheidungen aus den USA gebunden ist. Daraufhin formierten sich Entwickler, um eine Alternative zu schaffen.
NixOS als neues Fundament
Wie das niederländische IT-Portal Tweakers berichtet, fiel die Wahl für das DAWO-Projekt auf die heimische Distribution NixOS. Sie wurde ursprünglich vom niederländischen Entwickler Eelco Dolstra ins Leben gerufen. Zuvor hatten die Verantwortlichen auch offene Systeme wie openSUSE und Fedora evaluiert. Diese Alternativen wurden jedoch verworfen, da die dahinterstehenden Firmen Besitzerwechsel hinter sich haben oder mittlerweile zu amerikanischen Konzernen wie IBM gehören.
DAWO umfasst ein komplettes digitales Ökosystem
NixOS setzt auf einen speziellen Paketmanager, der jede Anwendung in einem eigenen, unveränderlichen Verzeichnis ablegt. Die Inhalte sind digital signiert, sodass sich Konfigurationen leicht übertragen lassen. Laut den Entwicklern können bei neuen Installationen 80 bis 90 Prozent des Nix-Codes wiederverwendet werden. Um bisherigen Windows-Administratoren den Wechsel zu erleichtern, wurde zudem eine neue grafische Benutzeroberfläche für das Systemmanagement entwickelt.
Hardware und offene Kosten
Ein weiterer Vorteil ist der geringere Anspruch an die Technik. Während für Windows 11 strenge Systemanforderungen gelten, läuft die DAWO-Umgebung in den aktuellen Testläufen auf älteren, eigentlich bereits ausgemusterten Laptops. Das spart direkte Anschaffungskosten und schont gleichzeitig Ressourcen. Die Initiatoren erhoffen sich eine gewisse Sogwirkung auf andere Behörden, die aus Nachhaltigkeitsgründen nachziehen könnten.Das Team hinter dem Projekt betont jedoch, dass quelloffene Software insgesamt nicht zwingend weniger Geld koste, sondern sich die Ausgaben lediglich verschieben. Statt Lizenzgebühren fallen Kosten für Hosting, weiteres IT-Personal und die Unterstützung von Entwicklergemeinschaften an. Trotzdem besteht die Hoffnung, die Version 1.0 im Laufe des Jahres 2027 zu veröffentlichen. Einen festen Zeitplan gibt es aber nicht.
Damit folgen die Niederlande den bereits erwähnten Beispielen aus Deutschland und Frankreich, die ebenfalls verstärkt auf digitale Souveränität setzen. Aber auch andere europäische Staaten wie Dänemark wechseln etwa von MS Office auf Open-Source-Alternativen, um sich unabhängiger von amerikanischen Konzernen zu machen.
Was haltet ihr davon, dass immer weitere öffentliche Einrichtungen und Verwaltungen in der EU auf Open Source setzen? Glaubt ihr, dass Microsoft den Trend bereits spürt? Teilt eure Gedanken gerne in den Kommentaren mit uns.
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Zusammenfassung
- Die Niederlande planen den Abschied von Microsoft mittels Linux-Software
- Das DAWO-Projekt schafft eine souveräne digitale Arbeitsumgebung für Ämter
- Auslöser war eine Kontensperre beim IStGH infolge von US-Sanktionen im Jahr 2025
- Als technische Basis dient die heimische Linux-Distribution namens NixOS
- Das System läuft ressourcenschonend auf älteren, ausgemusterten Laptops
- Der offizielle Release der Version 1.0 wird für das Jahr 2027 angestrebt
Siehe auch:
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Thema:
Felix KrauthRedakteur für Windows & Hardware
War Game Designer, bevor er Journalist wurde, und testet Spiele bis heute selbst. Sein Spektrum reicht von der FritzBox über Windows 11 und Apple bis zu Gaming.
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