Highlight
IPP-Treiber in Windows: Alte Drucker geraten langsam unter Druck
Schon bei einem künftigen Windows-Update könnte die gewohnte Verbindung zwischen PC und Drucker zum Problem werden: Microsoft stellt den langjährigen Umgang mit Druckertreibern schrittweise um.
Über Jahrzehnte lief die Einrichtung meist gleich ab: Für Drucker von HP, Canon, Epson, Brother und anderen Herstellern wurden eigene Treiber und Zusatzprogramme installiert. Diese Software steuerte nicht nur den Druck, sondern häufig auch Sonderfunktionen wie Scan-Profile, Wartung oder Tintenstandsabfragen.
Der Umbau läuft bereits. Seit dem 15. Januar 2026 werden für Windows 11 und Windows Server 2025 grundsätzlich keine neuen Druckertreiber mehr über Windows Update veröffentlicht. Seit dem 1. Juli 2026 bevorzugt Windows bei passenden Geräten den integrierten IPP-Treiber. Ab dem 1. Juli 2027 sollen Aktualisierungen für Drittanbieter-Treiber nur noch für Sicherheitskorrekturen zugelassen werden. Bereits vorhandene Treiber können weiterhin installiert werden.
Beim Einschalten des Modus entfernt Windows Drucker, die auf Drittanbieter-Treibern beruhen. Kompatible Geräte lassen sich anschließend mit dem Windows-eigenen System erneut einrichten. Nicht kompatible Drucker können so lange nicht neu installiert werden, wie der Schutzmodus aktiv ist.
Besonders gefährdet sind ältere USB-Drucker, für die es keine aktuellen Treiber mehr gibt und die weder IPP noch Mopria unterstützen. Netzwerkdrucker mit aktivierter IPP-Funktion und Mopria-Zertifizierung haben deutlich bessere Chancen, auch mit Windows Ready Print weiterzuarbeiten. Eine Zusage für jedes Gerät ist das jedoch nicht.
Bei Multifunktionsgeräten kann der Druck weiterhin funktionieren, während einzelne Zusatzfunktionen eingeschränkt sind. Microsoft verweist darauf, dass Scannen über Netzwerkgeräte über WS-Scan oder eSCL laufen kann. Bei USB-Geräten setzt dies voraus, dass der Drucker IPP over USB unterstützt; für die Scan-Funktion kommt dort eSCL zum Einsatz.
Wer einen älteren, nicht kompatiblen Drucker besitzt, kann den Schutzmodus weiterhin ausschalten und die bisherige Treiberlösung nutzen. Langfristig kann dies jedoch bedeuten, auf Sicherheitsupdates für alte Treiber verzichten zu müssen. Sinnvoll ist deshalb, beim Hersteller zu prüfen, ob das eigene Modell IPP, IPP over USB oder Mopria unterstützt und ob eine aktuelle, kompatible Firmware bereitsteht.
Ist euer Drucker für die neue Windows-Drucktechnik gerüstet - oder setzt ihr weiter auf ein älteres Modell? Schreibt eure Erfahrungen in die Kommentare.
Siehe auch:
- Microsoft setzt verstärkt auf Windows Ready Print mit standardisiertem IPP
- Seit Juli 2026 bevorzugt Windows bei passenden Geräten eigene IPP-Treiber
- Ein neuer geschützter Druckmodus blockiert externe Treiber der Hersteller
- Ältere USB-Drucker ohne IPP- und Mopria-Unterstützung droht bald das Aus
- Nutzer können die Kompatibilität ihrer Geräte in den Einstellungen prüfen
- Ab Juli 2027 sollen externe Treiber nur noch Sicherheitsupdates erhalten
Abschied von klassischen Treibern
Der alte Tintenstrahler im Arbeitszimmer verrichtet oft nur noch selten seinen Dienst. Gerade deshalb halten viele Nutzer an Geräten fest, die zuverlässig arbeiten und deren Patronen oder Toner bekannt sind. Das wird sicher nicht mehr allzu lange gut gehen.Über Jahrzehnte lief die Einrichtung meist gleich ab: Für Drucker von HP, Canon, Epson, Brother und anderen Herstellern wurden eigene Treiber und Zusatzprogramme installiert. Diese Software steuerte nicht nur den Druck, sondern häufig auch Sonderfunktionen wie Scan-Profile, Wartung oder Tintenstandsabfragen.
Windows Ready Print, IPP und Mopria
Microsoft setzt nun stärker auf einen einheitlichen Ansatz, wie How to Geek in einem Beitrag warnt. Unter dem Namen Windows Ready Print soll Windows Drucker möglichst über das standardisierte Internet Printing Protocol, kurz IPP, ansprechen. Dafür bringt das Betriebssystem einen eigenen IPP-Klassentreiber mit. Unterstützt werden insbesondere Mopria-zertifizierte Drucker, die sich über Netzwerk oder USB mit IPP anbinden lassen.Der Umbau läuft bereits. Seit dem 15. Januar 2026 werden für Windows 11 und Windows Server 2025 grundsätzlich keine neuen Druckertreiber mehr über Windows Update veröffentlicht. Seit dem 1. Juli 2026 bevorzugt Windows bei passenden Geräten den integrierten IPP-Treiber. Ab dem 1. Juli 2027 sollen Aktualisierungen für Drittanbieter-Treiber nur noch für Sicherheitskorrekturen zugelassen werden. Bereits vorhandene Treiber können weiterhin installiert werden.
Schutzmodus schließt Treiber aus
Kritisch kann es aber für ältere Geräte werden, wenn der Windows-Protected-Print-Mode aktiviert ist. Der Schutzmodus erlaubt ausschließlich das Drucken über Windows Ready Print und blockiert Treiber von Druckerherstellern. Microsoft will damit die Angriffsfläche verringern, die durch komplexe Treiber entstehen kann.Beim Einschalten des Modus entfernt Windows Drucker, die auf Drittanbieter-Treibern beruhen. Kompatible Geräte lassen sich anschließend mit dem Windows-eigenen System erneut einrichten. Nicht kompatible Drucker können so lange nicht neu installiert werden, wie der Schutzmodus aktiv ist.
Das Aus für Drittanbieter-Druckertreiber unter Windows
-
2023
SeptemberMicrosoft kündigt das Ende der Unterstützung für ältere Druckertreiber von Drittanbietern unter Windows an
-
2026
15. JanuarFür Windows 11 und Windows Server 2025 sowie neuere Versionen werden keine neuen Druckertreiber mehr über Windows Update veröffentlicht. Bestehende Treiber können weiterhin aktualisiert werden, allerdings nur nach Einzelfallprüfung
-
1. JuliDie Rangfolge der Druckertreiber wird geändert: Windows bevorzugt nun stets den mitgelieferten IPP-Klassentreiber
-
2027
1. Juli (geplant)Updates für Druckertreiber von Drittanbietern sind nur noch für Sicherheitskorrekturen zulässig. Bestehende Treiber lassen sich weiterhin über Windows Update oder über Installationspakete der Druckerhersteller installieren
Welche Geräte betroffen sind
Derzeit ist diese Funktion optional, wird es aber nicht bleiben. In Unternehmen können Administratoren sie jedoch zentral per Gruppenrichtlinie einschalten. Microsoft hat zudem angekündigt, den geschützten Druckmodus zu einem späteren Zeitpunkt standardmäßig zu aktivieren. Einen Termin dafür nennt der Konzern bislang nicht.Besonders gefährdet sind ältere USB-Drucker, für die es keine aktuellen Treiber mehr gibt und die weder IPP noch Mopria unterstützen. Netzwerkdrucker mit aktivierter IPP-Funktion und Mopria-Zertifizierung haben deutlich bessere Chancen, auch mit Windows Ready Print weiterzuarbeiten. Eine Zusage für jedes Gerät ist das jedoch nicht.
Bei Multifunktionsgeräten kann der Druck weiterhin funktionieren, während einzelne Zusatzfunktionen eingeschränkt sind. Microsoft verweist darauf, dass Scannen über Netzwerkgeräte über WS-Scan oder eSCL laufen kann. Bei USB-Geräten setzt dies voraus, dass der Drucker IPP over USB unterstützt; für die Scan-Funktion kommt dort eSCL zum Einsatz.
Jetzt Kompatibilität prüfen
Ein sofortiger Neukauf ist nicht nötig. Nutzer können in Windows unter "Einstellungen", "Bluetooth und Geräte" sowie "Drucker und Scanner" prüfen, ob ihr Modell für den Windows-Protected-Print-Mode geeignet ist. Beim Einrichten des Modus weist Windows auf Drucker hin, die entfernt oder neu installiert werden müssen.Wer einen älteren, nicht kompatiblen Drucker besitzt, kann den Schutzmodus weiterhin ausschalten und die bisherige Treiberlösung nutzen. Langfristig kann dies jedoch bedeuten, auf Sicherheitsupdates für alte Treiber verzichten zu müssen. Sinnvoll ist deshalb, beim Hersteller zu prüfen, ob das eigene Modell IPP, IPP over USB oder Mopria unterstützt und ob eine aktuelle, kompatible Firmware bereitsteht.
Ist euer Drucker für die neue Windows-Drucktechnik gerüstet - oder setzt ihr weiter auf ein älteres Modell? Schreibt eure Erfahrungen in die Kommentare.
Siehe auch:
- Windows 11: Systemsteuerung verliert weitere Einstellungsmöglichkeit
- Windows 11 24H2 und 25H2: Vorschau auf den März-Patch wird verteilt
- Windows-Veteran witzelt: So sähe seine Version des Task-Managers aus
- Verblüffendes Foto: Der legendäre Windows-XP-Hügel 30 Jahre später
- Microsoft meldet verlängerten Support für weitere Windows-Versionen
Thema:
Nadine DresslerRedakteurin für Windows & Netzwerke
Seit 2001 im Journalismus, klassisch ausgebildet, Autorin eines Windows-Buches. Ihre Themen reichen von Insider-Builds über die FritzBox bis zu DSL und Starlink.
Neue Windows 11-Downloads
Beliebte Windows 11-Downloads
Windows 11-Videos
- So wird Windows 11 24H2 auf nicht unterstützter Hardware installiert
- Windows 11 vom USB-Stick installieren: Schnell und einfach erledigt
- Windows 11: So geht das Backup vorinstallierter Treiber beim Neu-PC
- Windows 11: Installationsmedium mit eigenen Treibern - so geht's
- Ayaneo Kun: Vielseitiger Gaming-Handheld mit Windows 11 im Test
Beiträge aus dem Forum
-
MP4 Codecs
Mannitwo - 15.10. 17:05 Uhr -
"MSBuild.exe "Hard error" - Anzeige nach Win11-Start
Mannitwo - 15.10. 17:02 Uhr -
WPP-kompatible Etikettendrucker
rawjpeg - 05.10. 13:28 Uhr -
server share verbinden per .bat im startup-ordner
rolfclaus - 03.10. 16:32 Uhr -
Windows 11 herunterfahren mit Alt+F4
Doodle - 19.09. 16:32 Uhr
Interessante Links
Beliebte Windows 11 FAQ Einträge
Beliebt im Preisvergleich
- Windows & Sonstige:
Neue Nachrichten
- Sicherheitsbedenken: USA sperren DeepSeek in zivilen Bundesbehörden
- Readly senkt Einstiegspreis: Tausende Zeitschriften für einen Euro
- Idefix auf dem Weg zum Mars: Erste Landung auf Mini-Mond Phobos
- Apple rüstet alte HomePods auf: Diese Modelle kriegen neue Features
- KIs machen Smart-TVs dumm, um Werbung und Tracking loszuwerden
- Mozilla: Microsoft drängt Nutzer immer wieder zum Edge-Browser
- MacBook-Neo-Alternative: Gerüchte um Surface mit ARM-CPU von AMD
Neueste Downloads
Beliebte Nachrichten
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen?
Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links,
um WinFuture zu unterstützen:
Vielen Dank!
Alle Kommentare zu dieser News anzeigen