Psychologenverband: Klar sind Killerspieler potenzielle Amokläufer
Die Diskussion rund um "Killerspiele" ist fast so alt wie das Genre der First-Person-Shooter selbst, zuletzt wurde sie durch den Amoklauf von München wiederbelebt. Anlässlich der Gamescom hat sich nun der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) zum Thema zu Wort gemeldet. Dort meint man: "Killerspiele" haben sehr wohl einen Einfluss.
Derzeit blickt die Fachwelt nach Köln, dort findet aktuell die Spielemesse Gamescom statt. Das bedeutet auch, dass Games verstärkt in der Öffentlichkeit stehen, das gilt im Positiven wie im Negativen. Letztgenanntes ist die erwähnte Debatte um so genannte "Killerspiele", allerdings ist bereits diese Begrifflichkeit umstritten.
Der BDP gibt sich nicht viel Mühe, das Pro und Kontra abzuwägen und schreibt in einer Pressemitteilung: "Die langfristigen Effekte von Killerspielen auf die Bewertung von Gewalt und die Gewaltbereitschaft werden noch immer vielfach bezweifelt. Während Gewalterfahrungen in der Familie und im Umfeld als relevant für die Erklärung gewalttätigen Verhaltens gesehen werden, wird der Einfluss von Gewaltdarstellungen in den Medien auf die Aggressionsbereitschaft im realen Leben jährlich zur Gamescom geleugnet."
Der BDP zitiert die Psychologin Barbara Krahé, diese legt sich fest und meint, dass Amoktaten sehr selten und nur durch das Zusammenwirken mehrerer Faktoren erklärbar seien: "Die Erfahrung von Gewalt in der virtuellen Realität, sei es durch Killerspiele oder durch Horrorvideos, können dazu ebenfalls einen Erklärungsbeitrag leisten, wie wissenschaftlich belegt ist."
Diese wissenschaftliche Klarheit gibt es allerdings nicht, auch wenn das der BDP behauptet. Denn praktisch auf jede Studie, die einen Einfluss von Killerspielen sieht, kommt eine, die keinen Zusammenhang erkennt. Beispielsweise ist eine Langzeitstudie der Universität Bielefeld zu einer wesentlich differenzierteren Sicht gekommen und stellt fest (via SZ): "Der Konsum von Gewaltmedien führt erwartungsgemäß zu keiner direkten Verstärkung der Gewaltdelinquenz, allerdings zu einer Verstärkung von Einstellungen, die gewalttätiges Verhalten befürworten."
"Selbstverständlich ein Einfluss"
Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen hat sich anlässlich der Gamescom in die Diskussion eingemischt und dort ist man sich sicher: "Killerspiele" haben sehr wohl einen Einfluss auf die Gewaltbereitschaft von Menschen. "Bei allen anderen Effekten von Medienkonsum, beispielsweise auf Geschicklichkeit, Konzentration etc., geht man selbstverständlich davon aus, dass ein Einfluss besteht", sagte BDP-Vizepräsident Michael Ziegelmayer zu dieser Thematik.Der BDP gibt sich nicht viel Mühe, das Pro und Kontra abzuwägen und schreibt in einer Pressemitteilung: "Die langfristigen Effekte von Killerspielen auf die Bewertung von Gewalt und die Gewaltbereitschaft werden noch immer vielfach bezweifelt. Während Gewalterfahrungen in der Familie und im Umfeld als relevant für die Erklärung gewalttätigen Verhaltens gesehen werden, wird der Einfluss von Gewaltdarstellungen in den Medien auf die Aggressionsbereitschaft im realen Leben jährlich zur Gamescom geleugnet."
Der BDP zitiert die Psychologin Barbara Krahé, diese legt sich fest und meint, dass Amoktaten sehr selten und nur durch das Zusammenwirken mehrerer Faktoren erklärbar seien: "Die Erfahrung von Gewalt in der virtuellen Realität, sei es durch Killerspiele oder durch Horrorvideos, können dazu ebenfalls einen Erklärungsbeitrag leisten, wie wissenschaftlich belegt ist."
Diese wissenschaftliche Klarheit gibt es allerdings nicht, auch wenn das der BDP behauptet. Denn praktisch auf jede Studie, die einen Einfluss von Killerspielen sieht, kommt eine, die keinen Zusammenhang erkennt. Beispielsweise ist eine Langzeitstudie der Universität Bielefeld zu einer wesentlich differenzierteren Sicht gekommen und stellt fest (via SZ): "Der Konsum von Gewaltmedien führt erwartungsgemäß zu keiner direkten Verstärkung der Gewaltdelinquenz, allerdings zu einer Verstärkung von Einstellungen, die gewalttätiges Verhalten befürworten."
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