Nach Kritik an lahmem Player:
VLC-Macher geben Windows die Schuld
Wenn der VLC-Player über 30 Sekunden braucht, um das Abspielen einer einfachen MP3-Datei zu starten, ist der Ärger groß. Ein Nutzer nutzte das für generelle Kritik an Open-Source-Software. Die Entwickler sehen das Problem jedoch bei Windows.
Die Macher des VLC-Players ließen den Vorwurf der mangelhaften Qualität jedoch nicht auf sich sitzen. Sie wiesen die Schuld für die massiven Verzögerungen strikt von sich und machten stattdessen Windows für die Probleme verantwortlich. Konkret soll ein Fehler im Microsoft Defender die reibungslose Ausführung der Software blockieren.
Wie das Entwicklerteam von VideoLAN auf X erklärte, stuft der Microsoft Defender den sogenannten Plugin-Cache des Abspielprogramms fälschlicherweise als Bedrohung ein. Die Sicherheitssoftware verschiebt die wichtige Zwischenspeicherdatei in Quarantäne. Das Fehlen der Datei zwingt das Programm dazu, bei jedem Start alle verfügbaren Erweiterungen für Codecs und Module neu zu scannen, was lange Ladezeiten verursacht.
Die Datei mit dem Namen plugins.dat fungiert dabei als Inhaltsverzeichnis für die Module. Ist das Verzeichnis durch den Virenscanner blockiert, bricht das System zwar nicht zusammen, wird aber extrem langsam. Anwender können das Problem umgehen, indem sie den Zwischenspeicher neu generieren lassen oder den Installationsordner des Players als Ausnahme in der Windows-Sicherheit hinterlegen.
Letztlich zeigt der Vorfall, wie stark voneinander abhängige Systemkomponenten die Nutzererfahrung beeinflussen können. Während die VideoLAN-Entwickler eine saubere technische Lösung seitens Microsoft fordern, sind Endanwender vorerst auf Behelfslösungen angewiesen. Bis zu einem offiziellen Update für den Defender müssen Nutzer die Wartezeit bei Musikdateien akzeptieren oder die Ausnahmeregelung manuell konfigurieren.
Nutzt ihr den VLC-Player und habt ähnliche Verzögerungen unter Windows bemerkt? Oder nutzt ihr ohnehin ein anderes Programm zur Medienwiedergabe? Teilt eure Erfahrungen und Lösungsansätze gerne mit uns in den Kommentaren!
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Siehe auch:
Kritik an langen Ladezeiten
Der Entwickler der Rätselspiele Braid und The Witness, Jonathan Blow, äußerte kürzlich massive Kritik an dem beliebten Medienabspielprogramm VLC. Auslöser war eine Verzögerung von über 30 Sekunden beim Öffnen einer simplen MP3-Audiodatei unter Windows. Blow nahm den Vorfall zum Anlass, um die Qualität von Open-Source-Software generell infrage zu stellen und kündigte an, künftig den hauseigenen Medienplayer von Microsoft zu nutzen.Die Macher des VLC-Players ließen den Vorwurf der mangelhaften Qualität jedoch nicht auf sich sitzen. Sie wiesen die Schuld für die massiven Verzögerungen strikt von sich und machten stattdessen Windows für die Probleme verantwortlich. Konkret soll ein Fehler im Microsoft Defender die reibungslose Ausführung der Software blockieren.
Wie das Entwicklerteam von VideoLAN auf X erklärte, stuft der Microsoft Defender den sogenannten Plugin-Cache des Abspielprogramms fälschlicherweise als Bedrohung ein. Die Sicherheitssoftware verschiebt die wichtige Zwischenspeicherdatei in Quarantäne. Das Fehlen der Datei zwingt das Programm dazu, bei jedem Start alle verfügbaren Erweiterungen für Codecs und Module neu zu scannen, was lange Ladezeiten verursacht.
Modulare Architektur
Um die Verzögerung zu verstehen, lohnt ein Blick auf die VLC-Architektur. Das Projekt startete 1996 als akademisches Vorhaben von Studenten der französischen Ingenieurschule École Centrale Paris. Heute ist der VLC-Player mit über sechs Milliarden Downloads eines der erfolgreichsten Open-Source-Projekte weltweit. Die Software ist dabei extrem modular aufgebaut. Anstatt alle Funktionen in einer Datei zu bündeln, lädt das Programm benötigte Komponenten nur bei Bedarf.Die Datei mit dem Namen plugins.dat fungiert dabei als Inhaltsverzeichnis für die Module. Ist das Verzeichnis durch den Virenscanner blockiert, bricht das System zwar nicht zusammen, wird aber extrem langsam. Anwender können das Problem umgehen, indem sie den Zwischenspeicher neu generieren lassen oder den Installationsordner des Players als Ausnahme in der Windows-Sicherheit hinterlegen.
VLC schneller als Microsofts Media Player
Der Wechsel zum Microsoft Media Player, wie ihn Entwickler Blow vollzogen hat, bietet den Vorteil, dass Audiodateien ohne manuelle Eingriffe in die Systemsicherheit sofort starten. Allerdings ist die Microsoft-Software bei der Videowiedergabe deutlich langsamer und verbraucht mehr Arbeitsspeicher. Oft scheitert das Programm von Microsoft zudem an seltenen Dateiformaten, die der VLC-Player problemlos abspielt.Letztlich zeigt der Vorfall, wie stark voneinander abhängige Systemkomponenten die Nutzererfahrung beeinflussen können. Während die VideoLAN-Entwickler eine saubere technische Lösung seitens Microsoft fordern, sind Endanwender vorerst auf Behelfslösungen angewiesen. Bis zu einem offiziellen Update für den Defender müssen Nutzer die Wartezeit bei Musikdateien akzeptieren oder die Ausnahmeregelung manuell konfigurieren.
Nutzt ihr den VLC-Player und habt ähnliche Verzögerungen unter Windows bemerkt? Oder nutzt ihr ohnehin ein anderes Programm zur Medienwiedergabe? Teilt eure Erfahrungen und Lösungsansätze gerne mit uns in den Kommentaren!
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Zusammenfassung
- Ein Nutzer kritisierte extrem langen Ladezeiten beim VLC-Player
- VideoLAN sieht die Schuld beim Virenscanner Microsoft Defender
- Die Sicherheitssoftware blockiert fälschlich den Plugin-Cache
- Der fehlende Cache erzwingt einen zeitintensiven Neuscan aller Module
- Das Problem lässt sich über Ausnahmen in der Windows-Sicherheit lösen
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