Daimler-Tochter entwickelt neue E-Motoren komplett ohne seltene Erden
Seltene Erden gelten bei der Produktion von Elektromotoren als unverzichtbar, doch der britische Hersteller Yasa will diese Vorgabe nun brechen. Zwei neue Antriebskonzepte für E-Autos sollen in Zukunft ohne derartige Rohstoffe auskommen.
Der Hintergrund für das Projekt sind die komplexen Lieferketten für seltene Erden. Diese Rohstoffe sind für die Herstellung leistungsstarker Permanentmagnete in Elektromotoren derzeit unverzichtbar. Die geografische und damit auch geopolitische Konzentration der Abbaugebiete auf China birgt jedoch Risiken für die Automobilindustrie. Preisschwankungen, Exportbeschränkungen und Unsicherheiten können die Produktion empfindlich stören. Zudem ist die Gewinnung schwerer seltener Erden oft mit einem hohen Kohlendioxid-Ausstoß verbunden.
Die konkreten Entwicklungsziele teilen sich in zwei Bereiche auf. Für Hochleistungsfahrzeuge entstehen Motoren, die ohne schwere seltene Erden auskommen. Die Leistungsdichte soll dabei erhalten bleiben, ohne dass sich das Gewicht oder die Größe erhöhen. Für andere Fahrzeugklassen entwickelt Yasa eine Technologie, die komplett auf seltene Erden verzichtet. Hierbei stehen abweichende Anforderungen an Leistung und Produktionskosten im Fokus.
Tom Hillman, Leiter der Motorensimulation bei Yasa, erklärte, dass die Branche sich auf eine Zukunft vorbereiten müsse, in der die Verfügbarkeit und die Umweltauswirkungen von Materialien stärker ins Gewicht fallen. Das Projekt solle funktionierende Alternativen schaffen, ohne die technischen Anforderungen der Autohersteller zu vernachlässigen. Da unterschiedliche Anwendungen verschiedene Kompromisse erfordern, verfolge man bewusst zwei Wege statt einer Universallösung.
Ein Vorteil der neuen Motoren ist die Reduzierung der Abhängigkeit von Rohstoffimporten. Gleichzeitig erfordert der Verzicht auf bewährte Magnetmaterialien Forschungsaufwand, um Leistungsverluste auszugleichen. Die laufende Entwicklungsphase zielt darauf ab, die Effizienz der neuen Axialflussmotoren für eine zukünftige Massenproduktion sicherzustellen.
Wie bewertet ihr den Verzicht auf seltene Erden bei E-Motoren? Teilt eure Gedanken und Meinungen gerne mit uns in den Kommentaren!
Siehe auch:
Nachhaltige Antriebe für E-Autos
Der britische Hersteller Yasa, der eine 100-prozentige Tochter der Mercedes-Benz Group ist, arbeitet an einer neuen Generation von Axialflussmotoren für Elektro- und Hybridfahrzeuge. Das Ziel des Vorhabens mit dem Namen Projekt Resilience ist es, Antriebe zu konstruieren, die vollständig oder teilweise auf seltene Erden verzichten. Die Entwicklung findet in den britischen Anlagen des Unternehmens in Oxford statt und wird durch die Regierung finanziell unterstützt.Der Hintergrund für das Projekt sind die komplexen Lieferketten für seltene Erden. Diese Rohstoffe sind für die Herstellung leistungsstarker Permanentmagnete in Elektromotoren derzeit unverzichtbar. Die geografische und damit auch geopolitische Konzentration der Abbaugebiete auf China birgt jedoch Risiken für die Automobilindustrie. Preisschwankungen, Exportbeschränkungen und Unsicherheiten können die Produktion empfindlich stören. Zudem ist die Gewinnung schwerer seltener Erden oft mit einem hohen Kohlendioxid-Ausstoß verbunden.
Zwei technologische Lösungswege
Wie das Unternehmen in einer Pressemitteilung schreibt, verfolgen die Ingenieure zwei unterschiedliche Ansätze, dabei basieren beide auf der bestehenden Stator-Technologie von Yasa. Das Baukastenprinzip soll es den Fahrzeugherstellern künftig ermöglichen, je nach Anforderungsprofil die passende Rotortechnologie auszuwählen.Die konkreten Entwicklungsziele teilen sich in zwei Bereiche auf. Für Hochleistungsfahrzeuge entstehen Motoren, die ohne schwere seltene Erden auskommen. Die Leistungsdichte soll dabei erhalten bleiben, ohne dass sich das Gewicht oder die Größe erhöhen. Für andere Fahrzeugklassen entwickelt Yasa eine Technologie, die komplett auf seltene Erden verzichtet. Hierbei stehen abweichende Anforderungen an Leistung und Produktionskosten im Fokus.
Tom Hillman, Leiter der Motorensimulation bei Yasa, erklärte, dass die Branche sich auf eine Zukunft vorbereiten müsse, in der die Verfügbarkeit und die Umweltauswirkungen von Materialien stärker ins Gewicht fallen. Das Projekt solle funktionierende Alternativen schaffen, ohne die technischen Anforderungen der Autohersteller zu vernachlässigen. Da unterschiedliche Anwendungen verschiedene Kompromisse erfordern, verfolge man bewusst zwei Wege statt einer Universallösung.
Staatliche Förderung bis 2035
Das Vorhaben wird durch den Wettbewerb Drive35 finanziert. Das Programm ist Teil eines umfassenden Plans der britischen Regierung für den fortschrittlichen Fertigungssektor. Bis zum Jahr 2035 stehen insgesamt Fördergelder in Höhe von umgerechnet 4,4 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung in der Automobilindustrie zur Verfügung.Ein Vorteil der neuen Motoren ist die Reduzierung der Abhängigkeit von Rohstoffimporten. Gleichzeitig erfordert der Verzicht auf bewährte Magnetmaterialien Forschungsaufwand, um Leistungsverluste auszugleichen. Die laufende Entwicklungsphase zielt darauf ab, die Effizienz der neuen Axialflussmotoren für eine zukünftige Massenproduktion sicherzustellen.
Wie bewertet ihr den Verzicht auf seltene Erden bei E-Motoren? Teilt eure Gedanken und Meinungen gerne mit uns in den Kommentaren!
Zusammenfassung
- Yasa entwickelt neue Axialflussmotoren für Elektro- und Hybridautos
- Das Projekt Resilience soll die Nutzung seltener Erden reduzieren
- Damit soll die Abhängigkeit von Rohstoffimporten verringert werden
- Die Ingenieure verfolgen zwei unterschiedliche Entwicklungsansätze
- Für sportliche Fahrzeuge entfallen künftig nur schwere seltene Erden
- Andere Fahrzeugklassen erhalten Motoren komplett ohne seltene Erden
- Großbritannien fördert das Vorhaben durch das Programm namens Drive35
Siehe auch:
- Seltene Erden: Westliche Militär-Drohnen-Pläne hängen am Tropf Chinas
- Starke Magnete ohne Seltene Erden oder Edelmetalle entwickelt
- China setzt Exportbeschränkungen für seltene Erden vorerst aus
- China verschärft Export-Regeln für Seltene Erden in den Westen deutlich
- Seltene Erden: Ausfuhrbeschränkungen stören Lieferketten massiv
Thema:
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