Sonys bisheriges Smartphone-Geschäft ist spektakulär gescheitert
Der japanische Elektronikkonzern Sony versucht zwar, bei Mobiltelefonen endlich wieder zu altem Glanz zurückzukehren, doch besonders erfolgreich ist das bisher nicht. Das Smartphone-Geschäft musste nun neu bewertet werden, was ein Milliarden-schweres Loch in die Bilanzen reißt.
In einer aktualisierten Prognose für das gesamte Geschäftsjahr, die Sony nun veröffentlichte, wird das ganze Ausmaß dessen deutlich, was die anhaltenden Probleme im Smartphone-Geschäft mit dem Konzern - dem es ohnehin nicht sonderlich gut geht - anrichtet. Mit einem Gewinn rechnete man ohnehin nicht. Bisher ging man aber davon aus, dass die Jahresbilanz für das kommende Jahr einen Verlust von rund 360 Millionen Euro ausweisen wird.
Die neue Schätzung kommt nun aber auf einen wesentlich höheren Fehlbetrag von etwa 1,66 Milliarden Euro. Hintergrund dessen ist eine massive Wertkorrektur der Mobile-Sparte des Konzerns. In den Büchern wird diese nun mit 1,3 Milliarden Euro weniger geführt - einer Differenz, die über eine Abschreibung als Verlust verbucht werden muss.
Sony versucht bei Smartphones zwar auf der Erfolgswelle der Android-Plattform mitzuschwimmen und liefert hier durchaus passable Produkte, doch das verhindert nicht, dass der Konzern in der riesigen Masse an Anbietern von Android-Geräten schlicht zum größten Teil untergeht. Während die Gewinne in diesem Markt nahezu ausschließlich zu Samsung fließen, lässt sich auch über Masse wenig ausrichten, da hier zahlreiche chinesische Hersteller die Positionen besetzen.
Im Sony-Management geht man daher inzwischen davon aus, dass statt der erhofften 50 Millionen Smartphones im laufenden Geschäftsjahr lediglich 43 Millionen verkauft werden. Damit die Sparte vielleicht doch in absehbarer Zeit aufhört, Verluste zu schreiben, will man nun versuchen, stärker auf High-End-Geräte mit stärkeren Gewinnmargen zu setzen. Dem mittleren Preissegment will Sony hingegen weniger Aufmerksamkeit schenken, da hier ohnehin kaum etwas zu holen ist.
Sony hatte in den letzten Jahren immer wieder Geschäftsbereiche aufgegeben, die die Bilanzen dauerhaft belasteten. Doch quasi immer, wenn sich andeutete, dass der jahrelange Sanierungs-Prozess endlich Erfolge zeigt, kam der nächste Rückschlag. Insofern bleibt abzuwarten, ob man den Hersteller überhaupt noch dauerhaft auf dem Smartphone-Markt sehen wird.
Mit Dank für den Hinweis an unseren Leser Gannicus.
Die neue Schätzung kommt nun aber auf einen wesentlich höheren Fehlbetrag von etwa 1,66 Milliarden Euro. Hintergrund dessen ist eine massive Wertkorrektur der Mobile-Sparte des Konzerns. In den Büchern wird diese nun mit 1,3 Milliarden Euro weniger geführt - einer Differenz, die über eine Abschreibung als Verlust verbucht werden muss.
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Christian Kahle
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