Yahoo vs. Microsoft:
CEO-Suche dient als Ausrede

Yahoo versucht alles, um aus der Bing-Partnerschaft mit Microsoft herauszukommen oder die Einführung der Suchtechnologie zumindest zu verzögern. Letzteres hat man nun gemacht und als Ausrede die Chefsuche in Redmond hergenommen.
Ceo, Yahoo!, Marissa Mayer
Yahoo
Marissa Mayer kommt bekanntlich von Google und ging Mitte 2012 zum Internet-Urgestein Yahoo, wo sie als neue Chief Executive Officer anheuerte. Seit ihrem Amtsantritt stört sich Mayer vor allem an einem: der bereits vor ihrer Zeit geschlossenen Partnerschaft mit Microsoft bzw. der Suchtechnologie des Redmonder Konzerns. Am liebsten würde sie sofort aus dem Deal aussteigen, der ursprünglich auf zehn Jahre ausgelegte Vertrag bietet Mayer aber nur einen begrenzten Spielraum dazu.

Also muss die Yahoo-Chefin zu gewissen Tricks greifen, die Microsoft wohl zumindest verschnupft registrieren wird. Wie Re/Code berichtet, fror Mayer jüngst die Einführung von Bing auf den Ablegern in Hong Kong und Taiwan ein. Als Grund für diese Verzögerung (im Rahmen der rechtlichen Argumentation) wurde genannt, dass die jüngste Übergangsphase von Steve Ballmer zum neuen CEO Satya Nadella für Unsicherheit gesorgt habe.

Seit Mayer den Posten übernommen hat, versucht sie alles, um aus der Partnerschaft herauszukommen, was aber bisher nicht gelang. Hintergrund der Überlegungen ist es, dass Yahoo derzeit versuchen soll, eine eigene Suchtechnologie zu entwickeln. Mayer ist den Berichten zufolge überzeugt, dass Suche eine Kernkompetenz von Yahoo (samt eigener Engine) sein müsse.

Problematisch für Yahoo: Man kann finanziell auf den ungeliebten Microsoft-Deal nicht ohne weiteres verzichten. Ende 2013 musste Yahoo eingestehen, dass man stolze 31 Prozent des Gesamtumsatzes durch die Microsoft-Partnerschaft lukriert.

Die nächste Runde ist für März zu erwarten: Denn bis dahin zahlt Microsoft an Yahoo einen fixen Betrag, wenn die Platzierung von Werbung nicht die erwünschten bzw. vereinbarten Einnahmen bringt. Der bis 2020 laufende Vertrag kann frühestens 2015 beendet werden, es gibt allerdings auch Szenarien, bei denen das vorzeitig möglich wäre, die aber als höchst unwahrscheinlich gelten - etwa im Fall, dass die Einnahmen aus Suchanfragen im Schnitt auf weniger als 40 Prozent der Google-Einnahmen bei einer vergleichbaren Suchanfrage fallen.

Siehe auch: Yahoo plagt sich - Mehr Nutzer, weniger Werbegeld
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