Telekom soll Breitband-Ausbau gezielt blockieren

Die Wettbewerber der Deutschen Telekom setzen in der Auseinandersetzung um den Breitband-Ausbau nach und werfen dem Konzern vor, das Thema für taktische Spielchen und die Behinderung des Wettbewerbs auszunutzen.
Glasfaser, Licht, Fiber
Alex Blackie
Insbesondere durch den anlaufenden Vectoring-Ausbau würden die Mitglieds-Firmen des Bundesverband Breitbandkommunikation (BREKO) immer häufiger Konfliktfälle melden, teilte die Organisation mit. In immer mehr Fällen gebe die Deutsche Telekom ausgerechnet dann den Ausbau bestimmter Gebiete bekannt, wenn dort bereits ein Wettbewerber aktiv ist beziehungsweise selbst einen Ausbau angemeldet hat.

Zwar sei der parallele Einsatz von VDSL an einem Kabelverzweiger durchaus möglich, bilde bisher aber eine Ausnahme. Denn in der Regel rechne sich ein solches Vorgehen nicht. Zudem, so hieß es, sei der Konflikt mit dem Start von VDSL-Vectoring absehbar, denn diese Technik kann nur von einem Carrier am Verteiler betrieben werden.

Man warf der Telekom weiterhin vor, in vielen Fällen nicht bereit zu sein, eine ganze Gegend mit Breitband versorgen zu wollen. Vielmehr suche sich das Unternehmen nur die besonders lukrativen Kabelverzweiger, in deren Einzugsgebiet viele Menschen wohnen, heraus. Alternativen Carriern stünden dann nur noch die weniger attraktiven Verteiler zur Verfügung, was sich wirtschaftlich nicht lohnt.

Als Beispiel führte der BREKO sein Mitgliedsunternehmen RhönEnergie aus dem hessischen Fulda an, das den Ort Hosenfeld mit 20 Kabelverzweigern mit VDSL versorgen wollte und entsprechende Ausbau-Anträge stellte. Kurz darauf meldete sich das Bonner Unternehmen demnach jedoch bei der Gemeinde und teilte mit, es werde insgesamt fünf Kabelverzweiger bis Mitte 2014 selbst mit VDSL erschließen. RhönEnergie wären so nur die weniger lukrativen Verzweiger geblieben, was letztlich aber abgewendet werden konnte.

"Das Rosinenpicken der Telekom boykottiert den Breitband-Ausbau in ländlichen und unterversorgten Gebieten", sagte BREKO-Geschäftsführer Stephan Albers. Statt dessen sieht man es bei dem Verband als besten Weg an, wenn in kooperativen Geschäftsmodellen Kommunen, Stadtwerke und regionale Netzbetreiber zusammenarbeiten. Dadurch könnten die hohen Investitionskosten für den Netzausbau gesenkt und unterversorgte Gebiete schneller mit Glasfasern erschlossen werden.
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