Facebook-Konkurrent:
Diaspora-Gründer kapitulieren
Die noch im Entwicklerteam verbliebenen Gründer des Social Networking-Projekt "Diaspora" geben den Versuch auf, die Plattform zu einem signifikanten Faktor im Social Media-Bereich zu machen. Das Projekt muss gemessen an seinen einstigen Ansprüchen als gescheitert angesehen werden.
Die Kapitulation wird dabei gut verpackt: "Diaspora wuchs zu etwas heran, das größer ist, als nur ein Projekt, dass vier Leute in ihrem Universitätsbüro starteten", schreiben die beiden Gründungsmitglieder Daniel Grippi und Maxwell Salzberg in einem Blog-Post. Daher habe man sich entschieden, das Projekt der Community zu übergeben und sich zurückzuziehen.
Konkret dürfte dies allerdings heißen, dass die beiden keinen Sinn mehr darin sehen, selbst noch Energie in die Weiterentwicklung zu stecken. Die Übergabe des zugrundeliegenden Codes an die Öffentlichkeit ist dabei im Grunde eher Selbstverständlichkeit als gute Tat - immerhin wurde dessen Entwicklung von zahlreichen Spendern finanziert.
Das Diaspora-Projekt startete im April 2010 an der New York University. Aus Unzufriedenheit über die strukturellen Datenschutz-Probleme bei Facebook wollte man ein soziales Netzwerk entwickeln, bei dem die Daten dezentral bei den jeweiligen Nutzern gespeichert sind. Über die Crowd-Funding-Plattform Kickstarter sammelte man ein Startkapital von 200.000 Dollar ein - auch Facebook-Gründer Mark Zuckerberg gehörte zu den Spendern.
Rund um das Projekt entstand damals ein Hype und Diaspora wurde zu einem ernsten Konkurrenten für Facebook hochgeschrieben. Nun: Facebook hat es überlebt - und das sogar sehr gut, während bei Diaspora die Probleme zunahmen. Schon im Juli 2011 war das gespendete Geld nahezu aufgebraucht. Ein schwerer Rückschlag für das Team war der Selbstmord des Mitbegründers Ilya Zhitomirskiy.
Letztlich ist Diaspora nie wirklich über die engen Grenzen der Entwickler-Community herausgekommen. Hier allerdings gibt es durchaus einige hundert Installationen, auf denen mehrere tausend Nutzer mit der Plattform experimentieren. Diese können nun völlig frei weiterarbeiten und vielleicht eines Tages auf den dabei gewonnenen Erkenntnissen eine wirkliche Erfolgsgeschichte auf den Weg bringen.
Konkret dürfte dies allerdings heißen, dass die beiden keinen Sinn mehr darin sehen, selbst noch Energie in die Weiterentwicklung zu stecken. Die Übergabe des zugrundeliegenden Codes an die Öffentlichkeit ist dabei im Grunde eher Selbstverständlichkeit als gute Tat - immerhin wurde dessen Entwicklung von zahlreichen Spendern finanziert.
Das Diaspora-Projekt startete im April 2010 an der New York University. Aus Unzufriedenheit über die strukturellen Datenschutz-Probleme bei Facebook wollte man ein soziales Netzwerk entwickeln, bei dem die Daten dezentral bei den jeweiligen Nutzern gespeichert sind. Über die Crowd-Funding-Plattform Kickstarter sammelte man ein Startkapital von 200.000 Dollar ein - auch Facebook-Gründer Mark Zuckerberg gehörte zu den Spendern.
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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