EU-Kommission: Offenbar harte Strafen für Intel

Recht, Politik & EU EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes soll sich faktisch für ein Urteil im Wettbewerbsverfahren gegen den Chiphersteller Intel entschieden haben. Demnach erkennt sie den Vorwurf eines Missbrauchs der marktbeherrschenden Stellung durch das Unternehmen an. Das geht aus einem Bericht der Financial Times Deutschland hervor. Die mehrere Jahre andauernde Untersuchung der Geschäftsmethoden Intels wäre damit abgeschlossen. Mit einer Veröffentlichung der Entscheidung sei im Spätsommer zu rechnen, hieß es.

Dem Vernehmen nach wurden ausreichend Beweise zusammengetragen, um eine der bisher härtesten Strafen gegen den Konzern zu verhängen. Intel wurde hauptsächlich vom Konkurrenten AMD vorgeworfen, den Wettbewerb mit unlauteren Methoden zu behindern.

So soll der Konzern Händlern beispielsweise Werbekostenzuschüsse gezahlt haben, wenn sie ihr Sortiment ausschließlich auf Intel-basierte Rechner beschränkten. PC-Hersteller, die auf Prozessoren der Konkurrenz verzichteten, hätten Preisnachlässe erhalten.

Die EU-Kommission wird zukünftig voraussichtlich über einen bestimmten Zeitraum hinweg kontrollieren, dass Intel solche Methoden nicht weiterhin anwendet. Außerdem droht eine Geldbuße von bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes. Die Summe könnte sich damit im Milliarden-Euro-Bereich bewegen.

Intel weist die Vorwürfe weiterhin zurück. Man habe korrekt und gesetzeskonform gehandelt, so Hannes Schwaderer, Chef von Intel Deutschland. auf einer Anhörung im März konnte das Unternehmen die Wettbewerbs-Behörden aber offenbar nicht überzeugen.

Nach Angaben der EU-Kommission werden die Ermittlungen derzeit noch fortgeführt. Wenn eine Entscheidung gefällt wurde, werde man dies schnellstmöglich mitteilten, so Jonathan Todd, Sprecher der EU-Kommission.
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