Intersolar: EVE Energy zeigt Akku-Technik von Auto bis Grid-Speicher

Auf der Intersolar 2026 zeigte EVE Energy ein breites Batterieportfolio. Während auf der Messe vor allem Solar- und Speichersysteme im Mittelpunkt standen, präsentierte das Unternehmen auch Lösungen von zylindrischen Fahrzeugzellen bis hin zu großformatigen Batteriesystemen für Industrie- und Netzspeicher. Im Fokus standen dabei nicht einzelne Produkte, sondern ein durchgängiger Systemansatz mit den Schwerpunkten Sicherheit, Skalierung und europäische Lieferketten. Die Kollegen von ValueTech TV haben es sich angesehen.

Im Automobilbereich setzt EVE auf zylindrische 46er-Zellen, die mit einem festen Stahlgehäuse, einem schnellen Druckentlastungssystem sowie verbessertem Kälteverhalten für mehr Sicherheit und Alltagstauglichkeit sorgen sollen. Auch hohe Ladeleistungen gehören zu den zentralen Entwicklungszielen. Aussagen zur Langzeitperformance lassen sich allerdings erst im Praxiseinsatz bewerten.

Ein wichtiger Bestandteil der Europa-Strategie ist die Produktion von 46er-Zellen in Ungarn nahe eines BMW-Standorts sowie Lager- und Aftersales-Strukturen in Deutschland. Damit will EVE nicht nur als Zelllieferant auftreten, sondern mit regionaler Fertigung, kurzen Lieferwegen und lokalem Support punkten. Viele der vorgestellten Leistungsdaten stammen jedoch aus Herstellerangaben und müssen sich noch unabhängig bestätigen.
EVE Energy auf der Intersolar EVE Energy auf der Intersolar EVE Energy auf der Intersolar
Für stationäre Speicher stellte EVE die "Mr. Big"-Plattform mit prismatischen 628-Ah-LFP-Zellen vor. Die Zellen erreichen rund 2 kWh Kapazität und sollen durch hohe Effizienz sowie optimiertes Wärme- und Strommanagement insbesondere für große Speicheranwendungen geeignet sein. Die Plattform unterstützt neben LFP auch Natrium-Ionen-Zellen und verfolgt damit einen technologieoffenen Ansatz. Belastbare Vergleichsdaten aus dem Feldbetrieb stehen allerdings noch aus.

Natrium-Ionen-Zellen für stationäre Speicher

Auch Natrium-Ionen-Technologie spielte eine wichtige Rolle. EVE sieht sie als Ergänzung zu Lithium-Ionen-Batterien, insbesondere für stationäre Anwendungen, bei denen Kosten, Rohstoffverfügbarkeit und hohe Zyklenfestigkeit wichtiger sind als maximale Energiedichte. Gezeigt wurde unter anderem ein 180-kWh-Außenspeicher auf Natrium-Ionen-Basis.

Mit "Mr. Giant 3.0" richtet sich EVE schließlich an große Netz- und Utility-Speicher. Das System basiert auf 702-Ah-Zellen und erreicht laut Hersteller mehr als 6,9 MWh Speicherkapazität pro Einheit. Ziel sind geringerer Flächenbedarf, weniger Transportaufwand sowie niedrigere Installations- und Betriebskosten. Gleichzeitig steigen mit der Systemgröße die Anforderungen an Service, Sicherheitskonzepte und Wartung.

Insgesamt vermittelte der Messeauftritt den Eindruck einer klaren Produktstrategie: EVE Energy deckt Fahrzeugzellen, stationäre Großzellen und komplette Speichersysteme gleichermaßen ab. Besonders hervorzuheben sind die Kombination aus Sicherheitskonzepten, Plattformstrategie und europäischer Fertigung. Ob sich die angekündigten Vorteile im großflächigen Einsatz bestätigen, wird sich jedoch erst im praktischen Betrieb zeigen.

Mehr von ValueTech: ValueTech - Technik. Einfach. ValueTech auf YouTube