EU will ihr Monopolverfahren gegen Intel ausweiten

Recht, Politik & EU Die EU-Kommission bereitet neue Anklagepunkte gegen den Chip-Hersteller Intel vor. Das bereits länger andauernde Wettbewerbsverfahren wegen der Marketing- und Vertriebspraktiken des Unternehmens würde damit ausgeweitet. Wie das 'Wall Street Journal' unter Berufung auf informierte Kreise berichtet, werde die EU-Kommission dem Hersteller nun auch offiziell vorwerfen, großen Elektronik-Vertriebsketten finanzielle Anreize geboten zu haben, wenn diese vollständig auf den Verkauf von Rechnern mit AMD-Prozessoren verzichten.

Die Untersuchung dauert nun schon seit achte Jahren an. Im letzten Jahr erhob die EU offiziell den Vorwurf, Intel habe mit unrechtmäßigen Rabatten und Werbekostenzuschüssen versucht, AMD aus dem Markt zu drängen. Damit hätte das Unternehmen, dass mit einem Anteil von 75 Prozent den CPU-Markt dominiert, seine Monopolstellung missbraucht und gegen das Gesetz verstoßen.

Im Jahr 2006 hatte AMD bei den deutschen Behörden Beschwerde eingelegt und weitergehende Rechtsverstöße bemängelt. Intel habe demnach mit dem Handelskonzern Metro vereinbart, dass in der Media Markt-Kette keine AMD-Produkte vertrieben werden. Daraufhin wurden im letzten Jahr Hausdurchsuchungen bei dem Konzern durchgeführt, die Beweise sichern sollten.

Wenn die EU das Wettbewerbsverfahren nun dahingehend ausweitet, könnte dies darauf hindeuten, dass dabei tatsächlich belastende Dokumente sichergestellt wurden. Intel weist allerdings weiterhin alle Schuld von sich. "Wir sind überzeugt, im Rahmen der Gesetze gehandelt zu haben", sagte Konzernsprecher Chuck Mulloy.
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