Windows 11: Laptop-Akkus halten dank besserem Standby bald länger

Der sogenannte Modern Standby unter Windows 11 zieht oft viel Strom. Zugeklappte Laptops verlieren dann unnötig viel Akku. Ein neues Update für das Betriebssystem soll nun Abhilfe schaffen und die Laufzeit von Geräten spürbar verlängern.
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Neuer Ruhezustand für Laptops

Wer seinen Laptop zuklappt, erwartet am nächsten Tag einen beinahe unverändert hohen Akkustand. Doch bei aktuellen Geräten mit Windows 11 führt der sogenannte Modern Standby oft zu einem deutlichen Ladungsverlust über Nacht. Microsoft testet daher aktuell eine Anpassung für den Ruhezustand, die Laptops künftig länger durchhalten lassen soll. Die Neuerung wird derzeit im Insider-Programm erprobt.

Der Modern Standby, technisch als S0-Zustand bekannt, ermöglicht ein sofortiges Aufwachen des Geräts. Um das zu ermöglichen, bleiben dabei jedoch Verbindungen wie WLAN und Hintergrundprozesse aktiv. Das führt regelmäßig dazu, dass Laptops einen nicht unerheblichen Teil ihrer Akkuladung verlieren, ohne genutzt zu werden.


Intelligente Akku-Steuerung

Um das Problem zu beheben, hat Microsoft eine neue adaptive Richtlinie eingeführt. Wie das Unternehmen in den Patchnotes zum aktuellen Insider-Build 28120.2630 für Windows 11 26H1 erklärt, ändert sich das Verhalten in Zukunft abhängig vom Ladestand.

Ist der Energiespeicher zu mehr als 80 Prozent gefüllt, bleibt das System im schnellen Modern Standby. Fällt die Kapazität jedoch unter zehn Prozent, wechselt das Gerät deutlich früher in den tiefen Ruhezustand, den S4-Zustand. Dabei wird der Inhalt des Arbeitsspeichers auf die SSD geschrieben und das System nahezu vollständig abgeschaltet. Der Stromverbrauch sinkt dadurch auf ein Minimum, was eine unerwartete Komplettabschaltung verhindert.

Der S4-Zustand, auch bekannt als Hibernation, wurde ursprünglich entwickelt, um Daten bei schwachen Akkus zu retten. Vor der Einführung von Flash-Speichern dauerte das Aufwachen aus diesem Modus oft mehrere Minuten. Dank moderner Speicherlaufwerke geschieht das heute in wenigen Sekunden. Somit bemerken Anwender im Alltag kaum einen Unterschied beim Aufklappen des Geräts.

Andere Betriebssysteme wie MacOS nutzen ähnliche Konzepte bereits seit zwei Jahrzehnten. Dort wird der Arbeitsspeicher zunächst für ein schnelles Aufwachen mit Strom versorgt. Nach einiger Zeit schreibt das System automatisch den Inhalt auf den Datenträger und wechselt in einen echten Tiefschlaf. Auch Linux bietet vergleichbare Mechanismen zur effizienten Energieverwaltung.

Treiber als Fehlerquelle

Die reine Software-Anpassung löst das Problem allerdings nicht allein. Oft verhindern schlecht optimierte Treiber von Drittanbietern, dass der Hauptprozessor in seine tiefsten Energiesparmodi wechseln kann. Ein fehlerhafter WLAN-Treiber reicht bereits aus, um den Standby-Modus in einen massiven Stromfresser zu verwandeln und den Akku in wenigen Stunden deutlich zu entladen.

Deswegen werden Entwickler von Hardware-Komponenten künftig stärker in die Pflicht genommen. Neue Qualitätsrichtlinien bewerten Treiber nicht mehr nur nach ihrer Stabilität. Auch Auswirkungen auf den Stromverbrauch und die Wärmeentwicklung fließen in die Zertifizierung ein. Bis die neuen Standby-Funktionen alle regulären Anwender erreichen, werden voraussichtlich jedoch noch einige Monate vergehen.

Habt ihr öfter mit einem leeren Akku bei eurem Laptop zu kämpfen? Was meint ihr zu den Anpassungen für Windows 11? Teilt eure Erfahrungen in den Kommentaren mit uns!

Zusammenfassung
  • Der Modern Standby unter Windows 11 leert oft unbemerkt Laptop-Akkus
  • Microsoft erprobt eine neue adaptive Richtlinie für den Ruhezustand
  • Unter zehn Prozent Akkuladung wechselt das System nun in den Tiefschlaf
  • Dank schneller SSDs wacht das Gerät auch aus dem Tiefschlaf schnell auf
  • Fehlerhafte Treiber von Drittanbietern belasten oft den Standby-Modus
  • Zukünftige Treiber werden strenger auf den Energieverbrauch geprüft

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