Internetverträge werden teurer:
Telekom und 1&1 erhöhen ihre Preise

Wer jetzt einen neuen Internetvertrag abschließt, muss bei der Deutschen Telekom tiefer in die Tasche greifen. Auch bei 1&1 zeichnen sich höhere Kosten ab - dort betrifft die Anpassung bestehende Verträge.
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  • Die Telekom verteuert viele Internettarife um ein bis zwei Euro im Monat
  • Durch teurere TV-Optionen steigen Neukundenpreise um bis zu fünf Euro
  • Begründet werden die Erhöhungen mit Inflation und teurem Netzausbau
  • Der Anbieter 1&1 verlangt von manchen Bestandskunden drei Euro mehr
  • Betroffene Verbraucher besitzen meistens ein Sonderkündigungsrecht
  • Ab Juli 2027 drohen durch höhere Vorleistungsentgelte neue Aufpreise

Internetanschlüsse werden teurer

Zum 1. Oktober hat die Telekom die Preise zahlreicher aktuell angebotener Kombitarife angehoben. Bei den klassischen Magenta-Zuhause-DSL-Tarifen steigt der reguläre Monatspreis meist um einen Euro. Ausgenommen sind die Varianten Basic und Start. Für Glasfaseranschlüsse sowie Magenta Zuhause XXL Hybrid werden künftig zwei Euro mehr pro Monat verlangt.

Besonders spürbar kann die Änderung für Kunden werden, die ihren Internetanschluss mit Fernsehen kombinieren. Das TV-Angebot MagentaTV Smartstream kostet nun 20 statt bislang 17 Euro monatlich. Treffen mehrere Anpassungen zusammen, summiert sich der Aufpreis bei einzelnen Neukunden auf bis zu fünf Euro im Monat.


Die Telekom begründet die neuen Preise mit der wirtschaftlichen Lage. Steigende Energiepreise und Inflation hätten die Kosten erhöht, teilte das Unternehmen laut Golem mit.

Zugleich verweist der Konzern auf den milliardenschweren Ausbau von Glasfasernetzen, der weiterhin finanziert werden müsse. Für Bestandskunden bleiben die bisherigen Konditionen zunächst grundsätzlich bestehen. Wer allerdings in einen anderen Tarif wechselt, erhält diesen zu den neuen Preisen.

Eine wichtige Ausnahme gilt für bereits beauftragte Anschlüsse: Wurde ein Vertrag abgeschlossen, der Anschluss aber etwa wegen eines laufenden Glasfaserausbaus noch nicht geschaltet, sollen die beim Vertragsabschluss vereinbarten Preise weiter gelten. Geschäftskundentarife sind von der aktuellen Telekom-Anpassung nach bisherigen Informationen nicht betroffen.

1&1 erhöht auch Bestandskundenpreise

Auch 1&1 hat Preisänderungen durchgesetzt. Wir hatten schon berichtet, dass erste Bestandskunden bis zu drei Euro monatlich mehr zahlen. Welche Tarife und Kundengruppen konkret betroffen sind, ist bislang jedoch nicht vollständig transparent.

Aus der Branche heißt es zudem, dass 1&1 seine Preise für Neukunden im DSL- und Glasfaserbereich ebenfalls schon bald anpassen könnte. Diskutiert werden Aufschläge zwischen zwei und fünf Euro pro Monat. Infografik Bezahlbare Anschlüsse: So lange muss man für Internet arbeitenBezahlbare Anschlüsse: So lange muss man für Internet arbeiten Die Preisgestaltung bei 1&1 war bereits im Jahresverlauf in Bewegung. Einige DSL-Angebote wurden teurer, während bestimmte höherwertige Glasfasertarife günstiger angeboten wurden.

Weitere Anpassungen möglich

Nach Einschätzung von Verivox könnten weitere Anbieter folgen. Ab Juli 2027 steigen die regulierten Vorleistungsentgelte für DSL. Diese Gebühren fallen an, wenn Anbieter Teile der Netzinfrastruktur anderer Unternehmen nutzen. Höhere Kosten könnten dann erneut an Verbraucher weitergereicht werden.

Was Kunden beachten sollten

Bei einer Preiserhöhung während der laufenden Mindestvertragszeit besteht in der Regel ein Sonderkündigungsrecht. Anbieter müssen ihre Kunden über die Änderung informieren und auf die Möglichkeit zur Kündigung hinweisen. Wer nicht wechseln möchte, sollte dennoch prüfen, ob günstigere Alternativen verfügbar sind - etwa ein anderer Tarif beim bisherigen Anbieter, ein regionaler Glasfaseranbieter oder ein Wechsel zwischen DSL, Kabel und Glasfaser.

Nach Ablauf der Mindestlaufzeit lassen sich Verträge für Internetzugänge in Deutschland grundsätzlich mit einer Frist von einem Monat kündigen. Gerade bei Kombipaketen mit Fernsehen, Mobilfunkrabatten oder Router-Miete lohnt ein genauer Blick auf den Gesamtpreis: Niedrige Einstiegspreise in den ersten Monaten können durch höhere Grundgebühren nach Ablauf der Rabattphase deutlich relativiert werden.

Alles zum 1&1 Internet-Provider Nachrichten auf einen Blick
Wer ist von der Erhöhung betroffen?
1&1 informiert aktuell ausgewählte Bestandskunden über Preisanpassungen. Eine pauschale Erhöhung für alle Nutzer gibt es laut aktuellen Erkenntnissen nicht. Betroffen sind vor allem Nutzer älterer DSL-Tarife, wie beispielsweise des "1&1 DSL 100" oder "1&1 DSL 250".

Ob Ihr Anschluss dazugehört, erfahren Sie direkt durch ein offizielles Schreiben oder eine E-Mail des Providers. IT-Profis, die oft Verträge für Familie oder das Home-Office verwalten, sollten in diesen Tagen den Posteingang genau prüfen.
Wie stark steigen die Kosten?
Bei den verifizierten Fällen steigt der monatliche Grundpreis um exakt 3 Euro. Bei einem Standard-Tarif für 34,99 Euro bedeutet das einen Sprung auf 37,99 Euro, was jährlichen Mehrkosten von 36 Euro entspricht.

Auch wenn 3 Euro im Monat nach wenig klingen, summiert sich dies über die Laufzeit. Besonders ärgerlich: Einige dieser Tarife wurden damals als "dauerhaft günstig" vermarktet. Die neuen Preise greifen je nach Kunde ab Anfang Oktober 2026.
Habe ich ein Sonderkündigungsrecht?
Ja, das Telekommunikationsgesetz (§ 57 Abs. 1 TKG) ist hier eindeutig. Da 1&1 die Vertragsbedingungen einseitig ändert, können Sie den Vertrag ohne Einhaltung der regulären Frist und ohne Zusatzkosten außerordentlich kündigen.

Sie haben dafür drei Monate nach Erhalt des Informationsschreibens Zeit. Die Kündigung wird dann frühestens zu dem Tag wirksam, an dem der neue Preis gelten würde. Laut 1&1 ist die Kündigung unkompliziert per Telefon möglich.
Wie reagiere ich am besten?
Kündigen Sie nicht sofort blind. Ein bewährter Praxis-Tipp: Rufen Sie die Hotline an und weisen Sie auf Ihr Sonderkündigungsrecht hin. Oft hat die Kundenrückgewinnung Spielraum für attraktive Angebote.

Berichten zufolge konnten Kunden, die mit Kündigung drohten, ihren Vertrag für weitere zwei Jahre sogar zu günstigeren Konditionen als vor der Erhöhung verlängern. Ein kurzes Telefonat kann sich also finanziell deutlich lohnen.

Sollte 1&1 stur bleiben, können Sie immer noch kündigen und zu einem anderen Anbieter wechseln. Denken Sie daran, den neuen Provider rechtzeitig mit der Rufnummernmitnahme und Umschaltung zu beauftragen, um Ausfälle im Home-Office zu vermeiden.
Gilt die Erhöhung auch für Glasfaser?
Ja, die Preisanpassungen beschränken sich nicht nur auf klassische Kupferleitungen. Inzwischen haben mehrere Nutzer bestätigt, dass auch Glasfaser-Bestandstarife (FTTH) von dem Aufschlag betroffen sind.

Für IT-Anwender, die für Cloud-Dienste und VPNs auf schnelle Glasfaser-Uplinks angewiesen sind, gelten hier exakt dieselben Rechte: Auch bei Glasfaser greift das Sonderkündigungsrecht bei einseitigen Preiserhöhungen.
Was passiert mit laufenden Rabatten?
Wenn Sie bei Vertragsabschluss oder der letzten Verlängerung einen zeitlich befristeten Rabatt ausgehandelt haben, bleibt dieser glücklicherweise unangetastet.

Sobald Ihr Rabattzeitraum abläuft, zahlen Sie dann den neuen, erhöhten Basispreis.
Warum erhöht 1&1 die Preise?
Der Provider begründet den Schritt mit dem üblichen Branchenstandard. Die Kosten in vielen Bereichen seien deutlich gestiegen. Konkret genannt werden Ausgaben für Energie, Server, Chips sowie den allgemeinen Netzbetrieb und die Wartung.

Zudem seien die Leistungen von Ausbau- und Technologiepartnern teurer geworden. Auch wenn diese Argumentation für IT-Profis angesichts gestiegener Hardware- und Energiekosten nachvollziehbar ist, bleibt der bittere Beigeschmack der einseitigen Vertragsänderung.

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Nadine Juliana Dressler

Redakteurin für Windows & Netzwerke

Seit 2001 im Journalismus, klassisch ausgebildet, Autorin eines Windows-Buches. Ihre Themen reichen von Insider-Builds über die FritzBox bis zu DSL und Starlink.

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