KI auf dem Mac sicherer: Apple will Vollzugriff auf Festplatten bremsen

KI-Agenten benötigen viele Daten, um effektiv zu arbeiten. Auf dem Mac erhalten sie durch den Festplattenvollzugriff aber tiefgreifende Einblicke in private Dateien. Apple plant nun, Nutzer vor dieser Gefahr zu warnen und den Schutz des Systems zu erhöhen.
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  • Apple plant strengere Regeln für den Zugriff von Programmen auf Festplatten
  • Auslöser ist eine Kontroverse rund um den autonomen KI-Agenten Muse von Meta
  • Kolumnist Jason Aten warf dem Assistenten das Auslesen seiner Nachrichten vor
  • Metas Technikchef David Singleton wies diesen schweren Vorwurf entschieden ab
  • Experte Patrick Wardle hält das unbemerkte Auslesen von Chats für denkbar
  • Auch OpenAI fordert mit Dots weitreichende Vollzugriffsrechte auf dem Mac an
  • In macOS 27 können Nutzer die vergebenen Berechtigungen bereits kontrollieren

Apple will Festplattenzugriff stärker absichern

In einer Mitteilung an Entwickler kündigte der Konzern an, Berechtigungen strenger zu kontrollieren. Bislang genügt ein Schalter in den Systemeinstellungen, damit eine App auf Dateien, E-Mails, Nachrichten und den Safari-Verlauf zugreifen kann.

Mit zunehmend autonom arbeitenden Assistenten steige aber nun das Risiko deutlich, so Apple. Künftig soll eine besonders ausdrückliche Nutzerhandlung erforderlich sein. Details nannte das Unternehmen bislang dazu nicht.


Debatte um KI-Agent Muse

Der Ankündigung ging eine öffentliche Kontroverse um den KI-Agenten Muse von Meta voraus. Wie Reuters berichtet, warf der Kolumnist Jason Aten dem Assistenten vor, mehr als 187.000 Zeilen aus seinem Nachrichtenverlauf synchronisiert zu haben, obwohl er den Zugriff bei der Einrichtung abgelehnt habe.

Metas Technikchef David Singleton wies den Vorwurf zurück. Muse könne Nachrichten nur einsehen, wenn Nutzer sowohl den Festplattenvollzugriff als auch einen sogenannten Messages-Connector aktivierten.

Der Sicherheitsexperte Patrick Wardle äußerte Zweifel an dieser Darstellung. Der Festplattenvollzugriff ermögliche technisch das Auslesen regulärer Dateien, zu denen auch Chatverläufe gehörten. Apple nannte keine Unternehmen, erklärte aber, einige Entwickler nutzten die Berechtigung auf eine Weise, die Anwender gefährden könne. Bei Kommunikations-Apps seien auch Gesprächspartner betroffen. Neben Muse fordern auch Assistenten wie Dots von OpenAI entsprechende Rechte an.

Nutzer können Zugriff prüfen

Wann Apple die neuen Warnhinweise einführt, ist offen. Das aktuelle macOS 27 enthält die vorgesehenen Änderungen noch nicht. Nutzer können den Festplattenvollzugriff bereits jetzt unter "Datenschutz & Sicherheit" in den Systemeinstellungen prüfen und Berechtigungen entziehen. KI-Assistenten können dadurch jedoch Funktionen verlieren. Amazon blockierte Muse kürzlich auf seiner Plattform.

Wie bewertet ihr die tiefen Systemeingriffe durch moderne KI-Agenten? Sind die neuen Warnhinweise von Apple der richtige Weg für mehr Datenschutz? Teilt eure Gedanken dazu gerne in den Kommentaren!

Siehe auch:
Nadine Juliana Dressler

Redakteurin für Windows & Netzwerke

Seit 2001 im Journalismus, klassisch ausgebildet, Autorin eines Windows-Buches. Ihre Themen reichen von Insider-Builds über die FritzBox bis zu DSL und Starlink.

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