Linux hat inzwischen einen höheren Marktanteil als viele denken

Der Wechsel weg von Windows hin zu Linux gewinnt spürbar an Dynamik und diesmal nicht nur unter Technik-Enthusiasten. Der Marktanteil des freien Betriebssystems ist dabei auch auf dem Desktop inzwischen höher, als es manche Statistik erscheinen lässt.
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Auf dem Desktop längst zweistellig

Mehrere aktuelle Studien und Nutzungszahlen zeigen, dass immer mehr Anwender ernsthaft in Betracht ziehen, Microsofts Betriebssystem den Rücken zu kehren. Ein deutliches Signal kommt von Zorin OS: Die Entwickler meldeten kürzlich über eine Million Downloads ihrer neuesten Version innerhalb gut eines Monats. Bemerkenswert ist vor allem, dass rund 78 Prozent der Downloads von Windows-Rechnern stammen. Kaum jemand lädt wohl ohne Weiteres ein mehrere Gigabyte großes System herunter, ohne Wechselabsichten zu haben.

Auch Marktforschungsdaten bestätigen den Trend, wie ZDNet berichtet. Laut StatCounter hat sich der weltweite Marktanteil des Linux-Desktops seit 2020 nahezu verdreifacht und liegt in den USA inzwischen bei mehreren Prozentpunkten, möglicherweise auch deutlich höher, da ein beträchtlicher Teil der zugrundeliegenden Daten als "unbekannt" geführt wird.


Rechnet man Googles ChromeOS, das technisch ebenfalls auf dem Linux-Kernel basiert, hinzu, ergibt sich inzwischen ein Marktanteil jenseits der zehn Prozent. Und im breiteren Endgeräte-Universum dominiert Android, ebenfalls ein Linux-Derivat, weltweit mit über 70 Prozent den Smartphone-Markt.

Mehrere Ursachen

Ein noch klareres Bild liefert das Analyseprogramm der US-Regierung. Dort wird Linux bei 5,8 Prozent der Desktop-Zugriffe auf Behörden-Webseiten verortet - ein großer Sprung gegenüber weniger als einem Prozent vor zehn Jahren. Addiert man ChromeOS und Android, kommen beinahe ein Viertel aller Zugriffe auf US-Behördenseiten von Geräten mit Linux-Unterbau.

Das Wachstum des Linux-Systems hat dabei mehrere Ursachen. Ein großer Faktor ist das Support-Ende von Windows 10. Viele bestehende PCs erfüllen die Anforderungen von Windows 11 nicht. Gleichzeitig empfinden zahlreiche Nutzer das neue System als wenig attraktiv - sei es wegen Designänderungen, Datenschutzbedenken oder der zunehmenden Integration von KI-Funktionen. Sie steigen dann lieber mit ihrer alten, funktionierenden Hardware auf Linux um, als sich einen neuen Rechner zu kaufen.

Hinzu kommt ein geopolitischer Faktor: In Europa und dem Großbritannien wächst das Misstrauen gegenüber US-Anbietern, insbesondere wenn es um Datenhoheit geht. Immer mehr Behörden prüfen Alternativen und setzen auf offene Softwarelösungen.

Zusammenfassung
  • Wechsel von Windows zu Linux gewinnt deutlich an Dynamik
  • Linux-Marktanteil auf Desktops höher als in manchen Statistiken erfasst
  • Zorin OS verzeichnete über eine Million Downloads in nur einem Monat
  • Linux-Desktop-Marktanteil hat sich seit 2020 weltweit fast verdreifacht
  • Mit ChromeOS liegt der Linux-basierte Marktanteil bei über zehn Prozent
  • Windows-10-Support-Ende treibt viele Nutzer in Richtung Linux-Systeme
  • Datenschutzbedenken und Misstrauen gegenüber US-Anbietern fördern Umstieg

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