Amazon will mit mehr als 5000 Satelliten Starlink-Telefonie kontern

Amazon plant ein großes Satellitennetzwerk für direkte Smartphone-Verbindungen. Ab 2028 sollen über 5000 Satelliten weltweiten Empfang garantieren und weiße Flecken auf der Mobilfunkkarte schließen. Ein ehrgeiziges Projekt mit Hindernissen.
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Amazon plant neues Satellitennetz

Der Technologiekonzern Amazon hat bei der US-Kommunikationsbehörde FCC den Aufbau eines neuen Satellitennetzwerks beantragt. Ab dem Jahr 2028 sollen 5105 Satelliten im niedrigen Erdorbit stationiert werden. Ziel ist es, weltweit direkte Verbindungen zwischen dem Weltall und handelsüblichen Smartphones aufzubauen. Damit will das Unternehmen Gebiete ohne terrestrische Mobilfunkmasten erschließen.

Das sogenannte Direct-to-Device-System, kurz D2D, soll Sprachanrufe, Textnachrichten, Datennutzung und Notrufe ermöglichen. Auch das Internet der Dinge werde von der Abdeckung profitieren. Amazon tritt mit dem Vorhaben in direkte Konkurrenz zu Anbietern wie Starlink, die bereits ähnliche Kooperationen mit Mobilfunkbetreibern pflegen. Amazon LeoÜberall erreichbar: Amazon Leo D2D soll weltweit überall zugänglich sein Wie Amazon schreibt, bildet die Übernahme des Betreibers Globalstar das Fundament des Projekts. Der Zukauf kostet rund 9,6 Milliarden Euro und sichert dem Unternehmen die nötigen Frequenzen sowie bestehende Infrastruktur. Der Abschluss der Transaktion wird für 2027 erwartet.

Moderne Technik im Erdorbit

Die neuen Satelliten kreisen in Höhen zwischen 510 und 580 Kilometern. Im Gegensatz zu älteren Systemen verarbeiten sie die Signale direkt im All, anstatt sie nur zur Erde weiterzuleiten. Optische Laserverbindungen zwischen den Flugkörpern sollen den Datenverkehr intelligent steuern und Latenzen verringern.


Um das System auszulasten, setzt der Konzern auf starke Partnerschaften. Das Netzwerk wird künftig Satellitendienste für Geräte von Apple bereitstellen, darunter Notruffunktionen und Pannenhilfe. Auch Telekommunikationsanbieter wie Vodafone sind bereits an Bord, um ländliche Regionen oder Katastrophengebiete besser zu versorgen.

Neben der privaten Nutzung zielt das System auf professionelle Einsatzgebiete ab. Im Fokus stehen dabei die nahtlose Kommunikation bei Katastropheneinsätzen, das weltweite Flottenmanagement für Logistikunternehmen sowie die Steuerung von Maschinen an abgelegenen Standorten.

Kritik aus der Wissenschaft

Trotz der technischen Fortschritte gibt es Bedenken. Die zunehmende Anzahl von Satelliten im niedrigen Erdorbit verschärft das Problem des Weltraummülls. Aktuell existieren Konzepte für bis zu 1,7 Millionen weitere künstliche Himmelskörper verschiedener Betreiber, was den Nachthimmel stark verändert.

Die resultierende Lichtverschmutzung erschwert die Arbeit von Astronomen erheblich. Große Konstellationen stören Beobachtungen für die Klimaforschung und behindern die frühzeitige Erkennung von gefährlichen Asteroiden. Um negative Effekte zu mildern, müssen Ingenieure dunklere Beschichtungen verwenden und ausgediente Technik schnell entsorgen.

Die geplanten Satelliten besitzen eine Lebensdauer von sechs bis acht Jahren. Danach senken sie ihre Umlaufbahn ab und verglühen innerhalb von zwei Monaten auf natürliche Weise in der Erdatmosphäre.

Was haltet ihr von Amazons Plänen für weltweites Satelliten-Internet auf dem Smartphone? Teilt eure Meinung und Bedenken gerne unten in den Kommentaren mit uns!

Was bringt mir Amazon Leo D2D?
Amazon plant mit "Leo D2D" ein Satellitennetzwerk, das Smartphones direkt aus dem All vernetzt. Es soll Sprach-, Text- und Datendienste sowie Notrufe in Gebieten ohne klassischen Mobilfunkempfang ermöglichen.

Für Unternehmen bedeutet das: Wenn Sie oder Ihre Mitarbeiter in abgelegenen Gebieten arbeiten, reißt die Verbindung nicht ab. Das System schließt Funklöcher und dient als nahtloses Backup, wenn terrestrische Netze ausfallen.
Brauche ich ein neues Smartphone?
Das System ist so konzipiert, dass es mit kompatiblen, handelsüblichen Mobilgeräten funktioniert. Da Amazon die Frequenzen des übernommenen Anbieters Globalstar nutzt, werden viele moderne Smartphones mit Satelliten-Chip unterstützt.

Sie müssen also voraussichtlich keine klobigen Spezialtelefone anschaffen. Die Verbindung erfolgt über reguläre L- und S-Band-Frequenzen. Es heißt, dass künftige Gerätegenerationen diese Technik standardmäßig integrieren werden.
Ab wann ist das Netz verfügbar?
Der Startschuss für den Aufbau der neuen Konstellation aus über 5.100 Satelliten ist für das Jahr 2028 geplant. Amazon hat die entsprechenden Anträge bei der US-Behörde FCC (Federal Communications Commission) bereits eingereicht.

Bis Sie den Dienst im Alltag nutzen können, wird es also noch etwas dauern. Die Übernahme von Globalstar soll 2027 abgeschlossen sein. Derzeit baut Amazon erst sein reguläres Breitbandnetz auf, von dem bereits knapp 400 Satelliten im All sind.
Welche IT-Szenarien profitieren?
Neben dem Endanwender-Fokus bietet Leo D2D massive Vorteile für das Flottenmanagement und IoT-Anwendungen. Sensoren an abgelegenen Industriestandorten oder in Lieferketten können ihre Daten künftig lückenlos übertragen.

Auch für das Disaster Recovery ergeben sich neue Möglichkeiten. Fällt die lokale Infrastruktur durch Naturkatastrophen aus, bleibt die Kommunikation für Notfallteams und Remote-Wartungen über das Satellitennetzwerk intakt.
Ist das besser als Starlink?
Amazon tritt in direkte Konkurrenz zu Starlink, das bereits mit T-Mobile kooperiert. Ein technischer Vorteil von Leo D2D: Die Satelliten verarbeiten Signale direkt im Orbit, anstatt sie nur als "dumme" Relaisstationen zur Erde zurückzuwerfen.

Zudem nutzen die Amazon-Satelliten optische Laserverbindungen untereinander für intelligentes Routing. Ob dies in der Praxis zu spürbar besseren Latenzen oder Datenraten führt, muss sich nach dem Start 2028 erst noch zeigen.
Wie funktioniert die Technik?
Die Satelliten kreisen in fünf Schichten im niedrigen Erdorbit (LEO) auf 510 bis 580 Kilometern Höhe. Durch "Beamforming" können sie ihre Signale gezielt dorthin bündeln, wo sie gerade benötigt werden, was Energie spart und Störungen minimiert.

Die Verbindung zum Smartphone läuft über L- und S-Band. Für die Anbindung ans Internet (Backhaul) kommunizieren die Satelliten über leistungsstarke Ka- und V-Band-Frequenzen mit den Bodenstationen von Amazon.
Gibt es Nachteile für die Umwelt?
Astronomen warnen, dass Tausende neue Satelliten die Himmelsbeobachtung und die Erkennung gefährlicher Asteroiden stören könnten. Amazon muss hier, etwa durch dunklere Beschichtungen der Satelliten, gegensteuern.

Um Weltraummüll zu vermeiden, haben die Satelliten eine begrenzte Lebensdauer von sechs bis acht Jahren. Danach senken sie ihren Orbit ab und verglühen angeblich innerhalb von zwei Monaten auf natürliche Weise in der Atmosphäre.
Zusammenfassung
  • Amazon plant ab dem Jahr 2028 ein neues eigenes Satellitennetzwerk
  • Das Ziel ist eine weltweite Mobilfunkverbindung direkt für Smartphones
  • Für rund 9,6 Milliarden Euro wird der Betreiber Globalstar übernommen
  • Neue Satelliten verarbeiten die Signale direkt im niedrigen Erdorbit
  • Partnerschaften mit Apple und Vodafone sichern eine gute Auslastung
  • Wissenschaftler warnen vor Lichtverschmutzung und mehr Weltraummüll

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